Fronleichnam (Hugo von Hofmannsthal)

Bij Sacramentsdag

 

 
Fronleichnamsprozession in Hofgastein door Adolph Menzel, 1880

 

Fronleichnam

Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen,
Durchwogt die Straßen festliches Gepränge
Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge
An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen.

So hab auch ich der Träume bunte Menge,
Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen:
Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen,
Und leis verweht der Wind die leisen Klänge.

Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden,
Und leer und öde liegt die Straße wieder;
Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden,

Da du ersehnest die verschmähten Lieder:
Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen,
Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.

 

 
Hugo von Hofmannsthal (1 februari 1874 – 15 juli 1929) 
Wenen, Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz, door Rudolf von Alt, 1832.
Hugo von Hofmannsthal werd geboren in Wenen.

 

Zie voor de schrijvers van de 4e juni ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

 

Annette von Droste-Hülshoff, Elizabeth Alexander, Countee Cullen, Emmanuel Hiel, Martin Jankowski, Jan Geerts

Bij Sacramentsdag

 

 

 

Abendmahl door Hans Leonhard Schäufelein, 1515, Ulmer Münster

 

 

Am Fronleichnamstage

“Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise,
und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank”

O fasse Mut; er ist dir nah!
Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut
Genossen ja.
O meine arme Seele, fasse Mut;
Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut.

Nicht, wie ich sollte, reich und warm
Kam freilich ich zu deinem Mahl:
Ich war ein arm
Zerlumpter Gast; doch zitterte die Qual
In mir des Sehnens; Tränen sonder Zahl

Hab’ ich vergossen in der Angst,
Die dennoch Freudeschauer war.
Sprich, warum bangst
Du vor der Arzenei so süß und klar,
Die Leben dir und Frieden bietet dar?

Wohl ist es furchtbar, seinen Gott
Zu einen mit dem sünd’gen Leib;
Es klingt wie Spott.
O Herr, ich bin ein schwach und wirres Weib,
Und stärker als die Seele ist der Leib!

So hab’ ich schuldbeladen dir
In meiner Sünde mich vereint;
Doch riefst du mir
So laut wie Einem, der um Leben weint:
So ist es Gnade, was von oben scheint.

Und hast du des Verstandes Fluch
Zu meiner Prüfung mir gestellt:
Er ist ein Trug.
Doch hast du selber ja, du Herr der Welt,
Hast selber den Verführer mir gesellt.

Drum trau ich, daß du dessen nicht
Vergessen wirst an jenem Tag,
Daß dein Gericht
Mir sprechen wird: Den Irren seh’ ich nach;
Dein Herz war willig, nur dein Kopf war schwach.

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

De Paulusdom in Münster, dichtbij Drostes geboortehuis

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