In Memoriam Marcel Reich-Ranicki

 

In Memoriam Marcel Reich-Ranicki

De Duitse schrijver en literatuurcriticus Marcel Reich-Ranicki  is vandaag op 93-jarige leeftijd in Frankfurt am Main overleden. Marcel Reich-Ranicki werd geboren op 2 juni 1920 in Włocławek, Polen. Zie ook alle tags voor Marcel Reich-Ranicki op dit blog.

Uit: Unser Grass

“Zunächst bin ich verpflichtet, den Autor, dessen Buch ich rezensiere, zu verteidigen. Mit Geduld, mit liebevoller Teilnahme, mit Herzlichkeit muß ich sein Werk untersuchen. Ich muß es mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln zu seinen Gunsten deuten und dem Leser so vorteilhaft wie möglich präsentieren. Ich habe, wenn es um seine schwachen Seiten geht, auf mildernde Umstände hinzuweisen. Und es ist meine Hauptaufgabe, alle diejenigen ästhetischen, intellektuellen und moralischen Aspekte und Motive seines Werkes zu betonen, die ihm, dem Autor, die Anerkennung, die Sympathie, vielleicht sogar die Liebe des Publikums sichern können. Kurzum: Mein Autor ist mein Mandant, mein Klient, mein Schützling. Ich habe ihm zu dienen, seine Sache zu vertreten.
Aber hätte ich nur diese eine Funktion – meine Arbeit wäre weit einfacher. Der Verteidiger muß jedoch zugleich ein Ankläger sein. In wessen Namen klage ich eigentlich an? Des Publikums? Gewiß nicht, denn ich habe vom Publikum keinerlei Auftrag erhalten. Im Namen der Zeitung, für die ich schreibe? Nein. Die Redaktion darf auf die Tendenz meiner Kritik keinen Einfluß ausüben. Der Kritiker repräsentiert nur sich selber – und nicht etwa ein Kollektiv.
In wessen Namen also klage ich an? Die ehrliche Antwort auf diese Frage klingt pathetisch: im Namen der Literatur. Ich muß jede Seite des neuen Werks mißtrauisch lesen, ich muß es hartnäckig anzweifeln. Ich habe alles Schwache, Fragwürdige und Schlechte im Gegen- stand der Betrachtung zu suchen. Es ist meine Aufgabe, dem Autor auf die Schliche zu kommen, ihn zu entlarven. Im Interesse der Literatur kann ich nicht zu streng sein. Mein Schützling ist auch mein Opfer.
Zwei Seelen wohnen also in des Kritikers Brust, in zwei Rollen tritt er gleichzeitig auf: als Rechtsanwalt und als Staatsanwalt. Das Ergebnis des Kampfes dieser beiden Seelen, des Gefechts auf dem Feld derartiger dialektischer Spannungen, die Summe der beiden Plädoyers, des verteidigenden und des anklagenden – das ist die Kritik, die dem Leser dienen will und dem Autor, der Literatur und unserer Zeit. Die Urteile hingegen werden, meine ich, nicht von uns, den Kritikern, gefällt, sondern später einmal von den hohen Richtern, den Literaturhistorikern.”

 

 

Marcel Reich-Ranicki (2 juni 1920 – 18 september 2013)

In Memoriam Erich Loest

In Memoriam Erich Loest

 

De Duitse schrijver Erich Loest is gisteren op 87-jarige leeftijd in Leipzig gestorven. Erich Loest werd geboren op 24 februari 1926 in Mittweida. Zie ook alle tags voor Erich Loest op dit blog.

 

Uit: Durch die Erde ein Riß

 

“Der Teufel naht meist auf leisen Sohlen. Er dachte darüber nach, wie es denn gekommen war, daß er keine Macht wollte, keine von oben verliehene und von unten nicht kontrollierte Macht. Keine Gesellschaft war denkbar, ohne daß Menschen Macht über andere ausübten warum, fragte er sich, ist das für mich ein Problem und für andere nicht? Wer Macht hatte, war allergisch gegen alle, die nicht ein Häppchen von ihr leihen wollten. Trugen die Mächtigen schlechtes Gefühl mit sich herum, suchten sie deshalb Komplizenschaft und haßten die Machtverweigerer, weil die sich nicht zu Mittätern machen ließen? War es eitel, sich das weiße Hemd der Unschuld überzuziehen seht her, was für ein Engel ich bin, ich mach mir die Hände nicht schmutzig? Teilhabe an der Macht, um Informationsbedürfnis, Neugier zu befriedigen? Die Tragik derer, die in der Mitte zerrieben wurden ein endloses Feld.

Vielleicht verschwand er morgen oder nächste Woche in Einzelhaft, vielleicht steckten sie ihn mit einem Lump zusammen, legten ihn in eine Außenzelle, in der es doppelt so kalt war wie in Innenzellen. Kein Kino für drei Monate. Möglichkeiten gab es die Menge, und er kannte fast alle. Schreiberlaubnis bekam er ohnehin nicht. Oder auch: Es blieb alles beim alten.

Jupp begann tief zu atmen und leise zu schnarchen. 23/59 blickte gegen die Decke mit dem Gitterschatten, der Knastmond würde niemals untergehen. Er versuchte, sich an Wendungen zu erinnern, als er mit der Macht kollidiert war.

Dabei überkam ihn Müdigkeit, er drehte sich auf die Seite und zog die Decke über den Kopf, daß nur ein Spalt zum Atmen blieb. So würde er die Kälte überstehen. Der Schlaf kam schnell und spülte alles Grübeln weg. 23/59 wehrte sich nicht gegen ihn. Denn natürlich ist Schlaf das Beste, was es im Knast überhaupt gibt.”

 

 

 

Erich Loest (24 februari 1926 – 12 september 2013)

Grote Prins Claus Prijs voor Ahmed Fouad Negm

 

De Egyptische dichter Ahmed Fouad Negm ontvangt dit jaar de Grote Prins Claus Prijs. Prins Constantijn zal de prijs op 11 december in het Koninklijk Paleis in Amsterdam aan hem uitreiken. Ahmed Fouad Negm werd op 22 mei 1929 in Ash Sharqiyah geboren. Zie ook alle tags voor Ahmed Fouad Negm op dit blog.

 

 

What’s wrong with our president?


I never fret, and will always say
A word, for which, I am responsible
That the president is a compassionate man
Constantly, busy working for his people
Busy, gathering their money
Outside, in Switzerland, saving it for us
In secret bank accounts
Poor guy, looking out for our future
Can’t you see his kindly heart?
In faith and good conscience
He only starves you; so you’d lose the weight
O what a people! In need of a diet
O the ignorance! You talk of “unemployment”
And how condition have become dysfunctional
The man just wants to see you rested
Since when was rest such a burden?
And this talk of the resorts
Why do they call them political prisons?
Why do you have to be so suspicious?
He just wants you to have some fun
With regards to “The Chair]”
It is without a doubt
All our fault!!
Couldn’t we buy him a Taflon Chair?
I swear, you mistreated the poor man
He wasted his life away, and for what?
Even your food, he eats it for you!
Devouring all that’s in his way
After all this, what’s wrong with our president?

 

 

 

Vertaald door Walaa Quisay

 

 



Ahmed Fouad Negm (Ash Sharqiyah, 22 mei 1929)

In Memoriam Seamus Heaney

 

 

In Memoriam Seamus Heaney

 

 

 

De Ierse dichter Seamus Heaney is vrijdag op 74-jarige leeftijd overleden. Dat hebben Ierse media gemeld. Heaney kreeg in 1995 de Nobelprijs voor Literatuur. Seamus Heaney werd op 13 april 1939 te County Derry, Noord-Ierland, geboren. Zie ook alle tags voor Seamus Heaney op dit blog.

 

 

Death Of A Naturalist

 

All year the flax-dam festered in the heart
Of the townland; green and heavy headed
Flax had rotted there, weighted down by huge sods.
Daily it sweltered in the punishing sun.
Bubbles gargled delicately, bluebottles
Wove a strong gauze of sound around the smell.
There were dragon-flies, spotted butterflies,
But best of all was the warm thick slobber
Of frogspawn that grew like clotted water
In the shade of the banks. Here, every spring
I would fill jampotfuls of the jellied
Specks to range on window-sills at home,
On shelves at school, and wait and watch until
The fattening dots burst into nimble-
Swimming tadpoles. Miss Walls would tell us how
The daddy frog was called a bullfrog
And how he croaked and how the mammy frog
Laid hundreds of little eggs and this was
Frogspawn. You could tell the weather by frogs too
For they were yellow in the sun and brown
In rain.
Then one hot day when fields were rank
With cowdung in the grass the angry frogs
Invaded the flax-dam; I ducked through hedges
To a coarse croaking that I had not heard
Before. The air was thick with a bass chorus.
Right down the dam gross-bellied frogs were cocked
On sods; their loose necks pulsed like sails. Some hopped:
The slap and plop were obscene threats. Some sat
Poised like mud grenades, their blunt heads farting.
I sickened, turned, and ran. The great slime kings
Were gathered there for vengeance and I knew
That if I dipped my hand the spawn would clutch it.

 

 

 

Postscript

 

And some time make the time to drive out west
Into County Clare, along the Flaggy Shore,
In September or October, when the wind
And the light are working off each other
So that the ocean on one side is wild
With foam and glitter, and inland among stones
The surface of a slate-grey lake is lit
By the earthed lightening of flock of swans,
Their feathers roughed and ruffling, white on white,
Their fully-grown headstrong-looking heads
Tucked or cresting or busy underwater.
Useless to think you’ll park or capture it
More thoroughly. You are neither here nor there,
A hurry through which known and strange things pass
As big soft buffetings come at the car sideways
And catch the heart off guard and blow it open

 

 

 

 

Seamus Heaney (13 april 1939 – 30 augustus 2013)

In Memoriam Michel van der Plas

In Memoriam Michel van der Plas

De Nederlandse schrijver en dichter Michel van der Plas is zondagochtend op 85-jarige leeftijd overleden. Michel van der Plas werd geboren op 23 oktober 1927 in Den Haag. Zie ook mijn blog van 23 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Michel van der Plas op dit blog.

Vader en zoon

Vader. Waarom als iemand dat woord zegt
kijk ik nog steeds vooruit, niet achter mij?
ben ik niet, zoek ik? Het is toch voorbij?
jij bent toch in de regen weggelegd?

Wat verwacht ik dan: je hand op mijn hoofd?
Waar zou ik moeten komen? ben je daar
nog wel, warm woord? Of hebben ze je naar
het huis gebracht waarin je hebt geloofd?

Als ik het hoor is het of ik zelf riep.
Ik moet al antwoord geven en ik ken
nauwelijks de vraag die ik nog altijd ben

Ja, zeg ik, en kijk om. De nacht is diep.
Ik weet opeens waarvoor je hebt geleefd:
ik draag de naam van wie de dood doorgeeft.

 

 

School der liefde

Woorden van geluk zijn moeilijk, ze zijn
klank, wartaal, aaas en jijs en toedan, alles
of niets. Het lekken van vuur; een gordijn
in de wind. Ze zijn eigenlijk maar ballast.

Want we zeggen geluk niet, we doen het.
Dieren hebben alleen maar hun lichamen;
snuiven, stampvoeten, hoeden warmte met
warmte. Het leeft en trilt, het heeft geen namen.

Hoeveel gemakkelijker vindt verdriet
woorden. Dat is de wereld van de mensen:
ze huilen en ze ballen vuisten en ze
vullen bladzijden, maar ze sterven niet.
Sterven hoorde alleen waar leven hoorde:
bij geluk; en dat was teveel voor woorden.

 

Een nieuw lied

Een nieuw lied voor de Heer die de vogeltjes schiep
En hun wijzen van iedere dag
Die de treurwilg tot eindeloos treuren riep
En de vrouw tot haar eeuwige lach

Een nieuw lied voor de Heer die de goudvissen goud
En de roodborstjes rood heeft gemaakt
Die de golven der zee, en de bladeren van ’t woud
Met zijn vinger heeft aangeraakt
Die de kolibrie schiep, en de adelaar schiep
Het viooltje en de orchidee
Die de schelpen en zwaardvissen liet in het diep
Van dezelfde bedelvende zee
Die zijn adem laat gaan langs het slapende land
Tot het wenend van weelde ontwaakt
Die de dauwdroppen droogt met zijn heilige hand
En de zon tot zijn heilgenoot maakt

Een nieuw lied voor de Heer die het meer en de lucht
En de straten vol zonnelicht goot
Die de leeuwerik leidt tot zijn duizelende vlucht
En de vlinder tot vlinderdood

Een nieuw lied voor de Heer die een durend nieuw lied
In de mond van mijn moedertje lei
Die zijn licht in haar zuivere blik achterliet
En haar zei wat zij zeide tot mij

Een nieuw lied voor de Heer die van ieder nieuw lied
Het ontstaan en de maker is
Die het voorzingt in water en woud en in riet
In de steeg en de vensternis

Een nieuw lied voor de Heer, voor de Heer
Die accoorden en woorden ingeeft
Aan de dichter de vrouw en het kind, o en meer
dan aan weerklank en stem in hem leeft
En zijn naam zij gezegend de eeuwigheid lang
Zij gezegend de naam van de Heer
Van de opgang der zon, tot haar ondergang
zij gezegend de naam van de heer
die de sneeuwvlokken zendt als de wolkige wol
en de rijm als verdwarrelende as
Als hij spreekt lopen alle stuwmeren vol
En alles smelt wat bevroren was
O gij wateren looft en gij landstreken looft
En gij vogeltjes looft onze Heer
En gij vuurtongen looft, en gij dauwdroppen looft
Alle boomtoppen looft onze Heer

Een nieuw lied voor de Heer, met pauk en cymbaal
En bij cither en luit en schalmei
een nieuw lied voor de Heer in uw mond in uw taal
Want wie geeft u die liederen dan hij

 

Michel van der Plas (23 oktober 1927 – 21 juli 2013)

 

In Memoriam Maarten van Roozendaal

In Memoriam Maarten van Roozendaal

De Nederlandse zanger, liedschrijver en theatermaker Maarten van Roozendaal is gisteren op 51-jarige leeftijd overleden. Maarten van Roozendaal werd geboren in Heilo op 3 mei 1962.

Lied

Straks schrijf ik voor het eerst een lied
Waarvan ik weet, dat jij het nooit zult horen
Geen nood, er gaat niet veel verloren
Ik maak het expres zo mooi maar niet

Dit wezenloos waarom en hoe
Er valt niet zoveel te vertellen
Wanneer de dingen echt gaan tellen
Waar ligt de zin, wat is de clou

Maar als ik iets moois proberen zou
Vroeg ik je eerst of alle woorden kloppen
En pas als jij ja zegt, zou ik stoppen
En zing ik het alleen voor jou…

 

Ritueel

Ik houdt het kleine ritueel in ere,
opdat jij elk moment terug kunt keren
Iedere dag, wanneer het avond wordt, maak ik de tafel klaar
Een extra bord, bestek, je eigen stoel
Een kaars een glas alsof je enkel opgehouden was

Ik hoor, hoe kon ik denken dat hetgene
Waardoor ik ben voor altijd was verdwenen
Ik hoor alsof de woning nog bestond
Het grind, de klink het aanslaan van de hond
En jij komt binnen op het ogenblik
Dat ik de lamp ontsteek de bloemen schik

Ik hoop alleen dat ik dan rustig blijf
En haast niet opschiet van mijn stil bedrijf
De woorden vind als was het vanzelfsprekend
Schuif aan, tast toe, er is op je gerekend…

Maarten van Roozendaal(3 mei 1962 – 1 juli 2013)

 

In Memoriam Elis Juliana

In Memoriam Elis Juliana

De Curaçaose dichter, auteur, kunstenaar en onderzoeker Elis Juliana is op 23 juni overleden. Dat is door zijn familie bekendgemaakt. Hij is 85 jaar geworden. Juliana behoort met Luis Daal en Pierre Lauffer tot de ‘Grote Drie’ van de Antilliaanse dichtkunst in het Papiaments. Zie ook alle tags voor Elis Juliana op dit blog.

 

Hé Patu (fragment)

Hé Patu ta yanga.
Hé Patu ta rondia
Hun tiki kuminda
Pa su muchanan.

Hé P’akí, hé p’ayá
Hé P’akí, hé p’ayá.

 

Waggeleend (fragment)

Het eendje dat waggelt,
Het eendje dat scharrelt
Op zoek naar wat voer
Voor haar jongen:

Hóp naar links! Hóp naar rechts!
Hóp naar links! Hóp naar rechts!

 

Vertaald door Fred de Haas

 

Zwarte engelen

Rustend in moeders schoot vroeg het kind:
Mamita, zijn er zwarte engelen ook?
En wat kon de moeder anders zeggen dan:
Slaap mijn kind, slaap zacht.

 

Vertaald door Frank Martinus Arion

 

Elis Juliana (8 augustus 1927 – 23 juni 2013)

 

In Memoriam Walter Jens

 

In Memoriam Walter Jens

 

De Duitse schrijver, classicus, literair historicus, criticus en vertaler Walter Jens is gisteren op 90-jarige leeftijd overleden. Walter Jens werd geboren op 8 maart 1923 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Walter Jens op dit blog.

Uit: Katias Mutter (Samen met Inge Jens)

„Es war mit Sicherheit eine der interessantesten – man könnte auch sagen: kuriosesten – Familien der preußischen Metropole, in die Hedwig Pringsheim am 13. Juli 1855 hineingeboren wurde. Ihr Vater, Ernst Dohm, Spross einer armen jüdischen Familie, war bereits als Kind getauft und von einer frommen Mutter sowie einer pietistischen Gönnerin zum Theologen bestimmt worden. Nach erfolgreich absolvierten Examenspredigten hatte er jedoch Talar und Beffchen an den Nagel gehängt und sich als Hauslehrer und Übersetzer durchgeschlagen, ehe er 1848 mit der Gründung der politisch-satirischen Zeitschrift  Kladderadatsch endgültig ins literarisch-journalistische Genre wechselte. Sein profundes Wissen, sein ebenso stil- wie treffsicherer Witz und seine unterhaltlichen Fähigkeiten sowie eine offenbar beachtliche poetische Begabung verhalfen ihm schnell zu Ansehen und Beliebtheit.

Auch Hedwigs Mutter, deren Vornamen das Neugeborene erhielt, hatte in ihrer Ehe begonnen, sich als Schriftstellerin zu profilieren. Sie schrieb Novellen, Dramen und Gedichte, später auch Romane. Vor allem aber zog sie in öffentlichen Stellungnahmen und Essays gegen die These von der angeblich naturgegebenen Ungleichheit von Männern und Frauen zu Felde und wurde in den späten sechziger und siebziger Jahren, nachdem sie vier Kinder großgezogen hatte, zu einer der bekanntesten Kämpferinnen für die Zulassung der Frau zu allen berufsqualifizierenden Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten.

«Kämpferin»? Zumindest Hedwig, die älteste ihrer vier Töchter, sah die Mutter anders: «Schön war sie und reizend; klein und zierlich von Gestalt, mit großen, grünlich-braunen Augen und schwarzen Haaren, die sie auf Jugendbildnissen noch in schlichten Scheiteln aufgesteckt trug, später aber abgeschnitten hatte, und die dann halblang und gewellt ihr wunderbares Gesicht umrahmten.Zart war sie, schüchtern, empfindsam, ängstlich. Wer sie nur aus ihren Kampfschriften kannte und ein Mannweib zu finden erwartete, wollte seinen Augen nicht trauen, wenn ihm das holde, liebliche und zaghafte kleine Wesen entgegentrat. Aber ein Gott hat ihr gegeben, zu sagen, was sie gelitten, was sie in Zukunft ihren Geschlechts-Schwestern ersparen wollte.»

 

Walter Jens (8 maart 1923 – 9 juni 2013)

 

In Memoriam Iain Banks

In Memoriam Iain Banks

 

De Schotse schrijver Iain Banks is op 59-jarige leeftijd overleden. Dat heeft de BBC gisteren gemeld.  Iain Menzies Banks werd geboren op 16 februari 1954 in Dunfermline, Schotland. Zie ook alle tags voor Ian Banks op dit blog.

 

Uit: The Wasp Factory

 

But I am educated. While he wasn’t able to resist indulging his rather immature sense of humour by selling me a few dummies, my father couldn’t abide a son of his not being a credit to him in some way; my body was a forlorn hope for any improvement, so only my mind was left. Hence all my lessons. My father is an educated man, and he passed a lot of what he already knew on to me, as well as doing a fair bit of study himself into areas he didn’t know all that much about just so that he could teach me. My father is a doctor of chemistry, or perhaps biochemistry — I’m not sure. He seems to have known enough about ordinary medicine — and perhaps still have had the contacts within the profession — to make sure that I got my inoculations and injections at the correct times in my life, despite my official non-existence as far as the National Health Service is concerned.

I think my father used to work in a university for a few years after he graduated, and he might have invented something; he occasionally hints that he gets some sort of royalty from a patent or something, but I suspect the old hippy survives on whatever family wealth the Cauldhames still have secreted away.

The family has been in this part of Scotland for about two hundred years or more, from what I can gather, and we used to own a lot of the land around here. Now all we have is the island, and that’s pretty small, and hardly even an island at low tide. The only other remnant of our glorious past is the name of Porteneil’s hot-spot, a grubby old pub called the Cauldhame Arms where I go sometimes now, though still under age of course, and watch some of the local youths trying to be punk bands. That was where I met and still meet the only person I’d call a friend; Jamie the dwarf, whom I let sit on my shoulders so he can see the bands.

‘Well, I don’t think he’ll get this far. They’ll pick him up,’ my father said again, after a long and brooding silence. He got up to rinse his glass. I hummed to myself, something I always used to do when I wanted to smile or laugh, but thought the better of it. My father looked at me. ‘I’m going to the study. Don’t forget to lock up, all right?’

‘Okey-doke,’ I said, nodding.

‘Goodnight.’

My father left the kitchen. I sat and looked at my trowel, Stoutstroke. Little grains of dry sand stuck to it, so I brushed them off. The study. One of my few remaining unsatisfied ambitions is to get into the old man’s study. The cellar I have at least seen, and been in occasionally; I know all the rooms on the ground floor and the second; the loft is my domain entirely and home of the Wasp Factory, no less; but that one room on the first floor I don’t know, I have never even seen inside.”

 

 

 

Iain Banks (16 februari 1954 – 9 juni 2013)

In Memoriam Sarah Kirsch

In Memoriam Sarah Kirsch

De Deutsche Verlags-Anstalt maakte vandaag bekend dat de Duitse schrijfster en dichteres Sarah Kirsch  op 5 mei op 78-jarige leeftijd is overleden. Sarah Kirsch (eig. Ingrid Hella Irmelinde Kirsch) werd geboren op 16 april 1935 in Limlingerode. Zie ook alle tags voor Sarah Kirsch op dit blog.

 

 Luft und Wasser

Aus dem Sumpfland fliegt mir die Eule
Auf breiten Flügeln über den Strom
Ihre Federn berühren das Wasser
Das sich nun teilte ich sah
Meiner Schwester Gesicht höre den Wind
Schilfhalme leichter bewegen und Wolken
Ziehen auf die Nacht zu verkünden.

Viel wehes Geräusch vom anderen weiteren
Ufer die grauen Reiher verneigen sich
Auf toten Bäumen eh sie noch schlafen.
Es ist spät ich kehre hinter Türen zurück.
Der Teekessel brummt auf dem Feuer
Und verkleidete Könige reiten draußen
Auf herrlichen Pferden vorüber.

 

Großer Stern

Die versunkenen verwachsenen
Feldherren in ihren Sträuchern
Recken gebieterisch Hand und Degen
Bevor der Turm mit der silbernen Kugel
Sich mächtig ins Bild schiebt
Von Zeit zu Zeit seh ich ihn gern
Doch als er sein strenges Licht
Mir jeden Abend über den Tisch goss
Die zivilen Herren und Steckbriefträger
Vor meiner Tür und im Fahrstuhl standen
Hätte ich dieses Potenzminarett
Gern in den Himmel gesprengt.

 

Der Himmel schuppt sich

Ach, Schnee, sag ich, hier siehst du Eine vor dir
die kalte Füße hat und es satt, hilf Winter-Uhr
Gleichmacher, weißer Fliegentanz, kommst
auf Gerechte und Ungerechte Jahr für Jahr

Schnei ihn ein, Schnee, fall aus allen Wolken
bring Nacht, Mauern aus Eis, teil
deine Flocken ohn Unterlaß, roll ihn in Hochlandlawinen
Er hat was nicht schlägt als Herz in der Brust

Hat schöne gläserne Augen, mit denen sieht er nicht
Hat zwei Ohren, mit denen hört er nicht
Hat einen Mund den kenn ich nicht

Du Schnee, weiße Federtiere, Reimwort auf Weh
du bist Lava, kochender Stahl verglichen mit ihm
Tau ihn auf. Er magert mich ab

 

Sarah Kirsch (16 april 1935 – 5 mei 2013)