Fastnacht (Wolfgang Müller von Königswinter)

Bij Carnaval

 

 
Max Beckmann: Karneval, triptiek (1942 – 1943)

 

Fastnacht

Lust’ge, lust’ge Fastnachtszeit!
Heute jubeln alle Leut’,
Heute sind wir alle toll,
Alle bunter Scherze voll.

Zieht die Schellenkappen um,
Hänget bunte Kleider drum!
Keiner kennt uns mehr heraus:
Welt ist wie ein Narrenhaus.

Räuber kommen wild heran,
Ritter reihen stolz sich dran,
Die Zigeuner fehlen nicht,
Schäfersmann ist jener Wicht.

Aus Tirol kommt der Gesell,
Jener aus dem Land des Tell.
Wenn ich doch ein Türke wär’!
Seht, dort trollt sogar ein Bär!

Auf der Geige auf dem Bass,
Auf der Flöte spielt der Spaß.
Kunterbunten Maskenscherz
Treiben froh wir allerwärts.

Lust’ge, lust’ge Fastnachtszeit!
Heute jubeln alle Leut’,
Heute sind wir alle toll,
Alle bunter Scherze voll.

 

 
Wolfgang Müller von Königswinter (15 maart 1816 – 29 juni 1873)
Buste op de Rheinallee in Königswinter

 

Zie voor de schrijvers van de 15e februari ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Lichtmess (Ina Seidel)

Bij Maria Lichtmis

 

 
Presentatie van de Heer in de Tempel door Simon Vouet, 1640-1641

 

Lichtmess

Stille Luft und eingewölkte Himmelskuppel, hinter deren
Lichter Alabasterwölbung steht mit silberklaren schweren
Strahlenschwertern ausgebreitet, abgedämpft und göttlich fern:

Der im Winterdunst verlorne,
Der ersehnte, neu geborne
Ungeheure Sonnenstern.

 

 
Ina Seidel (15 september 1885 – 2 oktober 1974)
Halle, markt. Ina Seidel werd geboren in Halle.

 

Zie voor de schrijvers van de 2e februari ook mijn eerste blog van vandaag en ook mijn blog van 2 februari 2014 deel 2 en ook deel 3.

Eduardo Mendoza, Diana Gabaldon, Slavko Janevski, Ilse Weber, Alan Stewart Paton, Bayard Taylor, Annette von Droste-Hülshoff

De Spaanse schrijver Eduardo Mendoza werd geboren in Barcelona op 11 januari 1943. Zie ook alle tags voor Eduardo de Mendoza op dit blog.

Uit: Der Friseur und die Kanzlerin (Vertaald door Peter Schwaar)

“Der Tagesanbruch beleuchtete mich auf dem Bürgersteig vor meinem Haus. Erleichtert betrachtete ich den heiteren Himmel und nahm den mäßigen Wind wahr – offensichtlich keine Hindernisse für den Luftverkehr. Nach einer Weile fuhr der Swami in seinem Auto vor. Er kam vom Flughafen und entschuldigte sich für die leichte Verspätung mit dem Hinweis, er habe noch vollgetankt, und an der Tankstelle sei er auf die Idee gekommen, den Wagen durch die Waschstraße zu schicken, damit er auch schön glänze, wo es die Umstände doch so erforderten. Zuvor hatte er den Juli und Quesito am Flughafen abgesetzt, den Juli als lebende Statue, damit er von seinem Podest aus die Vorgänge im Terminal im Blick behalte, und die Quesito strategisch in einem Café platziert, wo sie beim Durchblättern einer Zeitschrift zu frühstücken vorgab, in Wirklichkeit aber bereit war, jederzeit Bericht zu erstatten, wenn der Juli es ihr mit einem vorher vereinbarten Zeichencode zu verstehen gäbe.
Wir holten den Dandy Morgan ab, der schon in Zivilkleidung am vereinbarten Ort stand und ein dickes Bündel bei sich hatte, das er in den Kofferraum des Peugeot stopfte. Hingegen musste man mehrmals klingeln, bis Cándida herunterkam, und als sie endlich erschien, war sie sehr verstört. Um ihrer Nervosität Herrin zu werden, hatte sie mehrere Liter Pfefferminztee getrunken und musste jetzt, wie sie sich bescheiden ausdrückte, ununterbrochen ihr kleines Geschäft verrichten. Im Auto auf der Rückbank neben dem Dandy Morgan sitzend, gab sie ihrer Angst Ausdruck, im heikelsten Moment ihres Auftritts wieder dieses unaufschiebbare Bedürfnis zu verspüren.
«Mach dir deswegen keine Sorgen», sagte ich und versuchte, um ihren bereits verwirrten Zustand nicht noch zu verschlimmern, die Gereiztheit zu verbergen, die ihre angeborene Dämlichkeit in mir auslöste. «Denk daran, dass du eine hochbedeutende Frau zu ersetzen hast, deren Anordnungen keinen Widerspruch dulden. Wo du auch bist, wenn du den Drang verspürst, dein kleines Geschäft zu verrichten oder sogar dein großes, gehst du in eine Ecke und erledigst in aller Gelassenheit, was du zu erledigen hast. Vergiss nicht, dir nachher die Hände zu waschen. Die Person, die du ersetzt, besitzt Autorität, aber auch Klasse.»

 

 
Eduardo Mendoza (Barcelona, 11 januari 1943)

Lees verder “Eduardo Mendoza, Diana Gabaldon, Slavko Janevski, Ilse Weber, Alan Stewart Paton, Bayard Taylor, Annette von Droste-Hülshoff”

Es führt drei König Gottes Hand (Friedrich von Spee)

 

Bij het feest van Driekoningen

 

 
Aanbidding door de Drie Koningen, Jacopo Bassano, ca. 1575 – 1580

 

Es führt drei König Gottes Hand

Es führt drei König Gottes Hand
mit einem Stern aus Morgenland
zum Christkind durch Jerusalem
zur Davids Stadt nach Bethlehem.
Gott, führ auch uns zu diesem Kind
und mach aus uns sein Hofgesind!

Aus Morgenland in aller Eil
sie reisten weit, viel hundert Meil.
Sie zogen hin zu Land und See,
bergauf, bergab, durch Reif und Schnee.
Zu dir, o Gott, die Pilgerfahrt
uns dünke nie zu schwer und hart.

Sie kehrten bei Herodes ein,
am Himmel schwand des Sternes Schein;
doch wie zum Kind sie eilig gehen,
den Stern sie auch von neuem sehn.
Gott, lass das Licht der Gnad uns schaun,
auf deine Führung fest vertraun!

Und überm Haus wo’s Kindlein war
stand still der Stern, so wunderbar;
da knien sie und weih’n dem Kind
Gold, Weihrauch, Myrrh’ zum Angebind.
Gott, nimm von uns als Opfergut
Herz, Leib und Seele, Ehr und Blut!

Durch Weihrauch stellten fromm sie dar,
dass dieses Kind Gott selber war;
die Myrrh’ auf seine Menschheit wies,
das Gold die Königswürde pries.
O Gott, halt uns bei dieser Lehr;
dem Irrtum und dem Abfall wehr!

 

 
Friedrich von Spee (25 februari 1591 – 7 augustus 1635)
Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Friedrich von Spee werd geboren in Kaiserswerth.

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige blog van vandaag.

Großstadtweihnachten (Kurt Tucholsky)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

 
Lovis Corinth, Weihnachtsbescherung, 1913

 

Großstadtweihnachten

Nun senkt sich wieder auf die heim’schen Fluren
die Weihenacht! die Weihenacht!
Was die Mamas bepackt nach Hause fuhren,
wir kriegens jetzo freundlich dargebracht.

Der Asphalt glitscht. Kann Emil das gebrauchen?
Die Braut kramt schämig in dem Portemonnaie.
Sie schenkt ihm, teils zum Schmuck und teils zum Rauchen,
den Aschenbecher aus Emalch glasé.

Das Christkind kommt! Wir jungen Leute lauschen
auf einen stillen heiligen Grammophon.
Das Christkind kommt und ist bereit zu tauschen
den Schlips, die Puppe und das Lexikohn,

Und sitzt der wackre Bürger bei den Seinen,
voll Karpfen, still im Stuhl, um halber zehn,
dann ist er mit sich selbst zufrieden und im reinen:
»Ach ja, son Christfest is doch ooch janz scheen!«

Und frohgelaunt spricht er vom ›Weihnachtswetter‹,
mag es nun regnen oder mag es schnein,
Jovial und schmauchend liest er seine Morgenblätter,
die trächtig sind von süßen Plauderein.
 
So trifft denn nur auf eitel Glück hienieden
in dieser Residenz Christkindleins Flug?
Mein Gott, sie mimen eben Weihnachtsfrieden …
»Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug.«

 

 
Kurt Tucholsky (9 januari 1890 – 21 december 1935)
Berlijn, Kurfürstendamm. Kurt Tucholsky werd geboren in Berlijn.

 

Zie voor de schrijvers van de 26e december ook mijn drie vorige blogs van vandaag.

Kerstmis (Gerrit Achterberg)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

 
Luca Giordano, De aanbidding door de herders, rond 1688

 

Kerstmis

Klokken haalden mij uit de slaap vandaan:
Kerstmis over Den Haag om middernacht.
Hij, die ik dagelijks te wezen dacht,
trok uit mij weg en kwam alleen te staan.

Ik keek tegen mijn eigen leven aan,
alsof een ander het had doorgebracht.
Een lege helderheid betrok de wacht
tussen mij en het opgeschoven raam.

De stad verstomde. Mijn verbeelding ging
over de torens heen naar Bethlehem.
2000 jaren her is daar een kind
zojuist geboren en de moeder windt
het in een doek. De ezel en de man
maken het nuchter mee. Een engel zingt.

 

 
Gerrit Achterberg (20 mei 1905 – 17 januari 1962)
Nederlands Hervormde Kerk in Langenbroek. Gerrit Achterberg werd geboren in Langenbroek.

 

Zie voor de schrijvers van de 25e december ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

A Christmas Carol (Christina Rossetti)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

 
Carlo Maratta, De aanbidding door de herders, jaren 1690

 

A Christmas Carol

Before the paling of the stars,
Before the winter morn,
Before the earliest cockcrow
Jesus Christ was born:
Born in a stable,
Cradled in a manger,
In the world His Hands had made
Born a Stranger.

Priest and King lay fast asleep
In Jerusalem,
Young and old lay fast asleep
In crowded Bethlehem:
Saint and Angel, Ox and Ass,
Kept a watch together,
Before the Christmas daybreak
In the winter weather.

Jesus on His Mother’s breast
In the stable cold,
Spotless Lamb of God was He,
Shepherd of the Fold:
Let us kneel with Mary Maid,
With Joseph bent and hoary,
With Saint and Angel, Ox and Ass,
To hail the King of Glory.

 

 
Christina Rossetti (5 december 1830 – 27 december 1894)
Londen in Kersttijd. Christina Rossetti werd in Londen geboren.

 

Zie voor de schrijvers van de 24e december ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Advent (Scott Cairns)

Bij de vierde zondag van de Advent

 

 
Weihnachtsmarkt Am Hof in Wien door Emil Barbarini, z.j.

 

Advent

Well, it was beginning to look a lot like Christmas — everywhere, children eyeing the bright lights and colorful goods, traffic a good deal worse than usual, and most adults in view looking a little puzzled, blinking their eyes against the assault of stammering bulbs and public displays of goodwill. We were all embarrassed, frankly, the haves and the have-nots — all of us aware something had gone far wrong with an entire season, something had eluded us. And, well, it was strenuous, trying to recall what it was that had charmed us so, back when we were much smaller and more oblivious than not concerning the weather, mass marketing, the insufficiently hidden faces behind those white beards and other jolly gear. And there was something else: a general diminishment whose symptoms included the Xs in Xmas, shortened tempers, and the aggressive abandon with which most celebrants seemed to push their shiny cars about. All of this seemed to accumulate like wet snow, or like the fog with which our habitual inversion tried to choke us, or to blank us out altogether, so that, of a given night, all that appeared over the mess we had made of the season was what might be described as a nearly obscured radiance, just visible through the gauze, either the moon disguised by a winter veil, or some lost star — isolated, distant, sadly dismissing of us, and of all our expertly managed scene.

 

 
Scott Cairns (Tacoma, 19 november 1954)
Tacoma

 

Zie voor de schrijvers van de 21e december ook mijn drie vorige blogs van vandaag.

Saint John Baptist (William Drummond)

Bij de derde zondag van de Advent

 

 
Johannes de Doper door Rafaël, ca.1518

 

Saint John Baptist

The last and greatest Herald of Heaven’s King
Girt with rough skins, hies to the deserts wild,
Among that savage brood the woods forth bring,
Which he more harmless found than man, and mild.
His food was locusts, and what there doth spring,
With honey that from virgin hives distill’d;
Parch’d body, hollow eyes, some uncouth thing
Made him appear, long since from earth exiled.
There burst he forth: All ye whose hopes rely
On God, with me amidst these deserts mourn,
Repent, repent, and from old errors turn!
—Who listen’d to his voice, obey’d his cry?
Only the echoes, which he made relent,
Rung from their flinty caves, Repent! Repent!

 

 
William Drummond (13 december 1585 – 4 december 1649)
Hawthornden Castle, waar William Drummond werd geboren.

 

Zie voor de schrijvers van de 14e december ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Advent (Marijke Hanegraaf)

Bij de tweede zondag van de Advent

 

 
De annunciatie door Paolo de Matteis, 1712

 

Advent

Ze stond bij coffeeshop The Doors en Stubbe’s Haring
en onverwacht kuste de avondwind de laatste bloemen
van de venter. Een vrouw werd kind; warrelend blad
de carrousel, het slagwerk blik en plastic bekers.

Ze keek omhoog. Daar, op het herenhuis zag ze
de engel Gabriël, in blauw nog wel, zijn gouden
vleugels in de laatste zon een groet.

Vanaf de overzijde wiegde een hijskraan stuntelig
zijn tegenwicht; kon hij maar buigen. Geen zon
voor hem, hij had zijn eigen licht.

‘Dag,’ zei ze tot de reuzen van dit moment;
de ritselende grond leek een seconde lang gezegend.
De wind ging liggen, nu viel de nacht en Gabriël
verdween, alleen de hijskraan  hield de wacht.

 

 
Marijke Hanegraaf (Tilburg, 6 maart 1946)
Tilburg in winterse sferen.

 

Zie voor de schrijvers van de 7e december ook mijn vorige twee blogs van vandaag.