Juan Rulfo, Olga Berggolts, Lothar Baier, Olaf J. de Landell, Casper Fioole

De Mexicaanse schrijver Juan Rulfo werd geboren op 16 mei 1917 in Sayula. Zie ook alle tags voor Juan Rulfo op dit blog.

Uit: Pedro Páramo (Vertaald door Dagmar Ploetz)

 

»Das sind die Zeiten, Señor.«

Ich hatte mir vorgestellt, alles durch die Erinnerungen meiner Mutter zu sehen, mit ihrem Heimweh, zwischen Seufzerfetzen. Ihr Leben lang hat sie sich nach Comala, nach der Rückkehr gesehnt. Doch sie kehrte nie zurück. Jetzt komme ich an ihrer Statt. Ich bringe die Augen mit, mit denen sie diese Dinge anschaute, denn sie gab mir ihre Augen, um zu sehen. „Hinter Puerto Colimotes gibt es eine wunderschöne Aussicht auf eine grüne Ebene, gelbgetüpfelt vom reifen Mais. Von dort aus sieht man Comala, weiß liegt es da und beleuchtet die Erde bei Nacht.“ Und ihre Stimme klang heimlich, fast erloschen, als spreche sie mit sich selbst … Meine Mutter.

»Und wozu kommen Sie nach Comala, wenn man das wissen darf?« wurde ich gefragt.

»Ich will meinen Vater besuchen«, antwortete ich.

»Ach!« sagte er.

Und wir schwiegen erneut.

Wir gingen bergab, hörten den widerhallenden Trott der Esel. Die Augen schwer vor Müdigkeit, in den

Hundstagen des August.

»Das wird ja ein Fest geben«, hörte ich wieder die Stimme dessen, der neben mir ging. »Es wird ihn freuen, jemanden zu sehen, nachdem so viele Jahre lang niemand vorbeigekommen ist.«

Dann fügte er noch hinzu: »Wer auch immer Sie sind, er wird sich freuen, Sie zu sehen.«

In der flirrenden Sonne wirkte die Ebene wie eine durchsichtige Lagune, aufgelöst in Dunstschwaden,

durch die ein grauer Horizont zu erahnen war. Und jenseits davon eine Bergkette. Und noch weiter weg die weite Ferne.

»Wie ist es um Ihren Vater bestellt, wenn man fragen darf?«

»Ich kenne ihn nicht«, sagte ich zu ihm. »Ich weiß nur, dass er Pedro Páramo heißt.«

»Ach ja?«

»Ja, so soll er heißen, wurde mir gesagt.«

Erneut hörte ich das »Ach!« des Viehtreibers.“

 

 


Juan Rulfo (16 mei 1917 – 8 januari 1986)

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Arthur Schnitzler, Albert Verwey, Michael Lentz, Pem Sluijter, Max Frisch

De Oostenrijkse schrijver en arts Arthur Schnitzler werd geboren in Wenen op 15 mei 1862. Zie ook alle tags voor Arthur Schnitzler op dit blog.

 

Uit: Fräulein Else

 

„Du willst wirklich nicht mehr weiterspielen, Else?“ – „Nein, Paul, ich kann nicht mehr. Adieu. – Auf Wiedersehen, gnädige Frau.“ – „Aber, Else, sagen Sie mir doch: Frau Cissy. – Oder lieber noch: Cissy, ganz einfach.“ – „Auf Wiedersehen, Frau Cissy.“ – „Aber warum gehen Sie denn schon, Else? Es sind noch volle zwei Stunden bis zum Dinner.“ – „Spielen Sie nur Ihr Single mit Paul, Frau Cissy, mit mir ist’s doch heut’ wahrhaftig kein Vergnügen.“ – „Lassen Sie sie, gnädige Frau, sie hat heut’ ihren ungnädigen Tag. – Steht dir übrigens ausgezeichnet zu Gesicht, das Ungnädigsein, Else. – Und der rote Sweater noch besser.“ – „Bei Blau wirst du hoffentlich mehr Gnade finden, Paul. Adieu.“

Das war ein ganz guter Abgang. Hoffentlich glauben die Zwei nicht, daß ich eifersüchtig bin. – Daß sie was miteinander haben, Cousin Paul und Cissy Mohr, darauf schwör’ ich. Nichts auf der Welt ist mir gleichgültiger. – Nun wende ich mich noch einmal um und winke ihnen zu. Winke und lächle. Sehe ich nun gnädig aus? – Ach Gott, sie spielen schon wieder. Eigentlich spiele ich besser als Cissy Mohr; und Paul ist auch nicht gerade ein Matador. Aber gut sieht er aus – mit dem offenen Kragen und dem Bösen-Jungen-Gesicht. Wenn er nur weniger affektiert wäre. Brauchst keine Angst zu haben, Tante Emma …

Was für ein wundervoller Abend! Heut’ wär’ das richtige Wetter gewesen für die Tour auf die Rosetta-Hütte. Wie herrlich der Cimone in den Himmel ragt! – Um fünf Uhr früh wär’ man aufgebrochen. Anfangs wär’ mir natürlich übel gewesen, wie gewöhnlich. Aber das verliert sich. – Nichts köstlicher als das Wandern im Morgengrauen. – Der einäugige Amerikaner auf der Rosetta hat ausgesehen wie ein Boxkämpfer. Vielleicht hat ihn beim Boxen wer das Aug’ ausgeschlagen. Nach Amerika würd’ ich ganz gern heiraten, aber keinen Amerikaner. Oder ich heirat’ einen Amerikaner und wir leben in Europa. Villa an der Riviera. Marmorstufen ins Meer. Ich liege nackt auf dem Marmor. – Wie lang ist’s her, daß wir in Mentone waren? Sieben oder acht Jahre. Ich war dreizehn oder vierzehn. Ach ja, damals waren wir noch in besseren Verhältnissen. – Es war eigentlich ein Unsinn die Partie aufzuschieben. Jetzt wären wir jedenfalls schon zurück.“

 

 

 

 

Arthur Schnitzler (15 mei 1862 – 21 oktober 1931)

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Judith Hermann, Peter Shaffer, Raymond Federman, W.J.M. Bronzwaer, Frits van Oostrom

De Duitse schrijfster Judith Hermann werd geboren op 15 mei 1970 in Berlijn-Tempelhof. Zie ook alle tags voor Judith Hermann op dit blog.

 

Uit: Nichts als Gespenster

 

„Ruth sagte »Versprich mir, daß du niemals etwas mit ihm anfangen wirst«. Ich erinnere mich, wie sie aussah dabei. Sie saß auf dem Stuhl am Fenster, die nackten Beine hochgezogen, sie hatte geduscht und sich die Haare gewaschen, sie trug nur ihre Unterwäsche, ein Handtuch um den Kopf geschlungen, ihr Gesicht sehr offen, groß, sie sah mich interessiert an, eher belustigt, nicht ängstlich. Sie sagte »Versprich mir das, ja?«, und ich sah an ihr vorbei aus dem Fenster, auf das Parkhaus auf der anderen Straßenseite, es regnete und wurde schon dunkel, die Parkhausreklame leuchtete blau und schön, ich sagte »Also hör mal, warum sollte ich dir das versprechen, natürlich fange ich nichts mit ihm an«. Ruth sagte »Ich weiß. Versprich es mir trotzdem«, und ich sagte »Ich verspreche es dir«, und dann sah ich sie wieder an, sie hätte es nicht sagen sollen.
Ich kenne Ruth schon mein Leben lang.
Sie kannte Raoul seit zwei oder drei Wochen. Er war für ein Gastspiel an das Schauspielhaus gekommen, an dem sie für zwei Jahre engagiert war, er würde nicht lange bleiben, vielleicht hatte sie es deshalb so eilig. Sie rief mich in Berlin an, wir hatten zusammen gewohnt, bis sie wegen des Engagements umziehen mußte, wir konnten nicht gut damit umgehen, voneinander getrennt zu sein, sie rief mich eigentlich jeden Abend an.

Ich vermißte sie. Ich saß in der Küche, die jetzt leer war bis auf einen Tisch und einen Stuhl, ich starrte auf die Wand, während ich mit ihr telefonierte, an der Wand hing ein kleiner Zettel, den sie dort irgendwann aufgehängt hatte, »tonight, tonight its gonna be the night, the night«. Ich dachte ständig darüber nach, ihn abzureißen, aber dann tat ich es nie.“

 

 

 

Judith Hermann (Berlijn-Tempelhof, 15 mei 1970)

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Paul Zindel, Mikhail Bulgakov, Lyman Frank Baum, Katherine Anne Porter, René Regenass

De Amerikaanse schrijver Paul Zindel werd geboren op 15 mei 1936 in New York. Zie en ook alle tags voor Paul Zindel op dit blog.

Uit: The Effect of Gamma Rays on Man-in-the-Moon Marigolds

 

“In front of my eyes, one part of the world was becoming another. Atoms exploding . . . atom after atom breaking down into something new . . . It would go on for millions of years . . .”

“This long street, with all the doors of the houses shut and everything crowded next to each other . . . And then I start getting afraid that the vegetables are going to spoil . . . and that nobody’s going to buy anything . . .”

“Well, they say I came out of my room . . . and I started down the stairs, step by step . . . and I heard the choking and banging on the bed . . .”

The Setting
A room of wood which was once a vegetable store — and a point of debarkation for a horse-drawn wagon to bring its wares to a small town.

But the store is gone, and a widow of confusion has placed her touch on everything. A door to Nanny’s room leads off from this main room, and in front of the door hang faded curtains which allow ventilation in the summer. There is a hallway and a telephone. A heavy wood staircase leads to a landing with a balustrade, two doors, and a short hall. Beatrice sleeps in one room; Tillie and Ruth share the other.

Objects which respectable people usually hide in closets are scattered about the main room: newspapers, magazines, dishes; empty bottles; clothes; suitcases; last week’s sheets. Such carelessness is the type which is so perfected it must have evolved from hereditary processes; but in all fairness to the occupants, it can be pointed out that after twilight, when shadows and weak bulbs work their magic, the room becomes interesting.“

 

 

 

Paul Zindel (15 mei 1936 – 27 maart 2003)

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Jo Gisekin, Jens Sparschuh, Karl-Markus Gauß, Eoin Colfer, Gaby Hauptmann, Dante Alighieri

De Vlaamse dichteres Jo Gisekin werd geboren in Gent op 14 mei 1942. Zie ook alle tags voor Jo Gisekin op dit blog.

 

Vader

Vaders zijn er altijd geweest met het
beheerste gebaar in de armen. Het broze
in elk van hun vingers. Het kind op schoot.
Onuitgepakt cadeau met verstrengelde
beentjes. Als mastiek ontrold.

Ze zijn van tel in het huiselijk bestaan. Ze
schuiven gordijnen open. Hun kijk op akkers
in bloei. Wrijven het dekentje glad en
smoren gevaren ondergronds. Een pluim op de hoed.
Ze denken dieper na hoe ze het armpje
of het hoofd moeten steunen.
Ze aarzelen bij elke stap. Gaan wijdbeens
op de voorplecht staan. In evenwicht.
Ze tellen ribben en
tenen en waken bij het gewicht in de wieg.
Geen wind mag in de zeilen slaan.

Het interval van de adem verschuift in hun
oor. Ze zoeken naar maat en volgen de
weg die de sluimer inslaat tot aan
de slaap.
Rust is aan vaders nooit besteed. Ze timmeren
een dak boven het hoofd van het kind: de herfst
wordt dramatisch dit jaar.
Ze springen in laarzen en dammen het land.
Geen watersnood binnen de oevers.
Liever eelt op de hand.

Vaders zijn tot alles in staat. Ze tekenen
hun zelfportret uit op het kind.
Het geringste voortbestaan.

 

De nacht is veel te groen

De nacht is veel te groen
om krekels van het
blauw te onderscheiden

waar is het licht
dat leeggezogen weiden
uit hun stramme schaduw dwingt?

Je hoort geen stilte
die luider snikt
dan legers meeldraden
– ze vechten voor wat licht –

schrijf met glazen woorden
de scherven op hun dode bloemenmond.

de tijd eet geld met hopen
en af en toe
zich rond.

 


Jo Gisekin (Gent, 14 mei 1942)

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Krister Axel, Evelyn Sanders, Walter E. Richartz, Karin Struck, Kasper Peters, Arjen Bakker

De Amerikaanse dichter en musicus Krister Axel werd geboren op 14 mei 1974 in Parijs.Zie ook alle tags voor Krister Alex op dit blog.

 

After the Derby

 

God I’ve waited for this
The rush of sounds this madness
Of purpose in such perfect stealth
And when I understand the greatness
Of this world in simple terms
The presence of kindred spirits
Moments of authenticity
The birth of a revolution

 

 

The Arrival

 

Strong words like big rocks
Leaning against each other this
Garden of giants
You came ashore like an eclipse
And blinded us all. In
The shape of a promise
The wings of a summer day
Spread their feathers across the sky
It was like magic, unpolished
From some ancient place
And it didn’t rain
As if the clouds couldn’t speak
The illusion of innocence
But the heart knows better
Cold to the touch, yet
Hot like a black stove
In the sun

 

 

Krister Axel (Parijs, 14 mei 1974)

 

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Bruce Chatwin, Daphne du Maurier, Kathleen Jamie, Armistead Maupin, Gregor von Rezzori

 

De Engelse schrijver Bruce Chatwin werd op 13 mei 1940 in Sheffield geboren. Zie ook mijn blog van 13 mei 2007 en ook mijn blog van 13 mei 2008 en ook mijn blog van 13 mei 2009 en ook mijn blog van 13 mei 2010.

 

Uit: On The Black Hill

 

„Every morning their alarm went off at six.  They listened to the farmers’ broadcast as they shaved and dressed.  Down-stairs, they tapped the barometer, lit the fire and boiled a kettle for tea.  Then they did the milking and foddering before coming back for breakfast.

 

All the birds were silent in the sillness that precedes a storm. Thistledown floated upwards, and a shriek tore out across the valley. The labour pains had begun…

 

The oarsman was a boy in a red-striped blazer; and in the stern, half-hidden under a white parasol, sat a girl in a lilac dress.  Her fair hair hung in thick tresses, and she trailed her fingers through the lapping green wavelets.

 

She was a good woman who hoped the world was not as bad as everyone said.  She had a bad heart brought on by poverty and overwork…

…She never forgot an insult and she never forgot a kindness.  She felt crushed and ashamed — ashamed of her boys and ashamed of being ashamed of them.

 

The Reverend Thomas Tuke was a classical scholar of private means…

…He knew the whole of Homer by heart: each morning, between a cold bath and breakfast, he would compose a few hexameters of his own…

…Most of the women were in love with him — or transported by the timbre of his voice.“

 

 

 


Bruce Chatwin (13 mei 1940 – 18 januari 1989)

 

 

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Alphonse Daudet, Theo van Baaren, Reinhold Schneider, Jacob Haafner

 

De Franse schrijver Alphonse Daudet werd geboren in Nîmes op 13 mei 1840. Zie ook mijn blog van 13 mei 2007 en ook mijn blog van 13 mei 2008 en ook mijn blog van 13 mei 2009 en ook mijn blog van 13 mei 2010.

Uit: Le petit chose

 

„JE suis né le 13 mai 18…, dans une ville du Languedoc où l’on trouve, comme dans toutes les villes du Midi, beaucoup de soleil, pas mal de poussière, un couvent de carmélites et deux ou trois monuments romains.
Mon père, M. Eyssette, qui faisait à cette époque le commerce des foulards, avait, aux portes de la ville, une grande fabrique dans un pan de laquelle il s’était taillé une habitation commode, tout ombragée de platanes, et séparée des ateliers par un vaste jardin.
C’est là que je suis venu au monde et que j’ai passé les premières, les seules bonnes années de ma vie.
Aussi ma mémoire reconnaissante a-t-elle gardé du jardin, de la fabrique et des platanes un impérissable souvenir, et lorsque à la ruine de mes parents il m’a fallu me séparer de ces choses, je les ai positivement regrettées comme des êtres.
Je dois dire, pour commencer, que ma naissance ne porta pas bonheur à la maison Eyssette. La vieille Annou, notre cuisinière, m’a souvent conté depuis comme quoi mon père, en voyage à ce moment, reçut en même temps la nouvelle de mon apparition dans le monde et celle de la disparition d’un de ses clients de Marseille, qui lui emportait plus de quarante mille francs ; si bien que M. Eyssette, heureux et désolé du même coup, se demandait, comme l’autre, s’il devait pleurer pour la disparition du client de Marseille, ou rire pour l’heureuse arrivée du Petit Daniel… Il fallait pleurer, mon bon monsieur Eyssette, il fallait pleurer doublement.“

 

 

 


A
lphonse Daudet (13 mei 1840 – 17 december 1897)

„Alphonse Daudet et Sa Fille“ door Eugene Carriere, 1887

 

 

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Koji Suzuki, Roch Carrier, Adolf Muschg, Franz Michael Felder

 

De Japanse schrijver Koji Suzukiwerd geboren op 13 mei 1957 in Hamamatsu. Zie ook mijn blog van 13 mei 2009.

 

Uit: The Ring (Vertaald door Bernhard Liesen en Katrin Marburger)

 

“Am nördlichen Rand eines Neubaugebiets, direkt neben dem Sankeien-Park gelegen, stand eine Reihe von jeweils 14-stöckigen Häusern mit Eigentumswohnungen. Obwohl der Gebäudekomplex

erst kürzlich errichtet worden war, hatten fast alle Wohnungen bereits Käufer gefunden. Jedes Haus beherbergte beinahe einhundert nicht besonders geräumige Eigentumswohnungen, doch die meisten der dort lebenden Menschen hatten ihre Nachbarn noch nie gesehen. Nur nachts, wenn die Fenster erleuchtet waren, schien man sicher sein zu können, dass hier wirklich Menschen lebten.

Weiter südlich reflektierte das ölverschmierte Wasser des Meeres die funkelnden Lichter einer Fabrik. An ihren Wänden verlief ein Wirrwarr von Rohren und Kabeln, das an Blutgefäße oder Muskelgewebe erinnerte. Auf der Vorderfassade der Fabrik tanzten zahllose Lichter wie in der Finsternis glühende Insekten, sodass man dieser bizarren Szenerie eine gewisse Schönheit nicht absprechen konnte.

Ein paar hundert Meter weiter, mitten in dem Neubaugebiet, stand zwischen mit mathematischer Präzision angelegten, bisher noch unbebauten Grundstücken ein vereinzeltes, einstöckiges Haus mit Garage, dessen Eingangstür direkt auf die von Norden nach Süden verlaufende Straße ging. Es war ein ganz gewöhnliches Eigenheim, wie man es in jeder beliebigen Neubausiedlung fand, doch bis jetzt waren weder die daneben noch die dahinter liegenden Grundstücke bebaut worden. Vielleicht lag es an der schlechten Verkehrsanbindung, dass bisher erst wenige Grundstücke verkauft worden waren. Folglich wiesen entlang der Straße immer wieder Schilder darauf hin, dass für diese Grundstücke noch Interessenten gesucht wurden. Verglichen mit dem Gebäudekomplex mit den Eigentumswohnungen wirkte die Neubausiedlung ziemlich verwaist.”

 

 

 
Kōji Suzuki (Hamamatsu, 13 mei 1957)

  

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Reinout Verbeke

 

De Vlaamse dichter Reinout Verbeke werd geboren op 13 mei 1981 in Roeselare. Zie ook mijn blog van 29 mei 2009 en ook mijn blog van 29 mei 2010.

 

Waterloper

Rood kleurt de rivier achter mij
Ik ben zwaar, maar voeten tasten vederlicht af
de weg naar de bron

Bij een bocht vind ik rust op een rots
Langs mijn linkerbeen snijdt wat voorbijglijdt
zich verder in de verte kronkelt
Geen wier zal hier vertellen wat de bocht
verbergt: (verdrinkingsdood? roeiboot? een vrouw
als een dam?)

Wenkbrauwen wegen op mijn oogleden.
Rood is de rivier achter mij
Bron blijkt monding.

Ik geef horizontaal toe aan het water
terwijl aan mijn mond
het druppelen begint

 

 


Reinout Verbeke (Roeselare, 13 mei 1981)