Am siebenundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten (Annette von Droste-Hülshoff )

Onafhankelijk van geboortedata

 

 
De evangelist Mattheus en de engel door Vincenzo Campi, 1588

 

Am siebenundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
Ev.: Vom Senfkörnlein und Sauerteig.

»Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, das ein Mensch nahm, und säte es auf seinen Acker; dasselbe ist zwar das kleinste unter allen Körnern, wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so daß alle Vögel des Himmels kommen, und unter seinen Zweigen wohnen. – Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm, und steckte ihn unter drei Scheffel Mehls, bis es ganz durchsäuert war.«

Tief, tief ein Körnlein schläft in mancher Brust,
Doch Herr, du siehst es und du magst es segnen.
O schau auf jene die, sich unbewußt,
Nicht fühlen deiner Gnadenwolke Regnen,
Die um sich steigen lassen deinen Tau;
Nachtwandler, dumpf gebannt in Traumes Leben,
Umwandeln Turmes Zinne sonder Beben,
Nicht zuckend nur mit der geschloßnen Brau’.

Ich bin erwacht, ob auch zu tiefer Schmach;
So will ich heut nicht an mein Elend denken,
Will, ach, das einzige, was ich vermag,
Ein zitterndes Gebet den Armen schenken;
Ob nur ein kraftlos halbgebrochner Hauch,
Der dennoch mag die rechten Wege finden,[695]
Und muß er sich zu deinem Throne winden
Wie sich zum Äther wälzet Nebelrauch.

Du Milder, weißt aus allem Erdendunst
Den warmen Lebensodem wohl zu scheiden,
Gerechter du und doch die höchste Gunst,
Des Sonne scheinet über Moor und Heiden,
O kräft’ge deinen Strahl, daß er entglüht
Die langverjährte Rinde mag durchdringen;
Mach des erstarrten Blutes Quellen springen,
Auftauen das erfrorne Augenlid.

Wie oft sah ich in schier vereistem Grund
Sich leise noch das Samenkörnlein dehnen,
Wie öfters brach aus längst entweihtem Mund
Ein Schmerzenslaut, der alles kann versöhnen!
O, nur wer stand in glüher Wüstenei,
Der weiß des grünen Blattes Wert zu schätzen,
Und wessen Ohr kein Luftzug durfte letzen,
Nur der vernimmt den halberstickten Schrei.

Mit meinem Schaden hab’ ich es gelernt,
Daß nur der Himmel darf die Sünde wägen,
O Menschenhand, sie halte sich entfernt,
Die nur das Leben zählt nach Pulses Schlägen.
Lebt doch das Samenkorn und atmet nicht,
Und kann es dennoch einen Stamm enthalten,
Der herrlich einst die Zweige mag entfalten,
Wo das Gevögel jubelt unterm Licht.

Sei Menschenurteil in Unwissenheit
Hart wie ein Stein, du Herr, erkennst das Winden
Der Seele, und wie unter Mördern schreit
Zu dir ein Seufzer, der sich selbst nicht finden
Und nennen kann. Kein Feuer brennt so heiß
Als was sich wühlen muß durch Grund und Steine,
Von allen Quellen rauschender rinnt keine
Als die sich hülflos windet unterm Eis.

Im Fluch, dem alle schaudern, hörst du noch
Den Klageruf an Kraft und Mut gebrochen;
In des Verbrechers Wahnsinn trägt sich doch
Entgegen dir zerfleischten Herzens Pochen.
Das ist das Samenkorn, was wie im Traum
Bohrt ängstlich mit den Würzelchen zum Grunde,
Und immer trägt es noch den Keim im Munde
Und immer schlummert noch in ihm der Baum.

Brich ein o Herr! du weißt den rechten Stoß
Und weißt, wo schwach vernarbt der Sünde Wunden;
Noch liegt in deiner Hand ihr ewig Los,
Noch lauert stumm die schrecklichste der Stunden,
Wo ihnen deine Hand die Waage reicht
Und die Verdammung steht im eignen Herzen,
O Jesu Christ gedenk an deine Schmerzen,
O rette die aus deinem Blut gezeugt!

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Kapel in de Meersburg waar von Droste-Hülshoff op het eind van haar leven woonde.

 

Allerzielen, Georg Heym, Charlotte Mutsaers, Désanne van Brederode, E. du Perron

Bij Allerzielen

 

 
Allerseelen auf einem rheinischen Friedhof door Alfred Böhm, 1873

 

Allerseelen

Wie der Wind an eurem Kleide reißt
Daß er die roten Blätter entführ.
Wie ihr frierend duldet die Ungebühr.
Kahl seid ihr bald, und bald verwaist.

Ein Lichtlein in euer Laub sich schmiegt.
Eins erst. Bald sind es ihrer viel.
Flackert hin, flackert her. Der Winde Spiel,
Wie der Sterbenden geifernder Atem fliegt.

O du Toter, nun grüßen sie dich
Zum letzten Mal. Bald hinab
Mußt du nun wieder in Winters Grab.
Warte noch, bleib, bis der Tag verwich.

Streife du noch in Novemberluft.
Wenn Schnee erst fällt, deckt er zu
Deinen Schlaf zu bitterer Winterrute.
Winters Stürme gehen dann über die Gruft.

Hinter den Bäumen steht ihr.
Ihr wärmt eure Hände.
Rot fällt der Schein auf die weiße Lende.
Bald gehn wir nun. Und einsam bleibt ihr.

Warum lächelt ihr? Euer Lächeln gleicht
Einem Rätsel voll Bosheit und Dunkelheit,
Wie wenn am Mittag in trüber Zeit
Der Wind über Teiche im Moore streicht.

Wie ein Kind an die Ohren sich schlägt,
Den Schall wiederholend, so tönt euer Laut,
Wie das Sausen, wenn dunkel der Abend graut
Und der Wind die zitternden Halme regt.

Ihr, die ihr nun aus Hierseins Schlafe erweckt,
Die ihr nun eins seid mit Busch und Gras,
Die den Tieren ihr gleicht, und dem, der genas
Vom Lebenswahn, in Irrsinns-Stuben versteckt,

Ihr, sagt mir eins, warum schleicht ihr euch her.
Ist es nicht besser, tot sein? Was steigt ihr herauf?
Drängt an die Betten der Schläfer zuhauf,
Mit Gerippen füllend der Träume Meer?

Ach, es muß einsam sein in des Todes Haus.
Wenn die Erde friert bis zum Grunde hart.
Und da kommt ihr nun, hohläugig starrt
Ihr nach uns. Ihr unser, wir euer Graus.

 

 
Georg Heym (30 oktober 1887 – 16 januari 1912)
Hirschberg. Georg Heym werd geboren in Hirschberg

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Dolce far niente, Franz Alfred Muth, Job Degenaar, Rudy Kousbroek, Huub Oosterhuis

 

Dolce far niente – Bij Allerheiligen

 

 
Allerheiligen 1 door Wassily Kandinsky, 1911

 

Allerheiligen

Selig, selig sind die Kindlein
Ohne Arg und Falsch, die reinen,
Selig Alle, die noch können
Kindlich jubeln, kindlich weinen,
Selig sind die Kinderherzen,
Ob die Erde auch voll Schmerzen!

Selig, selig alle Herzen
Arm und töricht vor der Erden,
Sie, die lieben Weh und Schmerzen,
Die sich freuen in Beschwerden;
Sel`ge Thorheit vor der Erden,
Ew`ge Weisheit wird dir werden.

Heil`ge Armut, die in Freuden
Alles für den Herrn gegeben,
O was reiche Seligkeiten
Werden dein im andern Leben!
Droben gibt es Edelsteine,
Diese Welt, sie hat ja keine.

Wer verfolgt, gehaßt auf Erden
Um der ew`gen Wahrheit willen,
Selig, selig wird er werden,
Gott wird schon die Tränen stillen.
Wie`s nicht ahnen mag die Erden,
Muß er selig, selig werden.

Alles wird der Herr vergelten,
Was wir litten, was wir stritten,
Seinen Duldern, seinen Helden
In des Himmels ew`gen Hütten:
Wie`s nicht ahnen kann die Erden,
Werden alle selig werden.

Und auch du mußt selig werden,
Ob im Kampfe, ob im Dulden;
Auf das Herz von dieser Erden,
Auf aus deiner Sünden Schulden!
Willst du hoffen, lieben, sehnen,
Selig, selig unter Tränen!

 

 
Franz Alfred Muth (13 juni 1839 – 3 november 1890)
Hadamar met slot. Franz Alfred Muth werd geboren in Hadamar.

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Am vierundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten (Annette von Droste-Hülshoff )

Onafhankelijk van geboortedata

 


Geef aan de keizer wat van de keizer is door Maerten de Vos – 1602

 

Am vierundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten
Evang.: Vom Zinsgroschen

Gebt Gott sein Recht und gebt’s dem Kaiser auch!
Sein Odem ist’s, der um den Obern schwebet,
Aus Hochmut nicht; in Eigenwillen hebet
Nicht eure Rechte gen den heil’gen Brauch.
Doch Gott und Welt im Streit: da, Brüder, gebet
Nicht mehr auf Kaiserwort als Dunst und Rauch.
Er ist der Oberste, dem alle Macht
Zusammen bricht, wie dürres Reisig kracht.

Den Eltern gib und gib auch Gott sein Recht!
O weh des Tiefgesunknen, dem verloren
Der frömmste Trieb, Jedwedem angeboren,
Den Freisten stempelnd zum beglückten Knecht.
Doch stell’ den Wächter an der Ehrfurcht Toren
Und halte das Gewissen rein und echt;
Er ist der Vater, dem du Seel’ und Leib
Verschuldest, mehr als irgend Mann und Weib.

Den Gatten lieb’ und denk’ an Gott dabei!
Er gab den Segen dir, als am Altare
Den Eid du sprachst, gewaltig bis zur Bahre
In Fesseln legend deine Lieb’ und Treu’.
Doch wird die Liebe Torheit, o dann wahre,
O halte deine tiefsten Gluten frei!
Er ist es, dem du einer Flamme Zoll
Mußt zahlen, die kein Mensch empfangen soll.

An deine Kinder hänge nur dein Herz,
In deren Adern rollt dein eignes Leben;
Das Gottesbild, in deine Hand gegeben,
Es nicht zu lieben, wäre herber Schmerz.
Doch siehst du zwischen Glück und Schuld es schweben,
Wend’ deine Augen, stoß es niederwärts;
Er, über tausend Kinder lieb und hehr,
Er sieht dir nach, ist deine Seele schwer.

Und auch dem Freunde halte Treue fest,
Mit der die Ehre innig sich verbunden,
Ein irdisch Gut, was Gnade doch gefunden,
So lang es nicht die Hand der Tugend läßt.
Doch nahen glänzender Versuchung Stunden,
Dann aller Erdenrücksicht gib den Rest
Und klammre an den Einen dich, der dann
Dir mehr als Freund und Ehre geben kann.

So biete Jedem, was sein Recht begehrt,
Und nimm von Jedem, was du darfst empfangen;
Dein Herz, es mag an zarten Banden hangen,
Die Gottes Huld so gnadenvoll gewährt;
Doch drüber wie ein Glutstern das Verlangen
Nach Einem leuchte, irdisch unversehrt,
Nach Einem, ohne den dein Herz so warm
Ewig verlassen bliebe doch und arm.

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Friedhofskapelle Mariä Himmelfahrt in Meersburg, Annette von Droste-Hülshoff werd naast de kapel begraven.

Fronleichnamsprozession (Georg Heym)

Bij Sacramentsdag

 

 
Am Fronleichnamsmorgen door Ferdinand Georg Waldmüller, 1857

 

Fronleichnamsprozession

O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.

Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.

Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.

Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblaßten.

Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Meßgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.

In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.

Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.

Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreih’n.

Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.

Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.

Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.

 
Georg Heym (30 oktober 1887 – 16 januari 1912)
Hirschberg. Georg Heym werd geboren in Hirschberg

 

Zie voor de schrijvers van de 26e mei ook mijn vorige blog van vandaag.

Annette von Droste-Hülshoff , Erik Spinoy, Arthur Conan Doyle, Ahmed Fouad Negm, Anne de Vries

Bij Drievuldigheidszondag

 


Heilige Drie-eenheid door El Greco, 1577

 

Am ersten Sonntage nach Pfingsten
(Dreifaltigkeit)

»Drum gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie alles halten was ich euch gesagt habe, und sehet, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.«

Bin ich getauft in deinem Zeichen,
Du heilige Dreifaltigkeit,
Nun bleibt es mir und kann nicht weichen
In dieser nicht und jener Zeit.
Ich fühle durch Verstandes Frost,
Durch Menschenwortes Nebelrennen
Es wie ein klares Funkeln brennen
Und zehren an verjährtem Rost.

In deinem Tempel will sich’s regen,
Wo ich als deine Magd erschien,
Und unter deines Priesters Segen
Fühl’ ich es leise Nahrung ziehn.
Wenn eine teure Mutterhand
Das Kreuz mir zeichnet auf die Stirne,
Dann zuckt’s lebendig im Gehirne
Und meine Sinne stehn in Brand.

Ja selbst zu Nacht, wenn alle schlafen
Und über mich die Angst sich legt,
In der Gedanken öden Hafen
Der Zweifel seine Flagge trägt:
Wie eine Phosphorpflanze noch
Fühl’ ich es warm und leuchtend schwellen,
Und über die verstörten Wellen
Legt sich ein leiser Schimmer doch.

Und muß mir zum Gericht gereichen
Die Lebenspflanze mir gesellt,
Die ich versäumte sondergleichen,
Und dürrem Holze gleichgestellt:[638]
So ist sie in der Sünden Bann,
Des Geistes schwindelnden Getrieben,
Mein heimlich Kleinod doch geblieben
Und angstvoll hangt mein Herz daran.

Ob ich vor deiner Geißel zage,
Nichts kömmt doch dem Bewußtsein gleich,
Daß dennoch ich dein Zeichen trage
Und blute unter deinem Streich.
Fluch allem, was von dir mich stößt!
Dein will ich sein, von dir nur stammen;
Viel lieber sollst du mich verdammen,
Als daß ein andrer mich erlöst.

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Friedhofskapelle Mariä Himmelfahrt in Meersburg, hoogaltaar (detail Hl. Drie-eenheid)
Annette von Droste-Hülshoff werd naast de kapel begraven

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Wenn’s Pfingsten regnet (Paula Dehmel)

 

Prettige Pinksterdagen!

 

 
Pinksterfeest door Hans Multscher, 1437

 

 Wenn’s Pfingsten regnet

Wenn`s Pfingsten regnet Oben aus dem Fahnenhaus
Guckt das schwarze Wettermännchen raus,
Spreizt die Beine und grinst uns an;
Schäme dich, alter Wettermann!
Am Ostersonntag, vor sieben Wochen,
Hast du dem Fritze fest versprochen,
Dass zu Pfingsten, im Monat Mai,
Das allerschönste Wetter sei.
Und nun regnets, liebe Not,
Alle hellen Blüten tot,
Sie liegen da wie nasser Schnee,
Auf den Wegen steht See an See;
Ja, wenn wir schon drinnen baden könnten,
Wie die Spatzen oder die Enten!
Wir dürfen aber garnicht raus,
Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus;
Röch nicht der Kuchen so lecker her,
Wüßt man gar nicht, dass Feiertag wär.
Nicht mal die Pfingstkleider kriegt man an;
Schäme dich, schwarzer Wettermann!

 


Paula Dehmel (31 december 1862 – 9 juli 1918)
Nikolaikirche in Berlijn. Paula Dehmel werd geboren in Berlijn

 

Zie voor de schrijvers van de 15 mei ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

Whitsunday in Kirchstetten (W. A. Auden)

Prettige Pinksterdagen!

 

Pinksterfeest door Juan de Flandes (ca. 1465-1519)

 

Whitsunday in Kirchstetten
(for H.A. Reinhold)

Grace dances. I would pipe. Dance ye all.
[Acts of John]
 
Komm Schöpfer Geist I bellow as Herr Beer
picks up our slim offerings and Pfarrer Lustkandl
quietly gets on with the Sacrifice
as Rome does it: outside car-worshippers enact
the ritual exodus from Vienna
their successful cult demands (though reckoning time
by the Jewish week and the Christian year
like their pedestrian fathers).

When Mass is over,
although obedient to Canterbury,
I shall be well grüss-gotted, asked to contribute
to Caritas though a metic come home
to lunch on my own land: no doubt, if the Allies had not
conquered the Ost-Mark, if the dollar fell,
the Gemütlichkeit would be less, but when was peace
or its concomitant smile the worse
for being undeserved?

In the onion-tower overhead
bells clash at the Elevation, calling
on Austria to change: whether the world has improved
is doubtful, but we believe it could
and the divine Tiberius didn’t.  Rejoice, the bells
cry to me.  Blake’s Old Nobodaddy
in his astronomic telescopic heaven,
Army, Navy, Law, Church, nor a Prince
say who is papabile. (The Ape of the Living God
knows how to stage a funeral though,
as penitents like it: Babel, like Sodom, still
has plenty to offer, though of course it draws
a better sort of crowd.)  Rejoice we who were born
congenitally deaf are able
to listen now to rank outsiders. 

The Holy Ghost
does not abhor a golfer’s jargon,
a Lower-Austrian accent, the cadences even
of my own little Anglo-American
musico-literary set (though difficult,
saints at least may think in algebra
without sin): but no sacred nonsense can stand Him.
Our magic syllables melt away,
our tribal formulae are laid bare: since this morning,
it is with a vocabulary
made wholesomely profane, open in lexicons
to our foes to translate, that we endeavor
each in his idiom to express the true magnalia
which need no hallowing from us, loaning terms,
exchanging graves and legends. (Maybe, when just now
Kirchstetten prayed for the dead, only I
remembered Franz Joseph the Unfortunate, who danced
once in eighty-six years and never
used the telephone.)

     An altar bell makes a noise
as the Body of the Second Adam
is shown to some of his torturers, forcing them
to visualize absent enemies,
with the same right to grow hybrid corn and be wicked
as an Abendlander. As crows fly,
ninety kilometers from here our habits end,
where minefield and watchtower say NO EXIT
from peace-loving Crimtartary, except for crows
and agents of peace: from Loipersbach
to the Bering Sea not a living stockbroker,
and church attendance is frowned upon
like visiting brothels (but the chess and physics
are still the same).  We shall bury you
and dance at the wake, say her chiefs: that says Reason
is unlikely. But to most people
I’m the wrong color: it could be the looter’s turn
for latrine duty and the flogging block,
my kin who trousered Africa, carried our smell
to germless poles.

Down a Gothic nave
comes our Pfarrer now, blessing the West with water:
we may go.  There is no Queen’s English
in any context for Geist or Esprit: about
catastrophe or how to behave in one
what do I know, except what everyone knows—
if there when Grace dances, I should dance.

 

Wystan Hugh Auden (21 februari 1907 – 29 september 1973)
Sint Vituskerk in Kirchstetten

 

Zie voor de schrijvers van de 15e mei ook mijn vorige drie blogs van vandaag.

Christi Himmelfahrt (Theodor Körner)

Bij Hemelvaartsdag

 

 
Die Himmelfahrt Christi door Fritz von Uhde, 1897

 

Christi Himmelfahrt

Als Christus von den Todten auferstanden,
Erscheint er seinen trauernden Gefährten,
Die froh und schnell den Meister, den Verklärten,
Den eingebornen Gottessohn erkannten.

»Euch«, spricht der Herr, »erwählt’ ich zu Gesandten:
»Mein ist die Macht im Himmel und auf Erden;
»Wer an mich glaubet, der soll selig werden.
»Geht hin und lehrt und tauft in allen Landen!«

Jetzt segnet er noch einmal seine Treuen,
Zum großen Bund der Liebe sie zu weihen;
Dann trägt ihn eine Wolke himmelwärts.

Und betend sinken Alle hin im Staube;
Mit stiller Kraft vollendet sich der Glaube,
Der heil’ge Geist glüht siegend durch das Herz.

 

 
Theodor Körner (23 september 1791 – 26 augustus 1813)
De Hofkirche in Dresden. Theodor Körner werd geboren in Dresden

 

Zie voor de schrijvers van de 5e mei ook mijn vorige blog van vandaag.

Der Auferstandene (Rainer Maria Rilke)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 

 
Noli me tangere door Anton Raphael Mengs, 1770-71

 

Der Auferstandene

Er vermochte niemals bis zuletzt
ihr zu weigern oder abzuneinen,
daß sie ihrer Liebe sich berühme;
und sie sank ans Kreuz in dem Kostüme
eines Schmerzes, welches ganz besetzt
war mit ihrer Liebe größten Steinen.
 
Aber da sie dann, um ihn zu salben,
an das Grab kam, Tränen im Gesicht,
war er auferstanden ihrethalben,
daß er seliger ihr sage: Nicht

Sie begriff es erst in ihrer Höhle,
wie er ihr, gestärkt durch seinen Tod,
endlich das Erleichternde der Öle
und des Rührens Vorgefühl verbot,

um aus ihr die Liebende zu formen
die sich nicht mehr zum Geliebten neigt,
weil sie, hingerissen von enormen
Stürmen, seine Stimme übersteigt.

 

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Jezusbeeld op de Karelbrug in Praag. Rainer Maria Rilke werd geboren in Praag.
(Photo: Nico Trinkhaus – It’s Prague, Dude.. | Czech Republic)

 

Zie voor de schrijvers van de 28e maart ook mijn drie vorige blogs van vandaag.