Christine Lavant, Lionel Trilling, Benjamin Péret, Christian Gellert, Nathaniel Hawthorne, Michel-Jean Sedaine

De Oostenrijkse dichteres, schrijfster en kunstenares Christine Lavant werd geboren op 4 juli 1915 in Groß-Edling als Christine Thonhauser. Zie ook alle tags voor Christine Lavant op dit blog.

 

Verschriener Tod

Verschriener Tod, für mich bist du so schön!
Schon morgens denk ich dich als Hütte aus,
in die ich einziehn werde schon am Abend,
und daß ein Stern darüber scheinen wird.
Nicht einmal vor dem Umzug hab ich Angst!
Man wird zwar viel vorher verbrennen müssen,
den Leib gewiß mit allen seinen Süchten
und von der Seele das, was sie sich hier
zusammentrug an Mut und Freudigkeit.
Nur meine Liebe, Tod, die bring ich mit!
Für die mußt du, wenn du mein Obdach bist,
den besten Winkel meiner Hütte richten
und, wenn es sein kann, baue auch ein Fenster,
damit der Stern, der gute, den ich meine,
ihr dort zu Diensten geht mit allem Trost,
den ich ihr hier niemals hab’ geben können.

 

Aus den Steinen bricht der Schweiß

Aus den Steinen bricht der Schweiß,
Schwalben irren sich noch tiefer
und das Wasser glänzt wie Schiefer
um den gelben Sonnenkreis.

Eine Königskerze, fahl,
brennt herab am Weg zum Ufer,
dreimal gellt der Regenufer
und die Wolken segeln schmal.

Umgeschlagen hat der Wind -;
dort, die Sonne dreht sich gläsern
zu den sauren Grummetgräsern,
die schon halb verhungert sind.

Bald ist nichts mehr, wie es war
gestern um dieselbe Stunde,
nur der Wirbel rinnt die Runde
schwarz und lockend immerdar.

 


Christine Lavant (4 juli 1915 – 7 juni 1973)

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Franz Kafka, Tom Stoppard, Joanne Harris, Andreas Burnier, David Barry

De Duitstalige schrijver Franz Kafka werd geboren op 3 juli 1883 in Praag, toen een stad gelegen in de dubbelmonarchie Oostenrijk-Hongarije. Zie ook alle tags voor Franz Kafka op dit blog.

Uit: Das Urteil

“Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.

Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit seinem Fortkommen zu Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Rußland sich förmlich geflüchtet hatte. Nun betrieb er ein Geschäft in Petersburg, das anfangs sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken schien, wie der Freund bei seinen immer seltener werdenden Besuchen klagte. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige Vollbart verdeckte nur schlecht das seit den Kinderjahren wohlbekannte Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit hinzudeuten schien. Wie er erzählte, hatte er keine rechte Verbindung mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich so für ein endgültiges Junggesellentum ein.

Was wollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte. Sollte man ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, seine Existenz hierher zu verlegen, alle die alten freundschaftlichen Beziehungen wieder aufzunehmen – wofür ja kein Hindernis bestand – und im übrigen auf die Hilfe der Freunde zu vertrauen?”

 


Franz Kafka (3 juli 1883 – 3 juni 1924
)

Kafka in de jaren 1910

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Christopher Kloeble, Gerard den Brabander, Dorota Masłowska, Günter Bruno Fuchs

De Duitse schrijver Christopher Kloeble werd op 3 juli 1982 geboren in München. Zie ook alle tags voor Christopher Kloeble op dit blog.

Uit: Wenn es klopft (Vierundachtzig Schritte)

„Ich spreche ein Gebet in ihren Kopf. Das wird sie hören, solange ich es nur ernst genug meine, so ernst wie ein Kind, das nach seiner Mutter verlangt. Und genau das bin ich wieder, wenn ich auf diese Weise mit ihr spreche, ich bin zehn Jahre alt, und die Sonne versteckt sich vor mir.

Bis neunzehnhundertdreiundneunzig hatte der Sonnenaufgang noch seinen eigenen Klang. In den Stunden davor verschwand Segendorf, unser Ort, für einen, der es hören wollte, in der Nacht – abgesehen von dem Hof an der Ludwigstraße, auf dem ich mit meinen Eltern lebte, die sich frühestens um Mitternacht die Kehlen heiser schrien. Keine Tür, keine Wand war dick genug, wurde ich davon geweckt, war an Einschlafen nicht mehr zu denken, und trotzdem drückte ich oft das Kissen auf meine Ohren, schloss die Augen und atmete langsam und tief, wie man eben atmet, wenn man einschlafen will.

Weder wusste ich noch interessierte mich, worüber sie stritten, außerdem konnte ich sie kaum verstehen, ihre Worte blieben auf dem Weg zu mir an Balken und Dielen hängen, nur Laute drangen zu mir durch, so lange, bis ich mich irgendwann in die Bettdecke wickelte und zum Beten vor dem Fenster Platz nahm, das in Richtung der Berge zeigte, hinter denen sich die Sonne versteckte.

Manchmal ließ sie sich lange bitten. Mit den ersten Sonnenstrahlen wurden meine Eltern dann leiser, bis ich sie gar nicht mehr hören konnte, und obwohl das Dorf jetzt aufwachte, Kühe blökten und Traktoren losknatterten, war das ein eigenartig beruhigender Klang, der mich noch etwas schlafen ließ, bevor ich zur Schule musste“

Christopher Kloeble (München, 3 juli 1982)

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Ferdinand Kürnberger, David Benioff, Ramón Gómez de la Serna, Francis Carco, Edward Young

De Oostenrijkse schrijver Ferdinand Kürnberger werd op 3 juli 1821 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Ferdinand Kürnberger op dit blog.

 

Uit: Der Dichter des »Don Juan«

„Auf dem Gracht zu Amsterdam stand noch vor wenigen Jahren ein kleines, baufälliges Häuschen, das Eigentum einer alten Höckerin, welche mit Heringen handelte. Die Höckerin war die Witwe eines Ewerführers, welcher eines Tages das Unglück hatte, mit einer unvorsichtigen Wendung seines Kopfes unter ein von Pferden gezogenes Schiffsseil zu geraten, bei welcher Gelegenheit das Seil ihm den Kopf vom Rumpfe riß. Der Ewerführer aber war der Sohn eines Schneiders und der Majoratserbe des besagten baufälligen Häuschens.

Das Häuschen hatte nur drei schmale Fensterchen Front und zwei sogenannte Gestöcke, welche aber so niedrig waren, daß sie beide zusammen nicht die Höhe der Beletage des nebenstehenden Kaufmannhauses erreichten. Es war ein »Fachbau«, d. h. die gemauerten Wände mit Balken durchschossen, deren Lagen und Widerlagen, gleichlaufende Linien und schiefe Einsätze allerlei geometrische Figuren bildeten oder vielmehr gebildet hatten, denn diese schönen Zeiten waren längst dahin. Die Balken hatten sich »geschwungen« und ihre ursprünglichen Lagen mehr oder minder verändert, wodurch das darauf und dazwischen liegende Mauerwerk genötigt worden, mit Hilfe verschiedener Risse sich gleichfalls in allerlei neue Fugen zu bequemen. Die Fensterchen der beiden Geschosse standen, wie chinesische Augen, schief gegeneinander, das Mauerwerk zwischen ihnen hatte sich, wie eine geschwollene Backe, sanft nach auswärts gebogen und das Dach war eingesunken. Am traurigsten aber sah das Erdgeschoß aus. Hier hatte zu dem Alter des Hauses die aus dem Boden aufdringende Feuchtigkeit noch mitgewirkt und das Erdgeschoß war kurzweg verschwunden. Es war hinweggefault. Ein sinnverwirrendes Chaos von Balken und Sparren hatte man nach und nach als Stützen untergeschoben und die Stützen wieder gestützt – und mitten in diesem Flickwerk saß die Höckerin mit ihren Heringen.

Ich weiß nicht, ob dieses malerische Trümmerwerk mitten in einer großstädtischen Straße die Zärtlichkeit der Künstler gewonnen und irgendwo als hochbezahltes Kabinettstück den unsterblichen Trödel der Holländer vermehren hilft. Das aber weiß ich, daß viele Reisende vor der Ruine stehen blieben und sie mit bewundernden Blicken anstaunten.“

 

Ferdinand Kürnberger (3 juli 1821 – 14 oktober 1879)

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Hermann Hesse, Wisława Szymborska, Pierre H. Dubois, Axel Brauns, Friedrich Klopstock

De Zwitserse (Duitstalige) dichter en schrijver Hermann Hesse werd geboren op 2 juli 1877 in Calw. Zie ook alle tags voor Hermann Hesse op dit blog.

Uit: Das Glasperlenspiel

„Es ist unsere Absicht, in diesem Buch das Wenige festzuhalten, was wir an biographischem Material über Josef Knecht aufzufinden vermochten, den Ludi Magister Josefphus III., wie er in den Archiven des Glasperlenspiels genannt wird. Wir sind nicht blind gegen die Tatsache, daß dieser Versuch einigermaßen im Widerspruch zu den herrschenden Gesetzen und Bräuchen des geistigen Lebens steht oder doch zu stehen scheint. Ist doch gerade das Auslöschen des Individuellen, das möglichst vollkommene Einordnen der Einzelperson in die Hierarchie der Erziehungsbehörde und der Wissenschaften eines der obersten Prinzipien unsres geistigen Lebens. Und dieses Prinzip ist denn auch in langer Tradition so weit verwirklicht worden, daß es heute ungemein schwierig, ja in vielen Fällen vollkommen unmöglich ist, über einzelne Personen, welche dieser Hierarchie in hervorragender Weise gedient haben, biographische und psychologische Einzelheiten aufzufinden; in sehr vielen Fällen lassen sich nicht einmal mehr die Personennamen feststellen. Es gehört nun einmal zu den Merkmalen des Geisteslebens unsrer Provinz, daß seine hierarchische Organisation das Ideal der Anonymität hat und der Verwirklichung dieses Ideals sehr nahe kommt.

Wenn wir trotzdem auf unsrem Versuche bestanden haben, einiges über das Leben des Ludi Magister Josefphus III. festzustellen und uns das Bild seiner Persönlichkeit andeutend zu skizzieren, so taten wir es nicht aus Personenkult und aus Ungehorsam gegen die Sitten, wie wir glauben, sondern im Gegenteil nur im Sinne eines Dienstes an der Wahrheit und Wissenschaft. Es ist ein alter Gedanke: je schärfer und unerbittlicher wir eine These formulieren, desto unwiderstehlicher ruft sie nach der Antithese.“

 

Hermann Hesse (2 juli 1877 – 9 augustus 1962)

Portret door Ernst Würtenberger, 1905

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Johannes Immerzeel, Ota Pavel, Alekos Panagoulis, C. C. Bergius, Arend Fokke Simonsz

De Nederlandse dichter en schrijver Johannes Immerzeel werd geboren in Dordrecht op 2 juli 1776. Zie ook mijn blog van 2 juli 2007 en ook mijn blog van 2 juli 2010.

Hoe bedachtzaam!

Ik min mijn geld, en ‘k wil het sparen,
Mijn rust, en ‘k zal ze als goud bewaren:
Want zocht ik vrienden of een vrouw
Ik had voorzeker ras berouw.
Hoe ik de zaken ook beschouw.
In ’t huwelijk vind ik zelden trouw;
En waar de trouw zelfs wordt gevonden,
Waant ieder eeuwig haar geschonden;
En waar men toch elkaar verdenkt, –
Waartoe er doekjes om gewonden? –
Daar is het huwlijksheil gekrenkt.
Neen! als de pijl, die ’t hart mij griefde,
Door langzaam werkend minvenijn
Vernielend voor mijn rust moet zijn,
Dan blaas ik wat in heel de Liefde.
En Vrienden? ja, wist ik vooruit,

Wie altijd zou gelukkig wezen,
En dat ik dus geen klaaggeluid,
Geen hulpgebeden had te vrezen,
En veilig in mijn wijngaard zat,
Dan ging ik heen en zocht er wat;
Maar thans? wel! ‘k zou in ieders wezen
Vooruit een jermiade lezen:
Neen! ‘k hou mij van die strikken vrij:
Geen Vriendschap zonder beedlarij!
Geen Liefde zonder jaloezij.

Johannes Immerzeel (2 juli 1776 – 9 juni 1841)
Houtsnede naar een geschilderd origineel van N. Pieneman.

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J. J. Voskuil, F. Starik, Hans Bender, Wim T. Schippers, Juan Carlos Onetti

De Nederlandse schrijver Johannes Jacobus (Han) Voskuil werd op 1 juli 1926 in Den Haag geboren. Zie ook mijn blog van 1 juli 2008 en ook mijn blog van 1 juli 2009 en ook mijn blog van 1 juli 2010.

 

Uit:Het bureau 1: Meneer Beerta

“’Wat ben je stil,’ zei Nicolien, ‘is er iets?’
‘Er is niets,’ antwoordde hij.
‘Je hebt de hele avond anders nog geen woord gezegd. Ik hoef er toch geen slachtoffer van te worden dat jij geen baan hebt?’
‘Ik heb wel wat gezegd.’
‘Je hebt niks gezegd!’
‘Ik heb gezegd…’ hij zweeg. Hij wist zeker dat hij iets gezegd had, maar hij kon zich niet meer herinneren wat. ‘Ik heb wél iets gezegd.’
‘Je hebt niks gezegd! Je zit maar voor je uit te kijken en er komt geen woord uit je!’
‘Ik ben moe.’
‘Maar dan kun je toch wel wat zeggen, al ben je moe? Zo moe ben je toch niet dat je niets meer kunt zeggen?’
‘Ik denk.’
‘Waarover denk je dan?’
‘Dat weet ik niet. Over van alles.’
‘Is er dan iets gebeurd soms, vandaag?’
‘Nee, er is niets gebeurd.’
‘Waarom zeg je dan niks?’
‘Omdat ik niks te zeggen heb!’ viel hij uit. ‘Wat moet ik dan zeggen?’
‘Je hoeft niet zo uit te vallen!’
‘Ik val niet uit.’
‘Je valt wél uit! Zie je wel dat er iets is?’
‘Er is niets!’ zei hij heftig. ‘Ik ben moe en ik denk! Ik mag toch wel denken? Of mag dat ook niet meer tegenwoordig?’
‘Zeg! Wat mankeert je!’ zei ze verontwaardigd. ‘Wat heb ik je gedaan? Vlieg me niet aan alsjeblieft!’
‘Ik vlieg je niet aan.’
‘Het lijkt er anders veel op! Moet je dat gezicht zien! Of je me op wilt vreten!’
Hij stond met een ruk op.
Ze schrok. ‘Wat ga je doen?’ vroeg ze angstig.
‘Een eindje wandelen,’ antwoordde hij kort.
‘Dus daar ben je niet te moe voor! Wel te moe om iets tegen me te zeggen, maar niet om te gaan wandelen!’”

 


J. J. Voskuil (1 juli 1926 – 1 mei 2008)

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Remco Ekkers, George Sand, Georg Christoph Lichtenberg, Phil Bosmans, Heinrich Wiesner, Maria Barnas

De Nederlandse dichter en schrijver Remco Ekkers werd geboren op 1 juli 1941 in Bergen. Zie ook mijn blog van 1 juli 2009 en ook mijn blog van 1 juli 2010.

 

Eerste Woord

Mijn eerste woordd was r aa m

Het hing in de eerste klas

vlak onder het raam

Later zag ik ook d eu r.

Je kon naar buiten

dan waren de woorden weg

maar hun beeld zweefde

nog in mijn hoofd.

Ik leerde dat de letters

van het woord vrij

konden fladderen

maar deze bleven samen.

Tot ik een naam

gaf aan bijna alle

dingen in de klas.

Het raam ging open staan

 

Compliment

Dat was goed van jou!

Wat was goed van mij?

Nou, wat je gedaan hebt!

Wat heb ik dan gedaan?

Ik heb het water afgezet

ik heb het gas onder de ketel

dichtgedraaid: was dat goed van mij?

Is dat het enige wat mijn vader

kan zeggen? Is dat het enige

wat ik goed kan doen?

Een knop omdraaien.

 

Remco Ekkers (Bergen, 1 juli 1941)

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Czeslaw Milosz, Juli Zeh, José Emilio Pacheco, Jacqueline Zirkzee, Assia Djebar

De Poolse dichter, schrijver en Nobelprijswinnaar Czesław Miłosz werd geboren in Šeteniai op 30 juni 1911. Zie ook alle tags voor Czeslaw Milosz op dit blog.

 

Wolken

Wolken, meine schrecklichen Wolken,
wie schlägt das Herz voller Leid und Trauer,
Wolken, ihr weißen und schweigsamen Wolken,
die ich am Morgen durch Tränen schaue
und weiß, daß Hochmut in mir und Begierden,
die Grausamkeit und das Korn der Verachtung
zum toten Schlaf mir das Lager flechten,
und meiner Lüge herrlichste Farben
die Wahrheit verbergen. Dann senk ich die Augen
und spüre Gewitter, die mich durchschauern,
brennende, trockene. Wie seid ihr schrecklich,
Wolken, Wächter der Welt! Laßt mich schlafen,
mag die barmherzige Nacht mich verschlingen.

 

Das

Lauf Mein freudiger Lauf durch dunkle und herbstliche Parks, Über
Wege mit raschelnden Blättern und Tannennadeln, Wenn sich die
Wiesen unter den Eichen leeren, Und bläuliche Fernseh-Augen in
Fenstern verlöschen. Solch Leichtfüßigkeit hab ich nie wirklich
besessen, Höchstens als Junge, achtjährig, zeitig am Morgen, Über
die Erde fliegend, trunken von Licht, Gab es kein Halten im luftigen
Lauf. Doch feindlich begrüßen mich Wachsein und Wirklichkeit. Ich
schleppe mich langsam, asthmatisch, gestützt auf den Stock. Nur die
Nacht nimmt mich mit auf lange Reisen, Wo die Welt wie zuvor
wieder neu und schön. Am Bach Das Rauschen kristallklaren
Wassers zwischen den Steinen im Hochwald, tief in der Schlucht.
Am Ufer das Leuchten der Farne im Sonnenlicht, unfaßbar die
Formenvielfalt der Blätter: wie Lanzen, wie Schwerter, wie Herzen,
wie Schaufeln, wie Zungen, wie Federn, gekerbt und gezähnt,
gezackt und gesägt – wer nennt es beim Namen? Und dann erst die
Blüten! Weißliche Rispen, tiefblaue Kelche, hellgelbe Sterne,
Röschen und Dolden. Ich sitze, betrachte das Treiben der Hummeln,
den Flug der Libellen, den plötzlichen Start eines Fliegenschnäppers
und den eiligen, blauschwarzen Käfer im Dickicht der Halme. Und
mir ist, als hört’ ich die Worte des Demiurgen: »Entweder Felsen,
stumm, wie am ersten Tage der Schöpfung, oder das Leben, bedingt
durch den Tod, und damit die Schönheit, die dich berauscht.«

 

Vertaald door Doreen Daume

 

Bij het ochtendgloren

Uiteenstuivende paarden
van een voorbije eeuw.
Een reusachtige dageraad
breidt zich uit over de wereld.
Mijn fakkel verbleekt, de hemel wordt helder.
Ik sta bij een rotshol, daaronder bruist de rivier.
In de eerste glorie boven de bergen een tipje van de maan.

 

Vertaald door Gerard Rasch

 

Czeslaw Milosz (30 juni 1911 – 14 augustus 2004)

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Mongo Beti, Georges Duhamel, Thomas Lovell Beddoes, John Gay, Marina Lewycka

De Kameroense schrijver Mongo Beti (eig. Alexandre Biyidi) werd geboren op 30 juni 1932 in Mbalmayo, een klein dorp ten zuiden van Yaoundé. Zie ook alle tags voor Mongo Betiop dit blog.

Uit: Mission to Kala (Vertaald door Peter Green)

„The village laid siege to me socially from the early morning onwards. First of all there were the young boys. They invaded my uncle’s house loaded with books and slates. They begged me to teach them to read, write, do sums, and understand the pictures in their books. Then came the grown men, who all wanted me to write letters for them. Since my arrival they had all taken it into their heads to place orders with European-style shops, I became their public scribe, scribbling away from morning to night under the absorbed and tireless gaze of an ever-increasing crowd.

Finally, there was the weaker sex — so weak, in fact, that I never found out just why young girls and women verging on middle age came and stared at me whenever they could manage it. They did nothing else, just stared: it was a simple kind of self-indulgence.“

 


Mongo Beti (30 juni 1932 – 8 oktober 2001)

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