Friedrich Hölderlin, Katharina Hartwell, Jens Petersen, David Malouf, Benoît Duteurtre,Touré, Gerard Malanga

De Duitse dichter en schrijver Johann Christian Friedrich Hölderlin werd geboren op 20 maart 1770 in Lauffen am Neckar in het Hertogdom Württemberg. Zie ook alle tags voor Friedrich Hölderlin op dit blog.

Uit: Hyperion

„Hyperion an Bellarmin
Ich habe nichts, wovon ich sagen möchte, es sei mein eigen.
Fern und tot sind meine Geliebten, und ich vernehme durch keine Stimme von ihnen nichts mehr.
Mein Geschäft auf Erden ist aus. Ich bin voll Willens an die Arbeit gegangen, habe geblutet darüber, und die Welt um keinen Pfenning reicher gemacht.
Ruhmlos und einsam kehr ich zurück und wandre durch mein Vaterland, das, wie ein Totengarten, weit umher liegt, und mich erwartet vielleicht das Messer des Jägers, der uns Griechen, wie das Wild des Waldes, sich zur Lust hält.
Aber du scheinst noch, Sonne des Himmels! Du grünst noch, heilige Erde! Noch rauschen die Ströme ins Meer, und schattige Bäume säuseln im Mittag. Der Wonnegesang des Frühlings singt meine sterblichen Gedanken in Schlaf. Die Fülle der allebendigen Welt ernährt und sättiget mit Trunkenheit mein darbend Wesen.
O selige Natur! Ich weiß nicht, wie mir geschiehet, wenn ich mein Auge erhebe vor deiner Schöne, aber alle Lust des Himmels ist in den Tränen, die ich weine vor dir, der Geliebte vor der Geliebten.
Mein ganzes Wesen verstummt und lauscht, wenn die zarte Welle der Luft mir um die Brust spielt. Verloren ins weite Blau, blick ich oft hinauf an den Aether und hinein ins heilige Meer, und mir ist, als öffnet’ ein verwandter Geist mir die Arme, als löste der Schmerz der Einsamkeit sich auf ins Leben der Gottheit.
Eines zu sein mit Allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel des Menschen.
Eines zu sein mit Allem, was lebt, in seliger Selbstvergessenheit wiederzukehren ins All der Natur, das ist der Gipfel der Gedanken und Freuden, das ist die heilige Bergeshöhe, der Ort der ewigen Ruhe, wo der Mittag seine Schwüle und der Donner seine Stimme verliert und das kochende Meer der Woge des Kornfelds gleicht.
Eines zu sein mit Allem, was lebt! Mit diesem Worte legt die Tugend den zürnenden Harnisch, der Geist des Menschen den Zepter weg, und alle Gedanken schwinden vor dem Bilde der ewigeinigen Welt, wie die Regeln des ringenden Künstlers vor seiner Urania, und das eherne Schicksal entsagt der Herrschaft, und aus dem Bunde der Wesen schwindet der Tod, und Unzertrennlichkeit und ewige Jugend beseliget, verschönert die Welt.“

 
Friedrich Hölderlin (20 maart 1770 – 7 juni 1843)
Gedenkplaat aan Hölderlins toren in Tübingen (detail)

 

De Duitse schrijfster Katharina Hartwell werd geboren op 20 maart 1984 in Keulen. Zie ook alle tags voor Katharina Hartwell op dit blog.

Uit: Über Iva

„Iva gibt viel auf ihr Haar. Spielt gerne damit, trägt es zur Schau und schönes Haar ist es. Flechten kann sie es, und hochbinden. Kunst liegt in diesem Haar.
Jasper macht Gesichter, wenn sie mit dem Haar spielt. Rollt die Augen, wenn sie redet über Kant (über den sie doch nichts weiß, Jasper aber schon, still Iva!). Ich helfe ihr bei den Hausarbeiten. Bist ja doch für was gut, entdeckt sie. Wir sitzen in der Küche, nimmt mich nicht gerne mit in ihr Zimmer, was sollen wir da?, und außerdem kann man nur auf dem Bett sitzen, das muss nicht sein, mit mir zusammen auf einem Bett sitzen. Da stimme ich ihr zu.
In der Küche ist es kalt, ist das Fenster immer offen, denn Jasper raucht, das kann Iva nicht leiden, den Geruch, den Gestank, sagt sie: Irgendwann hast du ganz gelbe Fingernägel und Zähne, warte mal ab. Da lacht Jasper, der gibt nicht viel auf Fingernägel, nicht viel auf weiße Zähne. Und wenn? Lehnt am Fenster, Zigarette in der Hand. Isst nie, Jasper, geht in die Küche zum Rauchen nur und vielleicht, uns dabei zuzusehen, wie wir sitzen, über Kant reden. Beobachtet wie: Iva mir zuhört, so tut vielleicht oder tatsächlich, sich konzentrieren muss, in erster Linie aber auf das Haar und was man damit machen kann, während ich das sage: Transzendenz.
Blabla, sagt Iva. Lacht. Spielt mit dem Haar.
Da schaue ich nicht hin; merkt sie nicht, dass ich nicht auf das Haar sehe, sondern hindurch? Vorbei an: Goldsträhnen, wie stolz man darauf sein kann, wer braucht Kant, der solches Haar hat? Hinter dem Haar: Jasper im Fensterrahmen, Rauch gemacht aus: Jasper.“

 
Katharina Hartwell (Keulen, 20 maart 1984)

 

De Duitse schrijver en arts Jens Petersen werd geboren op 20 maart 1976 in Pinneberg. Zie alle tags voor Jens Petersen op dit blog.

Uit: Bis dass der Tod

„Nana kauert auf der Matratze und starrt an die nackte Wand. Sie klopft mit dem Zeigefinger gegen den Rahmen des alten Bettes, ein Metronom aus Adern und Sehnen, hautbespannt.
Hier ist Kaffee.
Ein schwaches Blinzeln.
Ich tu dir Zucker rein.
Er setzt sich auf den Rand der Matratze und betrachtet sie, wischt ihr schließlich mit dem Zipfel der Bettdecke über den Mund und legte ihr die Tabletten nacheinander auf die Zunge. Er beugt sich ein Stück vor und küsst ihre matten Augenlider. Sie blinzelt und schmatzt; er führt die schmutzige Tasse an ihre Lippen und sieht zu, wie ihr der Kaffee übers Kinn rinnt und auf der Decke fein verästelte Flecken hinterlässt. Die Musik spielt weiter; Mendelssohn-Bartholdy, denkt Alex. Früher mochte er Mendelssohn nicht. Heute ist er froh, dass Mendelssohn diese Leere füllt.
Draußen ist wieder der Hund.
Ein Blinzeln.
Ich glaube nicht, sagt er, dass er jemandem gehört. Ich glaube, der Hund ist allein.
Ein dreifaches Blinzeln.
Ist gut, sagt Alex. Wenn er irgendwann wiederkommt, holen wir ihn rein.
Auf dem Tisch steht noch der Teller von ihrem Geburtstag, Weißbrot mit geräuchertem Fisch und ein paar Blättern Kopfsalat. Alex will nichts mehr davon essen. Nana kann nicht. Für den Hund, denkt Alex; wenn er bloß nicht vergisst, den Teller später, bevor sie fahren, vor die Tür zu stellen. Er sieht einen Fleck auf der Wand und wischt mit seinem Ärmel drüber. Er rückt die Tassen im Schrank zurecht, putzt sich die Nase und nimmt schließlich das zerknüllte Geschenkpapier vom Tisch. Er hat ihr einen Ring geschenkt, wie immer in den vergangenen Jahren.“

 
Jens Petersen (Pinneberg, 20 maart 1976)

 

De Australische schrijver David Malouf werd geboren op 20 maart 1934 in Brisbane. Zie alle tags voor David Malouf op dit blog.

Uit: Johnno

“My father was one the fittest men I have ever known. A great sportsman in his day, boxer, swimmer, amateur footballer, he was still bull-shouldered and hard even at sixty, though a good deal of his muscle had gone to fat. He didn’t drink. He hadn’t smoked since a day during the First War when he’d accepted a bet and thrown a whole packet of Capstans over Victoria Bridge. Except for the occasional cold, he had never had a day’s illness that I could remember. Two weeks before his death he had been examined for a new insurance policy. When the report arrived, on the morning of his funeral, it declared him to be A1 in every respect.
I was out of the country again on study leave, and the telegram announcing his heart attack caught me in the mist of a whole series of muddles that I had simply to leave where they were, all untidy ends, while I got a plane booking, scraped up the money to pay for it, and started back.”
(…)

“Brisbane is so sleepy, so slatternly, so sprawlingly unlovely… It is simply the most ordinary place in the world…It was so shabby and makeshift … a place where poetry could never occur.”
(…)

“Now as I began to sort through his “effects” it occurred to me how little I had really known him … I had forced upon my father the character that fitted most easily with my image of myself; to have had to admit to any complexity in him would have compromised my own.”

 
David Malouf (Brisbane, 20 maart 1934)
Cover

 

De Franse schrijver Benoît Duteurtre werd geboren op 20 maart 1960 in Saint-Adresse nabij le Havre. Zie alle tags voor Benoît Duteurtre op dit blog.

Uit: Just like in the movies (Drôle de temps, vertaald door Ophelia Fadullon Lizot en Luis Antonio Maneru)

“Lionel was thinking that this regionally important person, whom he knew since childhood, must be well versed culturally and must have read the important article on his short film published a month before in the local press. He made it a point to pass back and forth in front of him hoping for a compliment and perhaps reccive an offer to do business together. Turning his head towards Lionel, the M.P. started towards him mockingly and said:
“Hey you, the artist! Is everything OK? Still in music?” and turned again towards the industrialist.
Lionel was offended. Hurt, he poured himself another drink. Yesterday, Paris praised him. He had just won the Monoprix Prize for the best short film, a professional competition financed by this chain of department stores. Today, the province did not even know him: “The artist!” What would France be without artists? Do we talk like this about Renoir, Rivette, Resnais? Lionel, low-spirited, went to a humbler uncle, an ex-priest, who had been converted into a militant for the working class. Together, they had champagne.
For dinner, a marriageable girl was placed to his left. Around the table were other people of his age, in different professions. Fabrice, a distant cousin of the same age was to his right. They started a conversation. As a middle manager of a computer firm, Fabrice expounded on his job before discussing Lionel’s.
“You’re still in films?”
Why, “still”? Lionel interpreted this word to be a conscious wish for that to cease; an involuntary appeal expressed by his family. His pride hurt a second time, he forced himself to explain that not only was he still in movies, but to top it all, he was a man seen around Paris, a friend of several stars, whose names he dropped. He had even recently won the Monoprix prize. Fabrice smiled:
“Great! How much did it bring you?”

 
Benoît Duteurtre (Saint-Adresse, 20 maart 1960)

 

De Afrikaans-Amerikaanse schrijver, journalist en cultuurcriticus Touré werd geboren op 20 maart 1971 in Milton, Massachusetts. Zie alle tags voor Touré op dit blog.

Uit: The Portable Promised Land: Stories

“It was essential to ride down Freedom Ave in a pack on a Soul City Sunday afternoon because on a Soul City Sunday afternoon Freedom Ave was awash in music. Everyone in Soul City was devout, but not everyone was a Stevie-ite. At last count there were at least twenty religions in Soul City besides Stevieism: Milesism, Marleyites, Coltranity, the Sly Stonish, the Ellingtonians, Michael Jacksonism, Wu-Tangity, Princian, Rakimism, Mingusity, Nina Simonian, P-Funkist, James Brownism, Billie Holidayites, Monkist, Hendrixity, the Jiggas, the Arethites, Satchmoian, Barry Whiters, and Gayeity. Soul City was a place where God entered through the speakers and love was measured in decibels.
So Huggy Bear smoothed down Freedom Ave looking for his crew. He passed Hype Jackson, DJ Cucumber Slice, and Reverend Hallelujah Jones, passed the barbershop, the rib shack, the Phat Farm, the Roscoe’s House of Chicken and Waffles, the Baptist church, the weave spot, the Drive-Thru Liquor Store, passed Cadillac Jackson talking to Dr. Noble Truette, chief planner and architect of Soul City, and passed Fulcrum Negro’s Certified Authentic Negrified Artifacts, a strange little shop, more like an open closet really, filled with his unique antiques: a pair of Bojangles dancin shoes, a guitar played by Robert Johnson, a sax that belonged to Bird, some of Jacob Lawrence’s paintbrushes, Sugar Ray Robinson’s gloves, a Richard Pryor crack pipe, and all sorts of things from slavery, including actual chains, whips, and mouth bits, as well as Harriet Tubman’s running shoes, Frederick Douglass’s comb, and Nat Turner’s Bible. Purportedly, the stuff had magic residue left over by the Gods who’d handled them, but no one ever found out because Fulcrum Negro refused to sell anything to anyone, even if they had more than ample money.”

 
Touré (Milton, 20 maart 1971)
Cover 

 

De Amerikaanse dichter en fotograaf Gerard Joseph Malanga werd geboren op 20 maart 1943 in New York.Zie alle tags voor Gerard Malanga op dit blog.

Alphonse de Lamartine returns to the family house after more than two decades

Gone are the sounds of the passing landaus
the barn cats the cypress allée gently swaying at noon
the open French windows the gossamer branches the sky never more blue
So too the dog days with even the faintest of flickers
the fillies making their way to the barn as twilight descended
those clear and mild evenings
the drawing-room filled with the chatter of friends
the quick bedtime embrace the kiss on the forehead
a field of tall grass caught by a breeze in seclusion
those nights alone in the kitchen
those long-ago rides into autumn.

 
Gerard Malanga (New York, 20 maart 1943)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 20e maart ook mijn blog van 20 maart 2011 deel 2 en eveneens deel 3.