Uwe Dick, Rebecca West, Maurice Chappaz, Oda Schaefer, Isolde Kurz

De Duitse schrijver Uwe Dick werd geboren op 21 december 1942 in Schongau. Zie ook alle tags voor Uwe Dick op dit blog.

Uit: Sauwaldprosa

„Wortlos breche ich zwei zum Gebet gekreuzte Arme auseinander, das goldgelbe Mittelstück einer Brezel, indes mein Gegenüber vom Stamme der »Solcherne-wia-mia-de-gibts-gar-nimmer!« den daumendicken Außenbogen des Backwerks in die Joppentasche steckt, dankt und erklärt: I muaß heit no auf Schärding obe. In Allerheilign werd eikehrt und a Bier trunka.
Für da bhalt i ma den Soizriassl. Am Jüngstn Tag mach i dir an Advokatn, fallsd oan brauchst – is eh kloa! A guade Roas dawei! – Lüpft den Hut und geht.
Namen saan Schicksal … hallt es mir in den Ohren, während ich meinen Rucksack packe, ihn nach beendeter Brotzeit aufs Rad zu heben. Der Mann, der für 1500 Gulden das Versteck des
Andreas Hofer preisgab, hieß Raffl. Der »Herr Lehrer Gerts« war es, der mir unter falschem Lächeln Tatzen über die Finger brannte, mit einer Gerte, daß es nur so pfiff. Und der Name des
Verwaltungsfachmannes, der mit technokratischer Sicherheit eine noch vor Jahren erkennbare Innstadt (nachts rücken die Baumfäller-Kommandos aus: so meistert er die Bürger, die protestieren könnten!) fast in eine Steinwüste verwandelte, der Name dieses Kahlstadtoberhauptes beginnt, nomen est manchmal wirklich omen, mit Stein. Wüßte ich nicht, daß er, dessen Tot-Schlagworte, dessen Hauptarguzement die »wirtschaftliche Seite« ist, hätte ich nicht zur Kenntnis genommen, daß er und seine viel zu vielen Mitmacher anstelle des lebendigen Blickes Münzen in den Augen haben, ich führte ihn hier her, dicht unter den Sauwald, nach Schärding.“

 
Uwe Dick (Schongau, 21 december 1942)
Cover

 

De Britse schrijfster Rebecca West werd geboren op 21 december 1892 in Londen als Cicily Isabel Fairfield. Zie ook alle tags voor Ribecca West op dit blog. Zie ook alle tags voor Rebecca West op dit blog.

Uit: The Return of the Soldier

„That day its beauty was an affront to me, because, like most Englishwomen of my time, I was wishing for the return of a soldier. Disregarding the national interest and everything else except the keen prehensile gesture of our hearts toward him, I wanted to snatch my Cousin Christopher from the wars and seal him in this green pleasantness his wife and I now looked upon. Of late I had had bad dreams about him. By nights I saw Chris running across the brown rottenness of No-Man’s-Land, starting back here because he trod upon a hand, not even looking there because of the awfulness of an unburied head, and not till my dream was packed full of horror did I see him pitch forward on his knees as he reached safety, if it was that. For on the war-films I have seen men slip down as softly from the trench-parapet, and none but the grimmer philosophers could say that they had reached safety by their fall. And when I escaped into wakefulness it was only to lie stiff and think of stories I had heard in the boyish voice of the modern subaltern, which rings indomitable, yet has most of its gay notes flattened: “We were all of us in a barn one night, and a shell came along. My pal sang out, ‘Help me, old man; I’ve got no legs!’ and I had to answer, ‘I can’t, old man; I’ve got no hands!’ ” Well, such are the dreams of Englishwomen to-day. I could not complain, but I wished for the return of our soldier. So I said:
“I wish we could hear from Chris. It is a fortnight since he wrote.”
And then it was that Kitty wailed, “Ah, don’t begin to fuss!” and bent over her image in a hand-mirror as one might bend for refreshment over scented flowers.“

 
Rebecca West (21 december 1892 – 15 maart 1983)

 

De Zwitserse Franstalig dichter, vertaler en schrijver Maurice Chappaz werd geboren in Lausanne op 21 december 1916. Zie ook alle tags voor Maurice Chappaz op dit blog.

Alléluia

Sortez de vos demeures,
sortez de vos œuvres !
La mort est comme de la fraîche rosée.
C’est l’Eternel qui respire
si vous vous confiez en
Lui.
La mort monte dans mon cœur
comme une alouette.
La mort est comme l’haleine d’un enfant
en hiver.
Je lui dis :
Tu me donnes de la joie.

 

Kyrie

La quête de l’Eternel commence
par des aboiements, des vomissements, des larmes.
Trois fois : ayez pitié !

Seigneur,
Christ,
Seigneur.

La bête et l’âme : un seul psalmiste.
Les cierges bleuissent,
les abeilles perdent leur aiguillon,
les paroles quittent le mort.
J’ai un mot pour pourrir :
Eternel, tes lèvres m’emporteront la bouche.

 
Maurice Chappaz (21 december 1916 – 15 januari 2009)

 

De Duitse dichteres en schrijfster Oda Schaefer (eig. Oda Lang) werd geboren op 21 december 1900 in Berlijn-Wilmersdorf. Zie ook alle tags voor Oda Schaefer op dit blog.

Gedenke des Todes

O denk daran! Der Tod ist wie ein Kern
In dir und deinem Tagewerk verborgen,
Wie Haselnuß und heller Apfelstern,
Wie Pflaumensamt ihn einhüllt bis zum Morgen,
O denk daran, es nützt dir keine Flucht,
Er lebt in dir wie in der süßen Frucht.

Im vollen Fleische mästet er und nährt
Sich heimlich von den klaren, zarten Säften
Der Jugend erst, bis langsam aufgezehrt
Du nichts als Schale bist den matten Kräften,
Bis du den Herbst erwartest, der dich fegt,
Mit Sturm zum Haufen gelben Laubes trägt.

Er ist Vollendung auch. Dem braunen Rot
Der Hagebutte gleicht er nach der Rose.
Wie voller Mond so rund erscheint der Tod,
Wenn er begriffen wird im späten Lose
Als Inneres, gefältet tiefer Sinn
Der Knospe nur, die ich im Anfang bin.

Vergiß es nicht! Der Tod ist wie ein Kind
In deinem Leib, du speisest mit dem Schlage
Des Bluts ihm die Geburt, doch maulwurfsblind
Durchwühlst du noch die Erde deiner Tage.
Vergiß es nicht, er löst dir dein Gesicht,
Es dunkelt schon, du aber stehst im Licht.

 
Oda Schaefer (21 december 1900 – 4 september 1988)

 

De Duitse dichteres, schrijfster en vertaalster Isolde Kurz werd geboren op 21 december 1853 in Stuttgart. Zie ook alle tags voor Isolde Kurz op dit blog.

Abschied von Tübingen

O Heimat, Heimat viel gescholten,
Doch viel geliebt und viel beweint,
Seit heut die letzte Sonne golden
Für mich auf deine Hügel scheint!
Nie wollt ich scheidend dich betrauern
So hatt ich trotzdem oft geprahlt:
Wie nun der Schmerz die düstern Mauern
Schon mit der Sehnsucht Farben malt!

Der Abschied löst den Bann vom Munde.
Drum eh ich fern ans Ufer stieg,
Laß jetzt in dieser Trennungsstunde
Dir sagen was ich lang verschwieg:
Du hast vom Baume meines Lebens
Die schönsten Blüten früh geknickt,
Der Jugend Lust, die Kraft des Strebens
In meiner jungen Brust erstickt!

Wie kommts nun daß ich um dich weine,
Die, statt des Lebens frischem Brot
Mir nur der Vorzeit graue Steine
Und hundertjähr’gen Moder bot?
Ich liebe dich, und dir zum Pfande
Bleibt Alles, was mein Loos mir gab,
Das Vaterhaus, des Herzens Bande,
Der Traum der Jugend und ein Grab.

So laß uns denn im Frieden scheiden,
Von Groll bewahr ich keine Spur,
Dein Bild soll ewig mich begleiten
Und wecken theure Schatten nur.
Und kehr ich einst mit müden Flügeln,
Wenn meine Bahn ein Ende hat,
Dann gönne bei des Vaters Hügel
Der Tochter eine Ruhestatt!

 
Isolde Kurz (21 december 1853 – 6 april 1944)
Cover

 

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