Emily Dickinson, Karl Heinrich Waggerl, Nelly Sachs

De Amerikaanse dichteres Emily Dickinson werd geboren op 10 december 1830 in Amherst, Massachusetts. Zie ook alle tags voor Emily Dickinson op dit blog.

A great hope fell

A great Hope fell
You heard no noise
The Ruin was within
Oh cunning wreck that told no tale
And let no Witness in
The mind was built for mighty Freight
For dread occasion planned
How often foundering at Sea
Ostensibly, on Land

A not admitting of the wound
Until it grew so wide
That all my Life had entered it
And there were troughs beside

A closing of the simple lid
That opened to the sun
Until the tender Carpenter
Perpetual nail it down –

 

I dwell in possibility

I dwell in Possibility—
A fairer House than Prose—
More numerous of Windows—
Superior—for Doors—

Of Chambers as the Cedars—
Impregnable of Eye—
And for an Everlasting Roof
The Gambrels of the Sky—

Of Visitors—the fairest—
For Occupation—This—
The spreading wide my narrow Hands
To gather Paradise—

 

The wind tapped like a tired man

The Wind – tapped like a tired Man –
And like a Host – “Come in”
I boldly answered – entered then
My Residence within

A Rapid – footless Guest –
To offer whom a Chair
Were as impossible as hand
A Sofa to the Air –

No Bone had He to bind Him –
His Speech was like the Push
Of numerous Humming Birds at once
From a superior Bush –

His Countenance – a Billow –
His Fingers, as He passed
Let go a music – as of tunes
Blown tremulous in Glass –

He visited – still flitting –
Then like a timid Man
Again, He tapped – ’twas flurriedly –
And I became alone –

 

Getik als van een oude man

Getik als van een oude man
Kom binnen waarde wind
Zo klonk mijn kloeke antwoord en
Hij ging mijn woning in

Een voetloos, vlugge gast
Aan hem geen stoel besteed
Zo goed als lucht ook nooit gemak
Aan sofa’s heeft beleefd

Geen bot dat hem bijeenhield
De zuchtjes als hij sprak
Als die van tal van kolibries
In prachtig struikgewas

Zijn blik stond op gebulder
Een trillend toontje dat
Ontsnapte aan zijn vingers als
Geluidjes in een glas

Hield fladderend een praatje
Toen, schuchter naar het scheen
Klonk weer bij vlagen zijn getik
En liet mij toen alleen

 

Vertaald door Ans Bouter

Emily Dickinson (10 december 1830 – 15 mei 1886)

 

De Oostenrijkse schrijver Karl Heinrich Waggerl werd geboren op 10 december 1897 in Bad Gastein. Zie ook alle tags voor Karl Heinrich Waggerl op dit blog.

Uit: Der störrische Esel und die süsse Distel der Heil’gen Nacht

“Als der heilige Josef im Traum erfuhr, dass er mit seiner Familie vor der Bosheit des Herodes fliehen müsse, weckte der Engel in dieser bösen Stunde auch den Esel im Stall.
„Steh auf!“ sagte er von oben herab, „du darfst die Jungfrau Maria mit dem Herrn nach Ägypten tragen.“
Dem Esel gefiel das gar nicht. Er war kein sehr frommer Esel, sondern eher ein wenig störrisch von Gemüt. „Kannst du das nicht selber besorgen?“ fragte er verdross. „Du hast doch Flügel, und ich muss alles auf dem Buckel schleppen! Warum denn gleich nach Ägypten, so himmelweit!“
„Sicher ist sicher!“ sagte der Engel; und das war einer von den Sprüchen, die selbst einem Esel einleuchten müssen.
Als er nun aus dem Stall trottete und zu sehen bekam, welch eine Fracht der heilige Josef für ihn zusammengetragen hatte, das Bettzeug für die Wöchnerin und einen Pack Windeln für das Kind, das Kistchen mit dem Gold der Könige und zwei Säcke mit Weihrauch und Myrrhe, einen Laib Käse und eine Stange Rauchfleisch von den Hirten, den Wasserschlauch, und schliesslich Maria selbst mit dem Knaben, auch beide wohlgenährt, da fing er gleich wieder an, vor sich hinzumaulen. Es verstand ihn ja niemand ausser dem Jesuskind.
„Immer dasselbe“, sagte er, „bei solchen Bettelleuten! Mit nichts sind sie hergekommen, und schon haben sie eine Fuhre für zwei Paar Ochsen beisammen. Ich bin doch kein Heuwagen“, sagte der Esel, und so sah er auch wirklich aus, als ihn Joseph am Halfter nahm; es waren kaum noch die Hufe zu sehen.
Der Esel wölbte den Rücken, um die Last zurechtzuschieben, und dann wagte er einen Schritt, vorsichtig, weil er dachte, dass der Turm über ihm zusammenbrechen müsse, sobald er einen Fuss voransetze. Aber seltsam, plötzlich fühlte er sich wunderbar leicht auf den Beinen, als ob er selber getragen würde; er tänzelte geradezu über Stock und Stein in der Finsternis.
Nicht lange, und es ärgerte ihn auch das wieder. „Will man mir einen Spott antun?“ brummte er. „Bin ich etwa nicht der einzige Esel in Bethlehem, der vier Gerstensäcke auf einmal tragen kann?“
In seinem Zorn stemmte er plötzlich die Beine in den Sand und ging keinen Schritt mehr von der Stelle.
Wenn er mich auch noch schlägt, dachte der Esel erbittert, dann hat er seinen ganzen Kram im Graben liegen!
Allein Joseph schlug ihn nicht. Er griff unter das Bettzeug und suchte nach den Ohren des Esels, um ihn dazwischen zu kraulen. „Lauf noch ein wenig“, sagte der heilige Joseph sanft, „wir rasten bald!“
Daraufhin seufzte der Esel und setzte sich wieder in Trab. So einer ist nun ein grosser Heiliger, dachte er, und weiss nicht einmal, wie man einen Esel antreibt!

Karl Heinrich Waggerl (10 december 1897 – 4 november 1973)

Bad Gastein

 

De Duitse dichteres en schrijfster Nelly Sachs werd op 10 december 1891 in Berlijn geboren. Zie ook alle tags voor Nelly Sachs op dit blog.

WENN DER TAG leer wird
in der Dämmerung,
wenn die bilderlose Zeit beginnt,
die einsamen Stimmen sich verbinden –
die Tiere nichts als Jagende sind
oder gejagt –
die Blumen nur noch Duft –
wenn alles namenlos wird wie am Anfang –
gehst du unter die Katakomben der Zeit,
die sich auftun denen, die nahe am Ende sind –
dort wo die Herzkeime wachsen –
in die dunkle Innerlichkeit hinab
sinkst du –
schon am Tode vorbei
der nur ein windiger Durchgang ist –
und schlägst frierend vom Ausgang
deine Augen auf
in denen schon ein neuer Stern
seinen Abglanz gelassen hat –

 

Wer zuletzt
hier stirbt
wird das Samenkorn der Sonne
zwischen seinen Lippen tragen
wird die Nacht gewittern
in der Verwesung Todeskampf.

Alle vom Blut
entzündeten Träume
werden im Zickzack-Blitz
aus seinen Schultern fahren
stigmatisieren die himmlische Haut
mit dem Geheimnis der Qual.

Weil Noahs Arche abwärts fuhr
die Sternenbilderstraßen
wird
wer zuletzt hier stirbt
den Schuh mit Wasser angefüllt
am Fuße haben

darin ein Fisch
mit seiner Rückenflosse Heimwehsegel
die schwarz vertropfte Zeit
in ihren Gottesacker zieht.

Nelly Sachs (10 december 1891 – 12 mei 1970)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 10e december ook mijn blog van 10 december 2011 deel 1 en eveneens deel 2 en ook deel 3.