Júlio César de Mello e Souza, Gaston Leroux, Marie-Aude Murail, Erik Bindervoet, Paul Alverdes

 

De Braziliaanse schrijver Júlio César de Mello e Souza werd geboren op 6 mei 1895 in Rio de Janeiro. Zie ook alle tags voor Júlio César de Mello e Souza op dit blog.

 

Uit: Beremís’ Welt (Vertaald door Elfriede Kirchner)

 

„Dem zweiten Erben, sagte er: “Dir, Hammed Namir, stand ein Drittel der 35, nämlich etwas über elf Kamele zu. Statt dessen bekommst du zwölf; dagegen kannst du keinen Einspruch erheben, weil auch du dabei einen sichtbaren Gewinn gemacht hast.” Dem jüngsten der drei Brüder sagte er schließlich:
“Und du, Jüngling Harim Namir, dem letzten Willen deines Vaters gemäß solltest du ein Neuntel von 35 bekommen, etwas über drei also. Nun wirst du aber ein Neuntel der 36, nämlich vier Kamele erhalten. Dein Gewinn ist ebenso überzeugend! Für solch ein Ergebnis kannst du dich bei mir nur bedanken!” Darauf schloss Beremis in seiner bedächtigen und sicheren Art: “Gemäß dieser vorteilhaften Aufteilung der Kamele unter die Brüder Namir, die jedem der drei einen Gewinn eingebracht hat, sind achtzehn Kamele dem Ersten, zwölf dem Zweiten und vier dem Dritten zugeteilt worden, was 18 + 12 + 4 = 34 Kamele ergibt. Von den 36 bleiben also zwei übrig. Eines davon, wie ihr wohl wisst, gehört dem Bagdali, meinem Freund und Gefährten; das andere gehört billigerweise mir, weil ich euer Problem mit der Erbschaft zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst habe.”

 

 


Júlio César de Mello e Souza (6 mei 1895 – 18 juni 1974)

 

Lees verder “Júlio César de Mello e Souza, Gaston Leroux, Marie-Aude Murail, Erik Bindervoet, Paul Alverdes”

Miklós Radnóti, Petra Else Jekel, Morton Rhue, Hans Werner Kolben, Christopher Morley, George Albert Aurier

De Hongaarse dichter en schrijver Miklós Radnóti werd geboren op 5 mei 1909 in Boedapest. Zie ook alle tags voor Miklós Radnóti op dit blog.

 

Postcard 1

 

Out of Bulgaria, the great wild roar of the artillery thunders,

resounds on the mountain ridges, rebounds, then ebbs into silence

while here men, beasts, wagons and imagination all steadily increase;

the road whinnies and bucks, neighing; the maned sky gallops;

and you are eternally with me, love, amid all the chaos,

glowing within my conscience — incandescent, intense.

Somewhere within me, dear, you abide forever —

still, motionless, silent, like an angel stunned to complacence by death

or an insect inhabiting the heart of a rotting tree.

 

 

Postcard 4

 

I fell beside him — his body taut,

tight as a string just before it snaps,

shot in the back of the head.

“This is how you’ll end too; just lie quietly here,”

I whispered to myself, patience blossoming into death.

“Der springt noch auf,” the voice above me said

through caked mud and blood congealing in my ear.

 

 

Vertaald door Michael R. Burch

 


Miklós Radnóti
(5 mei 1909 – 9 november 1944)

Standbeeld in Boedapest

 

Lees verder “Miklós Radnóti, Petra Else Jekel, Morton Rhue, Hans Werner Kolben, Christopher Morley, George Albert Aurier”

Henryk Sienkiewicz, Richard Watson Dixon, Christian Friedrich Scherenberg, Wouter Steyaert, Catullus

De Poolse schrijver en journalist Henryk Sienkiewicz werd geboren in Wola Okrzejska op 5 mei 1846. Zie ook alle tags voor Henryk Sienkiewicz op dit blog.

 

Uit: Quo Vadis? (Vertaald door Paul Seliger)

 

“Nach jenem Gastmahl also, bei dem er, der Narrenpossen des Vatinius müde, mit Nero, Lucan und Seneca über das Thema disputiert hatte, ob das Weib eine Seele besitze, war er spät

aufgestanden und erfrischte sich nun wie gewöhnlich in seinen Bädern. Zwei hünenhafte Balneatoren legten ihn gerade auf einen Tisch aus Zypressenholz, der mit schneeweißem ägyptischen Byssus bedeckt war, und begannen mit ihren in wohlriechendes Olivenöl getauchten Händen seinen schöngeformten Leib zu massieren, während er mit geschlossenen Augen wartete, bis die Wärme des Laconicums und die ihrer Hände in ihn eindrang und alle Mattigkeit vertrieb.

Doch nach einer Weile bekam er Lust zu reden. Er schlug die Augen auf und erkundigte sich zuerst nach dem Wetter, dann nach den Gemmen, die der Juwelier Idomeneus ihm zur Ansicht zu schicken versprochen hatte. Er erfuhr, das Wetter sei prächtig, ein sanfter Wind wehe von den Albaner Bergen

her und die Gemmen seien noch nicht eingetroffen. Petronius schloß abermals die Augen und befahl, ihn ins Tepidarium zu bringen, als plötzlich der Kopf des Nomenclators hinter dem Vorhang auftauchte und ihm meldete, daß der junge Marcus Vinicius, der gerade aus Kleinasien zurückgekehrt war, ihm

einen Besuch abstatten wolle. Petronius befahl, den Gast ins Tepidarium zu führen, wohin er sich auch selbst begab. Vinicius war der Sohn seiner älteren Schwester, die sich vor Jahren mit Marcus Vinicius, einem Konsular aus der Zeit des Tiberius, vermählt hatte. Der Jüngling hatte soeben unter Corbulo im Kampf gegen die Parther gedient und kam nun, da der Krieg fürs erste beendet war, nach Rom zurück. Petronius empfand eine gewisse, an Zuneigung grenzende Schwäche für ihn, denn Marcus war ein schöner und athletischer Mann, der es verstand, in seinen Ausschweifungen ein ästhetisches Maß zu halten, was Petronius überaus schätzte.”

 

 

Henryk Sienkiewicz (5 mei 1846 – 15 november 1916)

Buste in de kerk “Domine Quo Vadis?” aan de Via Appia Antica in Rome

Lees verder “Henryk Sienkiewicz, Richard Watson Dixon, Christian Friedrich Scherenberg, Wouter Steyaert, Catullus”

Amos Oz, Christiaan Weijts, Monika van Paemel, Graham Swift

De Israëlische schrijver Amos Oz, (eig. Amos Klausner) werd geboren in Jeruzalem op 4 mei 1939. Zie ook alle tags voor Amos Oz op dit blog.

 

Uit: Eine wahre Geschichte über Liebe und Abenteuer (Vertaald door Mirjam Pressler)

 

“Am Schabbat vormittag, hieß es, würden alle Delegierten der Vollversammlung an einem Ort namens Lake Success zusammenkommen und über unser Schicksal entscheiden: “Wem Leben und wem Untergang beschieden ist!” sagte Herr Abramsky. Frau Tosia Krochmal holte unterdessen die Verlängerungsschnur der elektrischen Nähmaschine aus der Puppenklinik ihres Mannes, damit die Lembergs ihr schweres schwarzes Rundfunkgerät hinaustragen und auf den Balkontisch stellen konnten. (Es war das einzige Radiogerät in der Amos-Straße, wenn nicht das einzige in ganz Kerem Avraham.) Dort, auf dem Balkon der Lembergs, würde man das Gerät auf volle Lautstärke drehen, und wir alle würden uns versammeln – bei den Lembergs, im Hof, auf der Straße, auf dem Balkon der Wohnung über ihnen und den Balkonen gegenüber, und so könnte die ganze Straße die “laufende Sendung” mithören (so nannte man damals auf hebräisch die Direktübertragung), damit wir erführen, wie die Entscheidung ausfiele und was die Zukunft für uns bereithielte (“wenn es nach diesem Schabbat überhaupt noch eine Zukunft gibt”).

“Lake Success”, sagte Vater, “bedeutet übersetzt ‘See des Erfolgs’, das heißt, es ist das Gegenteil von dem Tränenmeer, das für Bialik das Schicksal unseres Volkes symbolisiert. Und Eurer Hoheit”, fügte er hinzu, “werden wir diesmal entschieden erlauben, an dem Ereignis teilzunehmen, im Rahmen der neuen Position von Eurer Hoheit als Zeitungsleser par excellence und als militärischer und politischer Kommentator.”

Mutter sagte: “Ja, aber mit Pullover. Es ist schon kalt.”

Doch am Schabbat morgen stellten wir fest, daß die schicksalsentscheidende Beratung, die in Lake Success für nachmittags anberaumt war, bei uns erst am Schabbatausgang beginnen würde, wegen des Zeitunterschieds zwischen New York und Jerusalem. Oder vielleicht auch, weil Jerusalem ein so entlegener Ort war, fernab der großen Welt, hinter den Bergen und in weiter Ferne, so daß alles, was in der großen Welt geschah, zu uns immer nur als schwacher Widerhall drang, als blasses Echo eines Echos, und selbst das immer mit erheblicher Verspätung. Die Abstimmung, so rechnete man bei uns aus, würde nach Jerusalemer Zeit erst sehr spät stattfinden, kurz vor Mitternacht, zu einer Uhrzeit, an der dieser Junge längst im Bett sein müsse, denn auch morgen müsse man ja aufstehen und zur Schule gehen.”

 

 

 

Amos Oz (Jeruzalem, 4 mei 1939)

Een jonge Amos Oz 

 

Lees verder “Amos Oz, Christiaan Weijts, Monika van Paemel, Graham Swift”

David Guterson, Werner Fritsch, Jan Mulder, Olia Lialina, Ishita Bhaduri

De Amerikaanse dichter en schrijver David Guterson werd geboren op 4 mei 1956 in Seattle. Zie ook alle tags voor David Guterson op dit blog.

 

Uit: The Other

 

“John William had a Chevrolet Impala with cream paint and a vinyl top. His parents bought it new in ’67 and drove it for five years before handing him the keys, and it was this Impala that we used, as frequently as we could, to light out for the territories — to light out with all the subtext of escape implied by that phrase from Huck Finn. Before we were nineteen, we had already climbed Mount Saint Helens (before it famously blew), Mount Rainier, Mount Baker, and Mount Adams — in short, we were mountaineers at an early and reckless age. We’d hiked beside the ocean from Point of the Arches to the Quillayute Needles, and we’d seen the Pickets in the North Cascades, and the range above the Hoh now known as the Valhallas but back then still called the Pleiades. That Impala served us well. Once, near Yellow Bluff, on State Route 109, along the coast, John William pulled over to face the breaking waves and told me that here, where we were now sitting, looking at the ocean on a summer afternoon, something had happened which he remembered in detail from five years earlier — from the year when his mother, Ginnie Barry, landed in a psych ward.

In the spring John William was telling me about — the spring of ’67 — she’d become obsessed with Ralph Nader’s “Unsafe at Any Speed” and wouldn’t eat in restaurants because of DDT and BHC. She kept a copy of New and Nonofficial Drugs on her bedside table and became an expert on adrenal glands. She was forty-six, and she’d lost weight to the point where her blouses and jackets hung from her prominent clavicles like sheets. She stayed in bed a lot, with her face sandwiched between fat pillows, worrying, she told John William, that the prevailing winds had driven nuclear radiation toward Seattle from H-bomb test islands in the South Pacific.”

 

 

David Guterson (Seattle, 4 mei 1956)

Lees verder “David Guterson, Werner Fritsch, Jan Mulder, Olia Lialina, Ishita Bhaduri”

Gerlind Reinshagen, Jacques Lanzmann, Maxence Van der Meersch, Wilhelm Lehmann

De Duitse schrijfster Gerlind Reinshagen werd geboren op 4 mei 1926 in Königsberg. Zie ook alle tags voor Gerlind Reinshagen op dit blog.

 

Uit: Sonntagskinder

 

Am Fenster. Lona strickt, von Zeit zu Zeit hinaussehend. Elsie schleicht sich an, hält ihr die Augen zu.
Elsie
Jetzt geht er vorbei, und du kannst ihn nicht sehn!
Lona
Zu spät, Elsie, er ist gerade durch.
Elsie
Und wenn er plötzlich umdreht und zurückkommt!
Lona
Das liegt ihm nicht. Er geht ums Carrée, wie immer. Also spar dir die Mühe. Ich würd’s auch spüren, irgendwie magnetisch, wenn er käme …
Elsie
Tatsächlich! Da kommt er zurück und starrt uns ins Fenster. Gleich wird es springen!
Lona
reißt Elsies Hände von den Augen: Was? Wirklich? Enttäuscht. Ach, es ist bloß der General!
Elsie
General Belius mit Frau Anna-Sophie. Ich nenn sie »Maria-Theresia«! t,t,t! Der Vater sagt, er hätt das Pulver nicht erfunden, aber sie dafür das Kinderkriegen.
Lona
Ich finde, er hat wunderbare blaue Augen.
Elsie
schlägt ihr Geschichtsbuch auf: Er hat was von Moltke … meinst du nicht?
Lona
zeigt hinaus, schreit: Almuth! Almuth mit Pelzkragen! Mitten im Sommer!
Elsie
Ich würd gern wissen, ob eventuell die gleichen Menschen
(17)
immer wiederkommen, Lona, alle die von früher … nur in anderen Kleidern …
Lona
Ich hab immer gedacht, sie schnappt nochmal über, die Almuth, und mitten im Sommer!!
Elsie
Die Inder sagen, daß man immer wiederkommt, in allen möglichen Gestalten, was glaubst du, Lona? Hörst du mir zu? Lona, du bist ja ganz rot geworden! Sie sieht auf die Straße. Ah, der Herzallerliebste, Herbert Nickel! Sie blättert wieder in ihrem Buch, hält es Lona vor die Nase. Der kleine Bonaparte!“

 

 

Gerlind Reinshagen (Königsberg, 4 mei 1926)

 

Lees verder “Gerlind Reinshagen, Jacques Lanzmann, Maxence Van der Meersch, Wilhelm Lehmann”

Jehuda Amichai, Erik Lindner, Ben Elton, Johan de Boose

De Duits-Israëlische dichter en schrijver Jehuda Amichai werd op 3 mei 1924 geboren in Würzburg. Zie ook alle tags voor Jehuda Amichai op dit blog.

 

A Jewish Cemetery In Germany 

 

On a little hill amid fertile fields lies a small cemetery,

a Jewish cemetery behind a rusty gate, hidden by shrubs,

abandoned and forgotten. Neither the sound of prayer

nor the voice of lamentation is heard there

for the dead praise not the Lord.

Only the voices of our children ring out, seeking graves

and cheering

each time they find one–like mushrooms in the forest, like

wild strawberries.

Here’s another grave! There’s the name of my mother’s

mothers, and a name from the last century. And here’s a name,

and there! And as I was about to brush the moss from the name–

Look! an open hand engraved on the tombstone, the grave

of a kohen,

his fingers splayed in a spasm of holiness and blessing,

and here’s a grave concealed by a thicket of berries

that has to be brushed aside like a shock of hair

from the face of a beautiful beloved woman.

 


Vertaald door Chana Bloch en Chana Kronfeld

 

 

Het eeuwige mysterie

 

Het eeuwige mysterie van roeiriemen

die naar achteren slaan, en de boot vaart naar voren,

zo slaan onze handelingen en woorden naar het verleden,

zodat het lichaam, met de mens erin, vooruit beweegt.

Ik zat een keer bij de kapper, in een stoel, vlak aan de straat

en ik zag in de grote spiegel mensen op me af komen,

en opeens waren ze er niet meer, opgeslokt door de leegte

naast de grote spiegel.

 

En het eeuwige mysterie van zonsondergang in zee:

zelfs een natuurkundige, die beter weet, zegt:

kijk, de zon gaat onder in de zee, rood en prachtig.

 

Of het mysterie van woorden als,

‘Ik zou je vader wel kunnen zijn’, of

‘Wat was ik aan het doen, vandaag een jaar geleden?’

en andere dergelijke woorden.

 

 

Vertaald door Tamir Herzberg

 

 

DIR

 

Wie ein Säugling, der sich mit Essen beschmiert,

will ich mich beschmieren mit den Problemen der Welt.

Mein ganzes Gesicht, meine Augenbrauen,

mein Hemd, meine Hosen, das Tischtuch.

Das Kleid meiner Geliebten. Meine Mutter.

Die Berge. Die Himmel. Die Leute.

Die Füße der Engel.

 

 

Vertaald door Lydia en Paulus Böhmer

 

 

Jehuda Amichai (3 mei 1924 – 22 september 2000)

Lees verder “Jehuda Amichai, Erik Lindner, Ben Elton, Johan de Boose”

Jens Wonneberger, Klaus Modick, Tatjana Tolstaja, Agnès Desarthe

De Duitse schrijver Jens Wonneberger werd in Großröhrsdorf geboren op 3 mei 1960. Zie ook alle tags voor Jens Wonneberger op dit blog.

 

Uit:Der Kohlenhändler

 

“Er könne sich keine besseren Briketts vorstellen als seine Lungen, habe der Kohlenhändler einmal gesagt, erinnerte sich eine der Frauen, bei seiner Feuerbestattung, habe der Kohlenhändler gesagt, könne man sich jede Zufeuerung sparen. Es sei völlig unverständlich, dass man den Kohlenhändler beerdigt habe, waren sich die drei Frauen einig, schließlich habe man den Wunsch eines Verstorbenen, also auch des verstorbenen Kohlenhändlers, zu respektieren. Was denn nun werden solle, haben sich die alten Frauen immer wieder gefragt, nun, da der Kohlenhändler tot sei, nie habe man daran gedacht, dass der Kohlenhändler eines Tages tot sein könnte. Schließlich sei er nie krank gewesen, solange man denken könne habe der Kohlenhändler des Kohlenhändlers Aufgabe zur Zufriedenheit aller erfüllt, wie schon vorher der Vater des Kohlenhändlers, ja es sei nicht auszuschließen, erwogen die Frauen, dass der Karren mit den eisenbeschlagenen Rädern sogar schon dessen Vater treue Dienste geleistet habe. Nun aber sei durch den plötzlichen Tod des Kohlenhändlers der gesamte Kohlenhandel von einem Tag auf den anderen zusammengebrochen. Auch als der Sarg endlich in der Grube war sei die Erinnerung an den Kohlenhändler keineswegs erloschen, denn als die Erde auf den Sarg polterte, habe man sich sofort und unweigerlich an das Leeren der Kohlensäcke erinnert gefühlt. Der Kohlenhändler habe die Säcke über der Schütte geleert, der Kohlenhändler habe sich dabei umgesehen und in das Grollen der Kohlen hinein zu den Frauen gesprochen.”

 

 

Jens Wonneberger (Großröhrsdorf, 3 mei 1960)

Lees verder “Jens Wonneberger, Klaus Modick, Tatjana Tolstaja, Agnès Desarthe”

Paul Bogaert, Juan Gelman, Soma Morgenstern, Nélida Piñon, Dodie Smith, Pierre Emmanuel, August von Kotzebue

De Vlaamse dichter en schrijver Paul Bogaert werd geboren in Brussel op 3 mei 1968. Zie ook alle tags voor Paul Bogaert op dit blog.

 

Goed schudden

Ik ben ouder in het water.

De lucht die op mijn schouders slaat,
de sneeuw die valt in mij
en die niet smelt maar droesem is.

En wat er uit mijn handen glijdt.
Ik wacht als berg.

Het is de zwaartekracht.
Dat ik niet houdbaar blijf.
Was je handen. Spoel mij uit.

 

Men is jong

Men is jong en krijgt de nadelen
van batterijen uitgelegd. Men spreekt dan
over opwinding. Alles tikt dan om
u heen. Men krijgt een kinetic watch,
vraagt wat als men niet beweegt.
Men beweegt altijd. Dat ziet men in.
Het minste polsbloed zorgt voor
tijdverdrijf, minutenland.
In een la of aan een lijk:
los van een mens valt het stil.

 

Paul Bogaert (Brussel, 3 mei 1968)

 

Lees verder “Paul Bogaert, Juan Gelman, Soma Morgenstern, Nélida Piñon, Dodie Smith, Pierre Emmanuel, August von Kotzebue”

Gottfried Benn, Esther Freud, Novalis, James Holmes, Georges-Arthur Goldschmidt

De Duitse dichter en schrijver Gottfried Benn werd geboren in Mansfeld op 2 mei 1886. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009 en ook mijn blog van 2 mei 2010.

Blaue Stunde

Ich trete in die dunkelblaue Stunde –
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen – du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
Dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit vorgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde – nichts gehofft und nichts gelitten –
mit ihrer Schale später Rosen – du.

Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angeströmten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
todweiße Rosen Glied für Glied – Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundergroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

“Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt – wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau.”

 

Rosen

Wenn erst die Rosen verrinnen
aus Vasen oder vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen,
fallen die Tränen auch.

Traum von der Stunden Dauer,
Wechsel und Wiederbeginn,
Traum – vor der Tiefe der Trauer:
blättern die Rosen hin.

Wahn von der Stunden Steigen
aller ins Auferstehn,
Wahn – vor dem Fallen, dem Schweigen:
wenn die Rosen vergehn.


Gottfried Benn (2 mei 1886 – 7 juli 1956)
Buste door Bernd Streiter

Lees verder “Gottfried Benn, Esther Freud, Novalis, James Holmes, Georges-Arthur Goldschmidt”