Ulrich Becher, Ernst Barlach, Blaga Dimitrova, Wilhelm Bölsche, Paul Sédir, Philip Freneau, Look J. Boden

De Duitse schrijver Ulrich Becher werd geboren op 2 januari 1910 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Ulrich Becker op dit blog.

 

Uit: Murmeljagd

 

»Zwölfhundert? Ist das nicht bißl teuer?«
De Colana setzte Sirio mit einer Behutsamkeit, die rührte, weil sie dem Vertaumelten nicht leichtfiel, aufs Bett. Dann begann er in den verfilzten Prachthängeohren des an seinen Schenkel gekuschelten Erzvaters zu wühlen.
»Teuer, mein Herr, aber echt. Schottischer Cockerspaniel, alter Stammbaum, King Charles … Sirio of Bannockburn … Da können Sie nach Mailand laufen oder Zürich, und wenn Sie mir solch einen Hund finden – ääch!«, ein Hochmutsgrunzen, »dann zahle ich Ihnen zwölfhundert Steine auf den Tisch … Ich gebe ihn nicht billiger her. Wenn er Ihnen zu teuer ist – mir gleich. Sie brauchen ihn nicht zu kaufen.«
Mit einem Flattern der Hand, einer schüttelnden Armbewegung der Verachtung, drehte er mir den Rücken, an dem ein paar Daunenfederchen klebten, und blinzelte, stetsfort den Erzvater kraulend, auf die verwaschenen Gartenzwerge hinaus. Ich war verabschiedet.
»Alsdann entschuldigen Sie nochmals die Störung, und schönen Dank für die Auskunft. Ihre Hundezucht ist wirklich süperb, ich muß schon sagen, aber zwölfhundert – ausgeschlossen. Wir sind nämlich aus Österreich … Ex-Österreich … Die besonderen Umstände heutzutag, nicht wahr, Sie werden verstehn …« Was machte ich ungebetener Gast so lange Worte, statt endlich fortzugehn?
Da hatte er sich hergewendet, blinzte mich leicht schwankend an: mein Monokel, drauf meine Stirn.
»Meine Verehrung, Herr Doktor.« Ich nickte förmlich, wandte mich und schritt aus dem Stubenchaos, diesem Mittelding aus Museum und Rumpelkammer, über die hallenden raschelnden Fliesen des Vorsaals. Dann war sein Schlurfen hinter mir und das Ticken eines Spazierstocks“.

 

 


 Ulrich Becher (2 januari 1910 – 15 april 1990)

 

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Jonas T. Bengtsson

De Deense schrijver Jonas T. Bengtsson werd geboren op 1 januari 1976 in Kopenhagen. Zie ook mijn blog van 17 september 2010.

Uit: Submarino (Vertaald door Günther Frauenlob)

„Kamal weiß ganz genau, dass in seinem Studio Steroide genommen werden. Man sieht das den Leuten an, ihren Muskeln und manchmal auch ihren Augen, wenn sie sie nicht mehr unter Kontrolle haben. Es wurden schon Leute rausgeschmissen, die wegen nichts und wieder nichts Amok gelaufen sind. Weil sie nicht sofort ihre Gewichte kriegten, stand ihnen plötzlich Schaum vor dem Mund. Kamal weiß, wer etwas nimmt, wer etwas verkauft und was. Er muss es irgendwann akzeptieren, so ist das einfach. Schließlich kriegt er sogar etwas Provision, weil er die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Aber das heißt noch lange nicht, dass er dem ganzen Markt Tür und Tor öffnet. Der Tätowierte erhebt sich vom Betonboden. Er nickt langsam, hat verstanden. »Dann sehen wir dich hier nicht mehr?« »Nein, ist in Ordnung, nein …« Der Typ kratzt sich über die kurzen Stoppeln und streichelt die Spinne in seinem Nacken. »Kann ich jetzt gehen?«
»Nein.« »Nein?« »Ich muss sicher sein, dass du das wirklich kapiert hast.« Kamal geht langsam auf den Mann zu. Der Ringer rührt sich nicht, sondern bleibt neben der Tür stehen. Ich nicke ihm im Vorbeigehen zu. »Wir sehen uns.« Das Sonnenlicht sticht. Ich durchwühle meine Taschen und krame eine zerkratzte Sonnenbrille heraus. Ich kann die ersten Schläge aus der Fabrikhalle hören. Das dumpfe Klatschen, das von den Wänden des leeren Raums zurückhallt.
Ich gehe in den Supermarkt an der Hochbahn, gebe die leeren Flaschen zurück und schlendere dann nach hinten zum Bier. Ich nehme fünf Flaschen. Nach dem Bezahlen verschwinden sie in der Tasche, das Handtuch dar über, schön vorsichtig, damit nichts klirrt.In einem Imbiss kaufe ich zwei Schawarma. Hinter mir wird laut gelacht. Wo gehen wir hin? Was machen wir?”

 


Jonas T. Bengtsson (Kopenhagen, 1 januari 1976)

Nieuwjaarsboudate (Jan Jacob Slauerhoff), Nieuwjaar (J. C. Bloem)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een gelukkig Nieuwjaar!

 

 

 

 

Cornelis Springer (25 mei 1817 – 1891)

Gezicht op de Heerengracht bij de Amstel

 

 

Nieuwjaarsboudate

Wie in deze tijd nog gedichten schrijft
En zich richten wil tot een volk dat kijft,
Tot een volk dat niets dan welvaart wil
En bewilliging van iedre modegril,
Hij is meer dan rijp voor het gekkenhuis
En de gekken vinden hem ook niet pluis,
En dus moet hij naar een ballingsoord,
Waar papier en pennen zijn behekst,
Waar de kale muur siert de bijbeltekst:
(Slechts) In den beginne was het Woord.

 

 

Jan Jacob Slauerhoff (15 september 1898 – 5 oktober 1936)

 

 

Nieuwjaar

De nieuwjaarsklokken luiden door de radio.
Stortregen valt. De dag is onbeschrijflijk goor.
Men is alleen gelaten en aanvaardt het zo.
Men vraagt zich zelfs niet af: waarom is ’t en waardoor ?

Tegen het leven is toch immers niets te doen;
de wereld heeft geen oorden meer om heen te gaan,
en ’t hart wordt niet, gelijk de landen, jaarlijks groen:
er is geen vlucht uit een voorgoed mislukt bestaan.

 


J.C. Bloem (
10 mei 1887 – 10 augustus 1966)

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 1e januari ook mijn vorige blog van vandaag en eveneens mijn tweede en mijn eerste blog van vandaag.

 

J.D. Salinger, E. M. Forster, Douglas Kennedy, Rascha Peper, Sven Regener

De Amerikaanse schrijver Jerome David Salinger werd in New York geboren op 1 januari 1919. Zie ook mijn blog van 1 januari 2007 en ook mijn blog van 1 januari 2008 en ook mijn blog van 1 januari 2009 en ook mijn blog van 29 januari 2010 en ook mijn blog van 1 januari 2010. Salinger overleed op 27 januari van het afgelopen jaar. 

 

Uit: The Catcher in the Rye

 

“The fish don’t go no place. They stay right where they are, the fish. Right in the goddamn lake.”

“The fish – that’s different. The fish is different. I’m talking about the ducks,” I said.

“What’s different about it? Nothing’s different about it,” Horwitz said. “It’s tougher for the fish, the winter and all than it is for the ducks, for Chrissake. use your head, for Chrissake.”

I didn’t say anything for about a minute. Then I said, “All right. What do they do, the fish and all, when that whole little lake’s a solid block of ice, people skating on it and all?”

Old Horwitz turned around again. “What the hellaya mean what do they do?” He yelled at me. “They stay right where they are, for Chrissake.”

“They can’t just ignore the ice. They can’t just ignore it.”

“Nobody’s ignoring it. Nobody’s ignoring it. They live right in the goddam ice. It’s their nature, for Chrissake. They get frozen right in one position for the whole winter.”

“Yeah? What do they eat then? I mean, if they’re frozen solid, they can’t even swim around looking for food and all.”

“Their bodies, for Chrissake – what’sa matter with ya? Their bodies take in nutrition and all, right through the goddam seaweed and crap. They got their pores open the whole time. That’s their nature, for Chrissake.”

 

 

 

J.D. Salinger (1 januari 1919 – 27 januari 2010)

 

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Rüdiger Safranski, Carry van Bruggen, Joe Orton, Mariano Azuela, René de Ceccatty

De Duitse schrijver en filosoof Rüdiger Safranski werd geboren op 1 januari 1945 in Rottweil. Zie ook mijn blog van 1 januari 2009 en ook mijn blog van 1 januari 2010.

 

Uit: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft

 

Freundschaft im eminenten Sinne ist selten. Von Aristoteles wird der Ausspruch überliefert, »meine lieben Freunde, es gibt keinen Freund!« Kant, der sich auf Aristoteles beruft, bemerkt: Freundschaft

in ihrer »Reinheit« und »Vollständigkeit« gedacht, sei wohl doch nur ein »Steckenpferd der Romanschreiber«. Wirkliche Freundschaft ist jedenfalls seltener, als es der inflationäre Wortgebrauch vermuten läßt. Goethe und Schiller haben ihre Freundschaft als ein rares, wunderliches Gewächs angesehen, als ein Glück, als ein Geschenk. Es kam ihnen unglaublich vor, was ihnen da gelungen oder zugestoßen war, und sie gerieten in dankbares Staunen darüber. Im Rückblick nannte Goethe die Freundschaft ein glückliches Ereignis. Ein solches bleibt es für uns auch heute noch, denn man wird in der Geschichte des Geistes lange suchen müssen, um etwas Vergleichbares zu finden – daß zwei schöpferische Menschen höchsten Ranges sich über Gegensätze hinweg verbinden zu wechselseitiger Anregung und sogar zu gemeinsamem Werk.

Die Freundschaft der beiden wurde schon damals zur Heldenlegende verklärt. Man machte die Freunde zu Dichterfürsten auf dem literarischen Olymp und nannte sie die »Dioskuren«. Auch Neid und Widerwille regten sich. Wenn man ihnen nicht am Zeug flicken konnte, wollte man wenigstens den einen gegen den anderen ausspielen, eine Hierarchie zwischen ihnen festsetzen. Wer ist der Bedeutendere, oder werden nicht vielleicht sogar beide überschätzt?

Offiziell wurden sie bald schon als marmorne Klassiker verehrt, aber in jeder Generation regten sich rebellische Anwandlungen. Als Goethe 1829 den Briefwechsel mit Schiller herausgab, nannte ihn Grabbe eine »Sammlung billetmäßiger Lappalien«, und Börne schrieb, »daß unsere zwei größten Geister in ihrem Hause . . . so nichts sind . . . das ist ein Wunder, . . . eine Verwandlung des Goldes

in Blei«.

 


Rüdiger Safranski (Rottweil, 1 januari 1945)

 

 

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Ashfaq Hussain, Kristijonas Donelaitis, Johannes Kinker, Sándor Petőfi, Anne Duden

De Canadess-Pakistaanse (Urdu) Ashfaq Hussain werd geboren op 1 januari 1951 in Karachi, Pakistan. Zie ook mijn blog van 1 januari 2010.

 

ALL THE COLOURS OF LOVE

 

Come

scatter all the colours

of love on this land

Come

look with the eyes of the heart

as this land

in its love filled fingers,

holding an olive branch

moves towards us

 

The kind metaphor of the olive branch

waits for us

so we may on this new land

scatter all the colours of love

                                   

 

Vertaald door Shehla Burney

 

 

Ashfaq Hussain (Karachi, 1 januari 1951)

 

 

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The Old Year (John Clare)

Alle bezoekers en mede-bloggers een aangename jaarwisseling en een gelukkig Nieuwjaar!

  

 

 

Petrus Gerardus Vertin (1819-1893)

Een drukke winteravond in een Hollandse stad, 1849  

 

 

The Old Year

The Old Year’s gone away
     To nothingness and night:
We cannot find him all the day
      Nor hear him in the night:
He left no footstep, mark or place
     In either shade or sun:
The last year he’d a neighbour’s face,
     In this he’s known by none.

All nothing everywhere:
     Mists we on mornings see
Have more of substance when they’re here
     And more of form than he.
He was a friend by every fire,
     In every cot and hall–
A guest to every heart’s desire,
     And now he’s nought at all.

Old papers thrown away,
     Old garments cast aside,
The talk of yesterday,
    Are things identified;
But time once torn away
    No voices can recall:
The eve of New Year’s Day
    Left the Old Year lost to all.

 


John Clare
(13 juli 1793 – 20 mei 1864)

 Portret door William Hilton, 1820

 

Zie voor de schrijvers van de 31e december ook mijn vorige vier blogs van vandaag.

 

 

Arjen Duinker, Bastian Böttcher, Jacob Israël de Haan, Kingbotho

De Nederlandse dichter en schrijver Arjen Duinker werd geboren in Delft op 31 december 1956. Zie ook alle tags voor Arjen Duinker op dit blog.

 

Zon en maan

Wat een geluiden, wat een oceanen!

Elke letter opent de verte.
Door op een knop te drukken,
Door aan een touw te trekken,
Door een handel over te halen.

Elke lettergreep opent de verte.
Met een donkere zucht uit de diepte,
Met een kameraadschappelijke lach van opzij,
Met een schrille kreet in de wolken.

Elk woord opent de verte
En ruikt de vruchten van geordende plantages
En ruikt cellulose en staal en triplex
En ruikt de inhoud van de tijd.

Wat een stiltes, wat een orkanen!

 

Tafel

Alles is twee keer zo groot.
Het verdriet twee keer de stilte.
De trots twee keer het verdriet.
De zijgevel twee keer de dikte van de huid.

Handen zijn het dubbele van de taal.
Het hemd is het dubbele van de tafel.
Het motorblok is twee keer het hemd.
De herrie is twee keer de geste.

 

 

Arjen Duinker (Delft, 31 december 1956)

 

 

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Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Stephan Krawczyk, Nicolas Born

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook alle tags voor Irina Korschunow op dit blog

 

Uit: Glück hat seinen Preis

 

„Es gibt ein Bild von meiner Mutter, das Bild mit dem Fächer. Siebzehn war sie damals. Sie steht neben einem Sessel, den Kopf zur Seite geneigt, Blumen im Haar, den halbgeöffneten Reiherfächer in der linken Hand und das Kleid voller Spitzen.

»Echte Chamonixspitzen, Janne«, sagte sie jedesmal, wenn wir das Bild ansahen. Irgendwann, als ich klein war, muß es eine Zeit der Fotografien gegeben haben, tagelanges Wühlen in dem gelben Karton, Geschwister, Eltern, Tanten, Onkel, quer durch die Zeiten. »Onkel Justus mit drei Jahren. Und Tante Mieke als Baby. Und das ist die Hochzeit von Onkel Hans. Dahinten steht Tante Lena, sie ist auch schon längst verheiratet. Großvater Peersen? Der lebte damals doch nicht mehr. Aber hier, er und Großmutter Marie, noch ganz jung. Und das bin ich, mit dem Fächer . . .«

Die Stimme meiner Mutter, die Bilder und die Ge- schichten zu den Bildern. Wir sitzen im Wohnzimmer unter dem rosa Lampenschirm. Sie hat den Arm um mich gelegt, und alles an ihr ist rund und warm und weich. Ich bohre meinen Finger in ihr Doppelkinn, und sie schiebt ihn weg und sagt: »Woher ich das nur habe! Bei meiner Mutter ist es mir nie aufgefallen. Aber sie mußte ja auch

schon mit achtunddreißig sterben.«

Wie alt war ich damals? Vier vielleicht, und meine Mutter Mitte Vierzig, wie ich heute. Nur die Art, wie sie den Kopf auf die Seite legt, und die Augen erinnern noch an das Mädchen im Spitzenkleid.

»Echte Chamonixspitzen. Ich habe es zum Ball in der ›Harmonie‹ bekommen, das schönste Kleid, dein Großvater Peersen wollte das. Wir sollten die schönsten Kleider anhaben, meine Mutter und ich. Gott, war er stolz, als er mit uns in den Ballsaal ging, rechts meine Mutter, links ich, und dieser Glanz, diese Lichter. Nie wieder habe ich so etwas erlebt, so ein Fest.«

Achtundsechzig Jahre später ist sie gestorben. Bevor sie das Bewußtsein verlor, ihre Hände waren schon ruhig geworden, sah sie mich noch einmal an.“

 

 


Irina Korschunow (Stendal, 31 december 1925)

 

 

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Dieter Noll, Horacio Quiroga, Gottfried August Bürger, Dal Stivens

De Duitse dichter en schrijver Dieter Noll werd geboren op 31 december 1927 in Riesa. Zie ook mijn blog van 31 december 2008 en ook mijn blog van 31 december 2009.

 

 

Traum und Leben

1

 

Träume sind Schreckenskammern der Angst,
leuchtende Räume der Wunscherfüllung.
Träume sind immer brutale Enthüllung
dessen, wonach du verlangst.

 

Träume bei Tage und Träume bei Nacht
sind nur im Ausmaß der Freiheit verschieden:
Diese sind, was du zu denken vermieden,
jene, was du gedacht.

 

Träumst du am Tag immer kühner und freier,
was du dir wünschst, was dir nie widerfuhr,
hebt sich vom Nacht-Traum allmählich der Schleier.

 

Wirkliche Freiheit hast du erreicht,
wenn der Nacht-Traum, frei von Zensur,
dem Tagtraum gleicht.

 

 

Dieter Noll (31 december 1927 – 6 februari 2008)

 

 

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