80 Jaar Yvonne Keuls, Ronald Giphart, Jón Kalman Stefánsson, Frank Martinus Arion, Hans Henny Jahnn

80 Jaar Yvonne Keuls

De Nederlandse schrijfster Yvonne Keuls werd geboren op 17 december 1931 in Batavia, toen nog een onderdeel van Nederlands-Indië. Yvonne Keuls viert vandaag haar 80e verjaardag. Tijdens een feestelijke bijeenkomst ter ere van deze tachtigste verjaardag in het Letterkundig Museum werd bekend dat zij in 2012 de Haagse Cultuurprijs ontvangt. De Haagse Cultuurprijs is bedoeld als bekroning op een Haagse cultuurcarrière. Zie ook alle tags voor Yvonne Keuls op dit blog.

Uit: De moeder van David S.

“Het begon met wierook.
Josientje zei: ‘Mamma, Davids kamer stinkt zo. Het stinkt helemaal naar mijn kamer door. En zijn gordijnen zijn almaar dicht en dan brandt hij kaarsjes en als ik naar binnen wil dan zegt hij dat ik weg moet gaan.’
David weer. Er was iets met hem de laatste tijd. Hij isoleerde zich, zijn schoolvriendjes kwamen niet meer over de vloer, hij had alleen nog maar contact met Bernard, een jongen van 18 jaar, die wat verder in de straat woonde.
‘Zit Bernard nog op school?’ vroeg ik.
‘Wat geeft dat nou of die op school zit?’
‘Ik mag het toch wel vragen?’
‘Ach mens, je zeurt.’
Josientje duwde tegen mijn arm. ‘Mamma, gá nou,’ riep ze, ‘zeg nou dat ik dat gestink niet wil.’
Ik opende zacht zijn deur. David merkte het niet, hij zat op zijn matras – het bed was naar de kelder verhuisd – voorover gebogen naar de kaarsjes te staren.
Nergens een schoolboek te zien, muziek van Frank Zappa. Weer dat gevoel van: er is iets mis, maar wát?’
‘David,’ zei ik, ‘David’.
Hij keek langzaam en wazig op maar zei niets. ‘David, kom je in de kamer, iets drinken?’

 

Yvonne Keuls (Batavia, 17 december 1931)

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Ford Madox Ford, Jules de Goncourt, Penelope Fitzgerald, Alphonse Boudard

De Engelse dichter, schrijver en publicist Ford Madox Ford werd geboren op 17 december 1873 in Merton, Surrey. Zie ook alle tags voor Ford Madox Ford op dit blog.

Uit: The Inheritors (Samen met Joseph Conrad)

“Ideas,” she said. ” Oh, as for ideas –”
“Well?” I hazarded, “as for ideas?”
We went through the old gateway and I cast a glance over my shoulder. The noon sun was shining over the masonry, over the little saints’ effigies, over the little fretted canopies, the grime and the white streaks of bird-dropping.
“There,” I said, pointing toward it, “doesn’t that suggest something to you?”
She made a motion with her head-half negative, half contemptuous.
“But,” I stuttered, ” the associations — the ideas — the historical ideas “
She said nothing.
“You Americans,” I began, but her smile stopped me. It was as if she were amused at the utterances of an old lady shocked by the habits of the daughters of the day. It was the smile of a person who is confident of superseding one fatally.
In conversations of any length one of the parties assumes the superiority — superiority of rank, intellectual or social. In this conversation she, if she did not attain to tacitly acknowledged temperamental superiority, seemed at least to claim it, to have no doubt as to its ultimate according. I was unused to this. I was a talker, proud of my conversational powers.
I had looked at her before; now I cast a side-V ways, critical glance at her. I came out of my moodiness to wonder what type this was. She had good hair, good eyes, and some charm. Yes. And something besides — a something — a something that was not an attribute of her beauty. The modelling of her face was so perfect and so delicate as to produce an effect of transparency, yet there was no suggestion of frailness; her glance had an extraordinary strength of life. Her hair was fair and gleaming, her cheeks coloured as if a warm light had fallen on them from somewhere. She was familiar till it occurred to you that she was strange.
“Which way are you going?” she asked.
“I am going to walk to Dover,” I answered.
“And I may come with you?”
I looked at her — intent on divining her in that one glance. It was of course impossible. ” There will be time for analysis,” I thought.
“The roads are free to all,” I said. “You are not an American?”
She shook her head. No. She was not an Australian either, she came from none of the British colonies.“

 

Ford Madox Ford (17 december 1873 – 26 juni 1939)
V.l.n.r. James Joyce, Ezra Pound, Ford Madox Ford en John Quinn

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Albert Drach, John Kennedy Toole, John Whittier, Thomas Haliburton, Władysław Broniewski, Érico Veríssimo

De Oostenrijkse schrijver Albert Drach werd op 17 december 1902 in Mödling geboren. Zie ook alle tags voor Albert Drach op dit blog.

Uit: Das Goggelbuch

„Bei Ermittlung seines Ahnennachweises, den Klaus Xaver Johann Guckelhupf, öffentlicher Notar, emsig und ehrlich zusammenzustellen im Begriffe stand und der ihn zunächst auf eine lange Reihe gleich und ähnlich benamster, zumeist dem Notarsstande angehöriger Blutsvorgänger führte, mit Ausnahme eines aus der Art gefallenen, der neben den noch bestehenden Erdteilen Eurasien, Afrika, Australien, Polynesien, Amerika und Antarktis auch noch das versunkene Eiland Atlantis anführte, das sich bisweilen neben die noch nicht untergegangenen als siebentes in unser Bewußtsein einschiebt, kam schließlich der Nachforscher auf den letzterweislichen Urzeuger zurück, der nicht einmal ein phantastischer Geograph oder Erdkundler gewesen, sondern kurzweg ein deutscher Diener mit dem einfachen Namen Xaver Johann Gottgetreu Goggel, der außerdem über sein Dasein in früher Neuzeit einen Bericht hinterlassen hatte, dessen Ursprünglichkeit auch noch durch die Bearbeitung dreier Notare und eines Erdkundlers seine nackte Haut zeigte, wie auch noch immer, wenn auch in Folianten gepreßt, die reine Einheit der Seele eines deutschen Dieners mit seinem Gotte, über den er trotz seinem Stande und seiner Zeit nicht allzulange nach Erfindung des Schießpulvers gehörig nachgedacht hat, sich urtümlich bekundet.
Mithin das Goggelbuch, welches gleich mit der Feststellung beginnt, daß ein deutscher Mann sich niemals in den Spiegel sehe, es sei denn zum Trotz. Hier kann es sich freilich nur um eine allegorische Meinungsäußerung handeln, zumal es in deutschen Landen durchaus üblich und vermutlich immer üblich gewesen ist, sich zwecks Bindens der Krawatte, solange es eine solche gibt, zwecks Rasierens und Haarbürstens eines Spiegels zu bedienen, ohne daß damit eine Herausforderung des Rückstrahlungsgerätes beabsichtigt wäre. Im übrigen beginnt Goggel selbst seinen Bericht mit einer eingehenden Besichtigung seiner Person mit Hilfe einer solchen Fläche“.

 

Albert Drach(17 december 1902 – 27 maart 1995)

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Adriaan van Dis, Jane Austen, Adriaan van der Veen, Noël Coward, Tip Marugg

De Nederlandse schrijver en televisiemaker Adriaan van Dis werd op 16 december 1946 geboren in het Noord-Hollandse Bergen aan Zee. Zie ook alle tags voor Adriaan van Dis op dit blog. Adriaan van Dis viert vandaag zijn 65e verjaardag.

Uit: Doppelliebe (Vertaald door Marlene Müller-Haas)

Es war still auf der Straße und trotz der Morgensonne kühl. Ich klopfte mir die Asche vom Blazer, rieb einen Kotzefleck vom Schuh und versuchte mir den Anschein zu geben, als wäre es ganz selbstverständlich, so früh am Morgen durch Amsterdam zu laufen. Meine Muskeln taten weh, innen und außen. Wenn man mir nur nichts ansah. Bald würde ich diese Stadt, und diese Nacht, von mir abwaschen und ich würde eifrig lernen, Laurence Olivier hören, mich auf meine Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule konzentrieren – schöne Sätze, schöne Worte, die Schönheit war meine einzige Rettung.
Wo lag wohl der Bahnhof? Hinter den Häusern kreischte eine Straßenbahn. Ich folgte meinen Ohren und kam zu einer breiten Straße mit zwei Schienen im Asphalt; denen folgte ich auf gut Glück. Kurz darauf roch ich die salzige Luft des Wassers vom IJ und sah das Schieferdach des Bahnhofs vor dem blauen Himmel glänzen.
In den Bäumen vor dem Eingang sangen die Stare. Aus einer Straßenbahn stiegen die ersten Fahrgäste. An der Fassade lehnten zwei Stadtstreicher in der Sonne. Sie tranken Bier aus der Flasche und schrieen den Passanten Zoten nach: »He, ihr da, dort läuft ’ne Hure, die hat die ganze Nacht nix verdient, die kannste ficken für ’nen Fünfer.« Auch ich mußte dran glauben. »He, du da, haste was Bares?» Ich ließ sie links liegen.
»Kannste nich höflich grüßen?«
»Guten Morgen, meine Herren.« Gespreizter ging’s nicht.
Ein Mann kam mit einer Flasche in der Hand auf mich zu. Hatte ich vielleicht was zum Rauchen? Ohne zu reagieren, steuerte ich in die Halle zu den Schaltern, aber der Mann folgte mir bettelnd. Der Schalterbeamte pulte Gulden aus einer Geldrolle. Ich klopfte gehetzt an die Scheibe. Das Schild »Geschlossen« klappte vor meiner Nase herunter.
Der Penner zog an meiner Jacke. »Bestimmt Student?« Mein Schweigen gefiel ihm nicht. »Entschuldigen Sie«, sagte ich und wollte zu den Zügen rennen. Er hielt mich fest. Ein Schubs, seine Bierflasche fiel zu Boden – Schaum und Fluchen. Auf den Lärm hin eilten seine Kumpane herbei. »Hast se wohl nich mehr alle, du Arschloch!« Ich hastete zum letzten Bahnsteig, dem festen Abfahrtsgleis für Halfstad. Eine Bierflasche flog mir zwischen die Beine. Schritte hallten in der Unterführung wider.

 

Adriaan van Dis (Bergen aan Zee, 16 december 1946)

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Rafael Alberti, Pierre Lachambeaudie, V.S. Pritchett, Mary Russell Mitford, Olavo Bilac

De Spaanse dichter en schrijver Rafael Alberti werd geboren op 16 december 1902 in El Puerto de Santa María (Cádiz). Zie ook alle tags voor Rafael Alberti op dit blog.

 

Punishments

It is when gulfs and bays of blood,

clotted with dead and vengeful stars,

flood into my dreams.

When gulfs and bays of blood

capsize the beds that were sailing,

and, on the world’s right, an angel dies forgotten.

When the winds reek of brimstone

and mouths by night taste of bone, glass, and wire.

Hear me.

I did not know that doors moved from place to place,

that souls could blush for their bodies,

nor that at the end of a tunnel, the light would bring death.

Hear me yet.

The sleepers want to run away.

But those graves of the sea are not still,

those graves which open through

neglect and weariness of the sky are not stable,

and the dawns stumble upon disfigured faces.

Hear me yet. There’s still more.

There are nights when the hours turn to stone in space,

when veins do not flow

and when the silences raise up centuries and gods to come.

A thunderbolt shuffles tongues and jumbles words.

Think of the shattered spheres,

of the dry orbits of the uninhabited men,

of the dumb millennia.

More, more yet. Hear me.

You can see that bodies are not where they were,

that the moon is growing cold through being stared at,

and that a child’s crying deforms the constellations.

Mildewed skies corrode our desert brows,

where each minute buries its nameless corpse.

Hear me, hear me for the last time.

For there’s always a last time

that follows the fall of the high wasteland,

the advent of the cold in forgetful dreams,

and death’s headlong stoops upon the skeleton of nothingness.

 

Vertaald door Geoffrey Connell

 

Rafael Alberti (16 december 1902 – 27 oktober 1999)

Monument in El Puerto de Santa María

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Ingo Schulze, Klaus Rifbjerg, Jan Greshoff, Simone van der Vlugt, Edna O’Brien

De Duitse schrijver Ingo Schulze werd geboren in Dresden op 15 december 1962. Zie ook mijn blog van 15 december 2008 en ook mijn blog van 15 december 2009 en ook mijn blog van 15 december 2010.

 

Uit: 33 Augenblicke des Glücks

“Ich will es Ihnen erklären: Vor einem Jahr erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch und fuhr mit der Bahn nach Petersburg. Ich teilte das Abteil mit einer frisch frisierten Russin, ihrem Mann und einem Deutschen namens Hofmann. Die Russen sahen in uns ein Paar, und Hofmann, als der Übersetzer ihrer Fragen und meiner Antworten, ließ sie wohl in diesem Glauben. Ich weiß nicht, was er ihnen noch alles erzählt hat. Sie lachten unentwegt, und die Frau tätschelte meine Wange.
Auch in der Nacht blieb es schwül, die Hemden der Schaffner waren fleckig vor Schweiß, die Fenster beschlagen, schmutzig und im Abteil nicht zu öffnen – angeblich gab es eine Klimaanlage –, und wenn es nicht nach Desinfektionsmitteln stank, dann nach Klo und Zigaretten. Stahlbleche, wie Zugbrücken zwischen den Waggons herabgelassen, schlugen tarrara-tarrara-bsching, tarrara-tarrara-bsching aufeinander, wechselten beim Abbremsen zu tarrara-bsching-bschong, tarrara-bsching-bschong, bis die Puffer aufeinander prallten – unberechenbare, unablässige Stöße, so daß ich nicht schlafen konnte und auch am folgenden Tag, als die Hitze nachließ, wach lag. Wenn Hofmann nicht mit den Russen sprach, blickte er, den Kopf ins Kissen gedrückt, zum Fenster hinaus, wo sich zwischen sumpfigem Brachland und wüsten Wäldern hin und wieder Häuschen zeigten, blau und grün und schief in die Erde gedrü ckt, und aufgestapelte Scheite hell hinter abgebrannten Wiesen und getünchten Zäunen leuchteten. Von den gelben Fähnchen der Schrankenwä rter war oft nur der Holzstab zum Salutieren übriggeblieben.
Am zweiten Abend, bereits in Litauen, lud mich Hofmann plö tzlich in den Speisewagen ein. Wie er mir gegenübersaß, dunkelblond, fast grauäugig, mit einer Narbe unterm Kinn, wirkte er selbstsicher. Er bestellte ohne Speisekarte und putzte sein Besteck an den roten Gardinen. Auf die Frage jedoch, wie ein deutscher Geschäftsmann, für den er sich ausgab, dazu komme, mit der Bahn zu reisen, verlor er einen Moment lang alle Leichtigkeit. Er lächelte angestrengt und fixierte mich. Statt zu antworten, begann er weitschweifig von seiner Arbeit für eine Zeitung zu sprechen. Vor allem aber sei er, neben seiner Leidenschaft fü r den Karaokegesang, ein Literaturliebhaber.”

 

Ingo Schulze (Dresden, 15 december 1962)

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Hans Carossa, François de La Rochefoucauld, Nicolas Gilbert, Maxwell Anderson, Muriel Rukeyser, Y. M. Dangre

De Duitse dichter en schrijver Hans Carossa werd geboren op 15 december 1878 in Bad Tölz. Zie ook alle tags voor Hans Carossa op dit blog.

Geist und Schmetterling am Ufer

Ich bin ein Geist, für kurze Frist gebannt
An dieses Flusses klüftereichen Strand,
Wo Schilfrohr bräunlich blüht, wo die Libellen
Wie heisse blaue Nadeln mich durchschnellen
Und manchmal mit unwirksamer Gewalt
Ein menschlich Lied mich Schauenden umhallt.

Urseele, die nicht endet, nicht beginnt,
Selbst formlos, nur in Formen lebt und sinnt,
Sie hat mich in die Luft hervorgerufen;
Sie weiss für mich noch viele, viele Stufen,
Und jede macht mich lauterer und neuer.
Am Ende werd ich wohl als reines Feuer
Der alten Flamme wieder zugezündet,
Mein Glück erfüllt, mein heiliger Lauf gegründet.

O Stundengang! o Segen irdischer Haft!
Wie fühl ich meine lichtgeborene Kraft
So gross und leidlos über Fisch und Welle!
Was aber bricht an jener Uferstelle
Den gelben Ton der grauen Weidenrinde?-
Zwei Flügel sinds, goldblau mit Purpurbinde,
Die manchmal sich gedankenstill bewegen,
Als ob die Freudenwoge drüber ging

Ich kenne dies; es ist ein Schmetterling,
Ein Wesen mit verwandt, vom Strahl begnadet,
Das trunken lebt und keinem andern schadet.
O wie’s den Äther saugt! Mit starkem Duft
Wie reife Beeren würzt es rings die Luft –

Doch still! Der selten Farbenfolge Bann
Lockt aus der Flut schon einen Feind heran,
Strandbürtig Volk, verwegene nackte Knaben;
Ein jeder will das lichte Kleinod haben.
Hier wird Gefahr! Ein Geisterrecht gebrauch ich,
Ich winde mich um ihn, unmerkbar hauch ich
Die Flügel ihm zusammen o so leicht,
Dass er im Nu der dürren Rinde gleicht.
Ein Häscher stutzt schon, beugt sich zweifelnd vor,
Mit halben Blicken streifend Baum und Rohr;
Ein andrer findet Muscheln unterdessen.
Bald, schöner Schmetterling, bist du vergessen.
Nun lass dich erst mir hoher Lust beschauen!
In Flügelunterflächen, scheinbar grauen,
Rankt seltsam goldne Schrift, – Ein Netz von Zügen,
Die sich so zart und streng zusammenfügen
Wie leichter Sand auf klangbeseeltem Glas.
Zu welchem Wunder aber wird mir das!
Die goldne Schrift glänzt auf, – ich kann sie lesen!
Luft, Feuer, Wasser, Stein, mein eigenes Wesen
Erfahr ich schmerzentzückt zum ersten Mal –
Fort! Fort! Ich will kein Wissen keine Wahl!
Ein Heisses, Kreisendes will mich bezwingen,
Vom Geisterdienste los, muss ich mich ringen, –
Wohin? Ich seh es nicht, ich fühle nur:
Ein fremdes Reich lockt mich auf glühende Spur.
Hinunter schwingts. Mein Ätherblut wird wärmer,
Ich brenne, – halt! flieh nicht! bleib, goldner Schwärmer!
Nur einen Blick noch in Dein Zauberbuch! –
Er gaukelt weg, ihn hält kein Flehn, kein Fluch –

Hans Carossa (15 december 1878 – 13 september 1956)

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Gerard Reve, Boudewijn Büch, Hervé Guibert, Paul Eluard

De Nederlandse dichter en schrijver Gerard Reve werd op 14 december 1923 in Amsterdam geboren. Zie ook alle tags voor Gerard Reve op dit blog.

Uit: De Avonden

“Daarna nam hij een slok levertraan uit een fles op zijn schrijftafel, kleedde zich uit en sliep spoedig in.
Hij meende muziek te horen, maar telkens als de klanken bijna duidelijker werden, nam de wind in kracht toe en blies alle geluid weg. Even daarna liep hij langs de rivier.
In zijn hand had hij een bos bloemen in papier. Over het water kwam langzaam een grote witte zwaan op hem toezwemmen. Het dier klom moeizaam, maar toch vrij snel de steile walkant op en liep op hem af. Het was een gewone zwaan, zoals er in parken te zien zijn. De poten echter staken in damesschoenen, maar dit verontrustte hem niet.
Hij wilde iets zeggen, maar had geen stem. Toch voelde hij zich niet bevreesd. Het dier was nu vlak bij hem gekomen, strekte de hals uit, scheurde pikkend het papier van de bos en ging in de bloemen happen. Het waren sterke witte chrysanten. Elke pik bracht nieuwe beschadigingen teweeg. De witte kroonblaadjes woeien weg naar de rivier. Als ze boven het water waren gekomen, vormden ze een sneeuwstorm.

 


Scene uit de speelfim uit 1989 met Thom Hoffman als Frits van Egters

 

Soms beet de vogel een hele bloem van de steel en spuugde die uit. Spoedig was de bos kaal. Frits wierp hem op de grond.
Toen kwam de kop van de vogel dichter bij hem. Eerst werd de kop aldoor groter, toen alleen het oog. Het oog groeide en naderde steeds dichter. Het was in een oogwenk zo groot als zijn eigen hoofd. Hij keek er in en werd geheel rustig. Hij wist, dat, wanneer hij zich niet verzette, dit zijn ondergang zou zijn, maar hij wilde niet weerstreven. Het dier zou hem doden, maar hij kreeg bij de aanblik van het oog, dat nu zo groot was, dat hij er zich in kon spiegelen, een gevoel van voldoening: het was hem onverschillig
Hij werd wakker, draaide zich om en probeerde zich de droom te herinneren, maar dat lukte niet. Hij herinnerde zich alleen, dat er een zwaan in was voorgekomen, sliep weer in en droomde die nacht niet meer.”

 

Gerard Reve (14 december 1923 – 8 april 2006)

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Shirley Jackson, Regina Ullmann, Andreas Mand, Charles Wolfe, Helle Helle, Marianne Fritz

De Amerikaans schrijfster Shirley Jackson werd geboren in San Francisco op 14 december 1919. Zie ook mijn blog van 14 december 2008 en ook mijn blog van 14 december 2009 en ook mijn blog van 14 december 2010.

 

Uit:The Lottery

The morning of June 27th was clear and sunny, with the fresh warmth of a full-summer day; the flowers were blossoming profusely and the grass was richly green. The people of the village began to gather in the square, between the post office and the bank, around ten o’clock; in some towns there were so many people that the lottery took two days and had to be started on June 26th. but in this village, where there were only about three hundred people, the whole lottery took less than two hours, so it could begin at ten o’clock in the morning and still be through in time to allow the villagers to get home for noon dinner.

The children assembled first, of course. School was recently over for the summer, and the feeling of liberty sat uneasily on most of them; they tended to gather together quietly for a while before they broke into boisterous play, and their talk was still of the classroom and the teacher, of books and reprimands. Bobby Martin had already stuffed his pockets full of stones, and the other boys soon followed his example, selecting the smoothest and roundest stones; Bobby and Harry Jones and Dickie Delacroix– the villagers pronounced this name “Dellacroy”–eventually made a great pile of stones in one corner of the square and guarded it against the raids of the other boys. The girls stood aside, talking among themselves, looking over their shoulders at the boys, and the very small children rolled in the dust or clung to the hands of their older brothers or sisters.

Soon the men began to gather, surveying their own children, speaking of planting and rain, tractors and taxes. They stood together, away from the pile of stones in the corner, and their jokes were quiet and they smiled rather than laughed. The women, wearing faded house dresses and sweaters, came shortly after their menfolk. They greeted one another and exchanged bits of gossip as they went to join their husbands. Soon the women, standing by their husbands, began to call to their children, and the children came reluctantly, having to be called four or five times. Bobby Martin ducked under his mother’s grasping hand and ran, laughing, back to the pile of stones. His father spoke up sharply, and Bobby came quickly and took his place between his father and his oldest brother.“

 

Shirley Jackson (14 december 1919 – 8 augustus 1965)

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Heinrich Heine, José Eduardo Agualusa, Kenneth Patchen, Robert Gernhardt

De Duitse dichter Heinrich Heine werd geboren in Düsseldorf op 13 december 1797. Zie ook alle tags voor Heinrich Heine op dit blog.

 

Uit: Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

“Mein Vater hieß Schnabelewopski; meine Mutter hieß Schnabelewopska; als beider ehelicher Sohn wurde ich geboren den ersten April 1795 zu Schnabelewops. Meine Großtante, die alte Frau von Pipitzka, pflegte meine erste Kindheit und erzählte mir viele schöne Märchen und sang mich oft in den Schlaf mit einem Liede, dessen Worte und Melodie meinem Gedächtnisse entfallen. Ich vergesse aber nie die geheimnisvolle Art, wie sie mit dem zitternden Kopfe nickte, wenn sie es sang, und wie wehmütig ihr großer einziger Zahn, der Einsiedler ihres Mundes, alsdann zum Vorschein kam. Auch erinnere ich mich noch manchmal des Papagois, über dessen Tod sie so bitterlichweinte. Die alte Großtante ist jetzt ebenfalls tot, und ich bin in der ganzen weiten Welt wohl der einzige Mensch, der an ihren lieben Papagoi noch denkt. Unsere Katze hieß Mimi, und unser Hund hieß Joli. Er hatte viel Menschenkenntnis und ging mir immer aus dem Wege, wenn ich zur Peitsche griff. Eines Morgens sagte unser Bedienter, der Hund trage den Schwanz etwas eingekniffen zwischen den Beinen

und lasse die Zunge länger als gewöhnlich hervorhängen; und der arme Joli wurde, nebst einigen

Steinen, die man ihm an den Hals festband, ins Wasser geworfen. Bei dieser Gelegenheit ertrank er. Unser Bedienter hieß Prrschtzztwitsch. Man muß dabei niesen, wenn man diesen Namen ganz richtig aussprechen will. Unsere Magd hieß Swurtszska, welches im Deutschen etwas rauh, im Polnischen aber äußerst melodisch klingt. Es war eine dicke, untersetzte Person mit weißen Haaren und blonden Zähnen. Außerdem liefen noch zwei schöne schwarze Augen im Hause herum, welche man Seraphine nannte. Es war mein schönes herzliebes Mühmelein, und wir spielten zusammen im Garten und belauschten die Haushaltung der Ameisen und haschten Schmetterlinge und pflanzten Blumen. Sie lachte einst wie toll, als ich meine kleinen Strümpfchen in die Erde pflanzte, in der Meinung, daß ein paar große Hosen für meinen Vater daraus hervorwachsen würden.

Mein Vater war die gütigste Seele von der Welt und war lange Zeit ein wunderschöner Mann; der

Kopf gepudert, hinten ein niedlich geflochtenes Zöpfchen, das nicht herabhing, sondern mit einem Kämmchen von Schildkröte auf dem Scheitel befestigt war.

Seine Hände waren blendend weiß, und ich küßte sie oft. Es ist mir, als röche ich noch ihren süßen Duft und er dränge mir stechend ins Auge. Ich habe meinen Vater sehr geliebt; denn ich habe nie daran gedacht, daß er sterben könne. Mein Großvater väterlicher Seite war der alte Herr von Schnabelewopski; ich weiß gar nichts von ihm, außer daß er ein Mensch und daß mein Vater sein Sohn war.”

 

Heinrich Heine (13 december 1797- 17 februari 1856)

Heine monument van Waldemar Grzimek in Berlijn

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