Am Gründonnerstage (Annette von Droste-Hülshoff)

Bij Witte Donderdag

 

bassano
Het Laatste Avondmaal door Jacopo Bassano, 1542

 

Am Gründonnerstage

O Wundernacht, ich grüße!
Herr Jesus wäscht die Füße.
Die Luft ganz stille stand;
Man hört den Atem hallen
Und wie die Tropfen fallen
Von seiner heil’gen Hand.

Da Jesus sich tut beugen,
Ins tiefe Meer sich neigen
Wohl Inseln diesem Gruß.
Ist er so tief gestiegen,
So muß ich ewig liegen
Vor meines Nächsten Fuß.

Herr, ob sich gleich betöret
Die Seele mein empöret
Vor aller Niedrigkeit,
Daß ich vielmehr mein Leben
In Qualen aufzugeben
Für deinen Ruhm bereit:

So gib, daß ich nicht klage,
Wenn du in meine Tage
Hast alle Schmach gebannt;
Laß brennen meine Wunden,
So du mich stark befunden
Zu solchem harten Stand!

O Gott, ich kann nicht bergen,
Wie angst mir von den Schergen,
Die du vielleicht gesandt
In Krankheit oder Grämen
Die Sinne mir zu nehmen,
Zu töten den Verstand!

Es ist mir oft zu Sinnen,
Als wolle schon beginnen
Dein schweres Strafgericht;
Als dämmre eine Wolke,
Doch unbewußt dem Volke,
Um meines Geistes Licht.

Doch wie die Schmerzen schwinden,
Die mein Gehirn entzünden,
So flieht der Nebelduft,
Und mit geheimem Glühen
Fühl’ ich mich neu umziehen
Die frische starke Luft.

Mein Jesu, darf ich wählen,
Ich will mich lieber quälen
In aller Schmach und Leid,
Als daß mir so benommen,
Ob auch zu meinem Frommen,
Die Menschenherrlichkeit.

Doch ist er so vergiftet,
Daß es Vernichtung stiftet,
Wenn er mein Herz umfleußt:
So laß mich ihn verlieren,
Die Seele heimzuführen,
Den reichbegabten Geist.

Hast du es denn beschlossen,
Daß ich soll ausgegossen
Ein tot Gewässer stehn
Für dieses ganze Leben:
So will ich denn mit Beben
An deine Prüfung gehn.

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Keuken in het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff

 

Zie voor de schrijvers van de 28e maart ook mijn vorige blog van vandaag.

Mario Vargas Llosa, Walter van den Broeck, Nelson Algren, Chrétien Breukers

De Peruviaanse schrijver Mario Vargas Llosa werd geboren op 28 maart 1936 in Arequipa. Zie ook alle tags voor Mario Vargas Llosa op dit blog.

 

Uit:Die Welt des Juan Carlos Onetti (Vertaald door Angelica Ammar)

“Nackt oder,wenn die Unbilden des Klimas es erfordern, in Pelze gehüllt, befinden sich diese Rudel von Protomenschen in ständiger Bewegung, ziehen zum Jagen und Sammeln unablässig umher auf der Suche nach unberührten Landstrichen, um Nahrung zu finden, die sie der Natur entnehmen, ohne sie zu ersetzen, wie es die Tiere tun, diese große Gemeinschaft, der sie immer noch angehören, von der sie sich erst langsam abzulösen beginnen.
Nebeneinander zu leben heißt noch nicht, zusammenzuleben. Letzteres setzt ein ausgefeiltes Kommunikationssystem voraus, ein kollektives, geteiltes Schicksal, das auf gemeinsamen Nennern wie Sprache, Glauben, Riten, Körperverzierungen und Bräuchen basiert. Nichts von all dem existiert bislang – noch haben wir es mit dem nackten Überleben zu tun, mit Impulsen und Affekten, die der Logik vorangehen und diese halben Tiere dazu gebracht haben, anstatt ihrer fehlenden Krallen, Reißzähne, Hörner oder Giftdrüsen und anderen Verteidigungsmechanismen, über die die übrigen Lebewesen verfügen, nach Schiefern oder Kieseln zu greifen, in der Gruppe zu jagen, zu schlafen und den Ort zu wechseln, um sich gegenseitig zu beschützen und die Angst zu nehmen.
Denn zweifellos hat die tägliche Erfahrung bewirkt, daß sich in diesem ersten Menschen von allen noch schlummernden Emotionen, Begierden, Instinkten und Leidenschaften beim Erwachen ins Dasein als erstes die Angst entwickelte.”

 

Mario Vargas Llosa (Arequipa, 28 maart 1936)

Lees verder “Mario Vargas Llosa, Walter van den Broeck, Nelson Algren, Chrétien Breukers”

Joost de Vries

De Nederlandse schrijver Joost de Vries werd geboren op 28 maart 1983 in Alkmaar. Zie ook alle tags voor Joost de Vries op dit blog.

Uit: Clausewitz (Vertaald door Liz Waters)

“That evening I read the fewer than 120 pages at a single sitting. Mr Brissot wrote clearly and amiably about why he found the work of Ferdynand LeFebvre so interesting and why he thought there was more political reality behind the man’s fanciful narratives than the literary world assumed. In the next hundred pages he deciphered countless parables and intertextualities hidden in the work and analysed a wide range of symbols and metaphors. All meticulously annotated.
In the online catalogue of the consortium of Dutch university libraries I could find neither the title nor the author. I had to create an account before I could search the French national library, but there too I failed to unearth any Monsieur Brissot. Google Scholar produced zero results. The book had no ISBN. It was as if I was holding something that didn’t exist.
In the week before leaving for France I’d walked along a corridor of the university library that I hadn’t seen before and happened upon the booklined wall where all the dissertations were kept. Thousands of surnames on thousands of immaculate, untouched white covers, an unread monument, with the names of doctoral researchers engraved on it like fallen soldiers.”


Joost de Vries (Alkmaar, 28 maart 1983)