Ich liebe dich…(Friedrich Rückert), Ischa Meijer, Alexander Kluge, Piet Paaltjens, Robert Shea, Frank Harris

Bij Valentijnsdag

 

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Sint Valentijn van Terni trouwt Sabino en Serapia

Glas-in-lood raam, Basilica di San Valentino, Terni

 


Ich liebe dich …

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss …
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.

Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich liebe ich, weil dich lieben ist mein Sein.

 

Friedrich Rückert (16 mei 1788 – 31 januari 1866)

Rückert monument in Schweinfurt

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Am Aschermittwoch (Annette von Droste-Hülshoff), Karol Wojtyla

Bij Aswoensdag

 

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Aswoensdag door Franz Everhard Bourel, 1839

 

Am Aschermittwoch

Auf meiner Stirn dies Kreuz
Von Asche grau:
O schnöder Lebensreiz,
Wie bist du schlau
Uns zu betrügen!
Mit Farben hell und bunt,
Mit Weiß und Rot
Deckst du des Moders Grund;
Dann kömmt der Tod
Und straft dich Lügen.

Und wer es nicht bedacht
Und wohl gewußt,
Sein Leben hingelacht
In eitler Lust,
Der muß dann weinen;
Er achtet nicht was lieb;
Und was ihm wert,
Das flieht ihn wie ein Dieb,
Fällt ab zu Erd’
Und zu Gebeinen.

Was schmückt sich denn so hold
In bunter Seid’?
Was tritt einher in Gold
Und Perlgeschmeid’?
O Herr! ich hasche
Nach Allem, was nicht gut,
Nach Wahn und Traum,
Und hänge Erd’ und Blut
Und Meeresschaum
Um bunte Asche.

Was wird so heiß geliebt?
Was legt in Band,
Ob’s gleich nur Schmerzen gibt,
Sinn und Verstand?
O Herr, verzeihe!
Die Seele minnt man nicht,
Die edle Braut,
Und wagt um ein Gesicht,
Aus Staub gebaut,
Die ew’ge Reue!

Stellt ein Geripp’ sich dar
Vor meinem Blick,
So sträubt sich mir das Haar;
Ich fahr’ zurück
Vor dem, was ich einst bleibe,
Und werd’ es selber noch,
Und weiß es schon,
Und trag’ es selber doch
Zu bitterm Hohn
Im eignen Leibe!

Fühl’ ich des Pulses Schlag
In meiner Hand,
Worüber sinn ich nach?
O leerer Tand:
Ob ich gesunde!
Und denke nicht betört,
Daß für und für
Ein jeder Pulsschlag zehrt
Am Leben mir,
Schlägt Todeswunde!

Du schnöder Körper, der
Mich oft verführt,
Mit Welt und Sünde schwer
Mein Herz gerührt,
Noch hast du Leben!
Bald liegst du starr wie Eis,
Der Würmer Spott,
Den Elementen preis;
O möge Gott
Die Seele heben!

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Meersburg: Fürstenhäusle met Droste-Museum

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Carnival (John Hennessy), Barbara Honigmann, Detlev Meyer, Lou Andreas-Salomé

Bij Carnaval

 

cezanne

Carnaval door Paul Cézanne, 1888.

 

Missing Carnival

O Venlo, Venlo, stedje van pleseer. This time
her body made him think of countryside,
some figure from his childhood, sun on scythe,
wind blowing shadows across the shining barley,

the milk-pail dented from use, the smell of leaf-mulch
and leather in the tack room. Soon she’d take bus
and ferry from London to Belfast, but first
the fire in her bed-sit. Her fingers traveled too,

down the raised purple scars along his vertebrae,
the flannel sheets between her thighs, his hair
trailing along her abdomen, the quill
of a feather poking through seams of the comforter,

the comforter itself. Those scars—he’d lied
to her, his time in Nicaragua, thugs cut
him coming from the fields. The bloodier fight
was with his brother, slicing tines of a pitchfork

plucked up along the flooded Maas. Everything
reduced to trinket and anecdote, the beer
and facepaint of carnival, street-dance and tuba,
beyond the muddy English roundabouts, the brown

and white waves, yellow lamps along Dutch highways,
his work at the union office pinned beneath
a glass globe paperweight—shaken
it showered silver snow over the wide

straw hat, red and green plow, the slouching body,
a campesino from days before Somoza fell.
He wondered if she were any better, smuggling
French social theory into Ulster, encounter

groups in the rec-centers of tower-block basements.
She’d just gotten the news: her last lover died
in a fire along the side of the highway, body
broken in seven places, silver chrome,

pearl and gold gas tank scorched, his bike crumpled
beneath the husk of an overturned van.
There wasn’t much to talk about. Afterwards she lay
with her back to him and he sang her carnival songs

in a language she didn’t speak, O Venlo, stedje van
pleseer. He thought of himself as the sun, kissing
her neck at the hairline, turning grey cobblestones
of the town-square silver, marshaling parades.

 

John Hennessy (Philadelphia, 1965)

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Karneval (Wilhelm Busch)

Bij Carnaval

 

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Carnaval in Rome door Johannes Lingelbach, ca. 1650-51

 

Karneval

Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.

Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,

Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann können gleich die frömmsten Frau’n
Sich negativ an uns erbau’n.

Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.

 

Wilhelm Busch (15 april 1832 – 9 januari 1908)

 


Zie voor de schrijvers van de 10e februari ook mijn
vorige drie blogs van vandaag.

Die heiligen drei Könige (Rainer Maria Rilke)

Bij het feest van Driekoningen

 

bruyn

Aanbidding door de Heilige Drie Koningen, Bartholomäus Bruyn de Oude, rond 1501/1550

 

 

Die heiligen drei Könige

Legende

Einst als am Saum der Wüsten sich
auftat die Hand des Herrn
wie eine Frucht, die sommerlich
verkündet ihren Kern,
da war ein Wunder: Fern
erkannten und begrüßten sich
drei Könige und ein Stern.

Drei Könige von Unterwegs
und der Stern Überall,
die zogen alle (überlegs!)
so rechts ein Rex und links ein Rex
zu einem stillen Stall.

Was brachten die nicht alles mit
zum Stall von Bethlehem!
Weithin erklirrte jeder Schritt,
und der auf einem Rappen ritt,
saß samten und bequem.
Und der zu seiner Rechten ging,
der war ein goldner Mann,
und der zu seiner Linken fing
mit Schwung und Schwing
und Klang und Kling
aus einem runden Silberding,
das wiegend und in Ringen hing,
ganz blau zu rauchen an.
Da lachte der Stern Überall
so seltsam über sie,
und lief voraus und stand am Stall
und sagte zu Marie:

Da bring ich eine Wanderschaft
aus vieler Fremde her.
Drei Könige mit Magenkraft

von Gold und Topas schwer
und dunkel, tumb und heidenhaft, –
erschrick mir nicht zu sehr.
Sie haben alle drei zuhaus
zwölf Töchter, keinen Sohn,
so bitten sie sich deinen aus
als Sonne ihres Himmelblaus
und Trost für ihren Thron.
Doch musst du nicht gleich glauben: bloß
ein Funkelfürst und Heidenscheich
sei deines Sohnes Los.
Bedenk, der Weg ist groß.
Sie wandern lange, Hirten gleich,
inzwischen fällt ihr reifes Reich
weiß Gott wem in den Schoß.
Und während hier, wie Westwind warm,
der Ochs ihr Ohr umschnaubt,
sind sie vielleicht schon alle arm
und so wie ohne Haupt.
Drum mach mit deinem Lächeln licht
die Wirrnis, die sie sind,
und wende du dein Angesicht

nach Aufgang und dein Kind;
dort liegt in blauen Linien,
was jeder dir verließ:
Smaragda und Rubinien
und die Tale von Türkis.


Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Rilke werd geboren in Praag

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Little Tree (E. E. Cummings)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

Viggo Johansen, Gelukkig kerstfeest, 1891

 

Little Tree

little tree
little silent Christmas tree
you are so little
you are more like a flower

who found you in the green forest
and were you very sorry to come away?
see i will comfort you
because you smell so sweetly

i will kiss your cool bark
and hug you safe and tight
just as your mother would,
only don’t be afraid

look the spangles
that sleep all the year in a dark box
dreaming of being taken out and allowed to shine,
the balls the chains red and gold the fluffy threads,

put up your little arms
and i’ll give them all to you to hold
every finger shall have its ring
and there won’t a single place dark or unhappy

then when you’re quite dressed

you’ll stand in the window for everyone to see
and how they’ll stare!
oh but you’ll be very proud
and my little sister and i will take hands
and looking up at our beautiful tree
we’ll dance and sing
“Noel Noel”

 

E. E. Cummings (14 oktober 1894 – 3 september 1962)

Cambridge, Massachusetts (Cummings werd in Cambridge geboren)

 

Zie voor de schrijvers van de 26e december ook mijn vorige blog van vandaag.

Geburt Christi (Rainer Maria Rilke)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

Gerard David, Drieluik met de geboorte van Christus (middenpaneel), rond 1505 -1515

 

Geburt Christi

Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.
Hast du dir ihn größer vorgestellt?
Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,
und sie schleppen dir vor deinen Schooß
Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift -:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie er jetzt schon alles übertrifft.
Aller Amber, den man weit verschifft,
jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
das sich trübend in die Sinne streut:
alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.
Aber (du wirst sehen): Er erfreut.

 

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Rilke werd geboren in Praag (Hier de Praagse burcht)

 

Zie voor de schrijvers van de 25e december ook mijn vorige blog van vandaag.

Verkündigung über den Hirten (Rainer Maria Rilke)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

francesco-bassano-the-younger-the-annunciation-to-the-shepherds

Francesco Giambattista Bassano da Ponte ,Verkondiging aan de herders, rond 1575

Dorotheum,Wenen

 


Verkündigung über den Hirten

Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer,
die ihr den grenzenlosen Himmel kennt,
Sterndeuter, hierher! Seht, ich bin ein neuer
steigender Stern. Mein ganzes Wesen brennt
und strahlt so stark und ist so ungeheuer
voll Licht, daß mir das tiefe Firmament
nicht mehr genügt. Laßt meinen Glanz hinein
in euer Dasein: Oh, die dunklen Blicke,
die dunklen Herzen, nächtige Geschicke
die euch erfüllen. Hirten, wie allein
bin ich in euch. Auf einmal wird mir Raum.
Stauntet ihr nicht: der große Brotfruchtbaum
warf einen Schatten. Ja, das kam von mir.
Ihr Unerschrockenen, o wüßtet ihr,
wie jetzt auf eurem schauenden Gesichte
die Zukunft scheint. In diesem starken Lichte
wird viel geschehen. Euch vertrau ichs, denn
ihr seid verschwiegen; euch Gradgläubigen
redet hier alles. Glut und Regen spricht,
der Vögel Zug, der Wind und was ihr seid,
keins überwiegt und wächst zur Eitelkeit
sich mästend an. Ihr haltet nicht
die Dinge auf im Zwischenraum der Brust
um sie zu quälen. So wie seine Lust
durch einen Engel strömt, so treibt durch euch
das Irdische. Und wenn ein Dorngesträuch
aufflammte plötzlich, dürfte noch aus ihm
der Ewige euch rufen, Cherubim,
wenn sie geruhten neben eurer Herde
einherzuschreiten, wunderten euch nicht:
ihr stürztet euch auf euer Angesicht,
betetet an und nenntet dies die Erde.

Doch dieses war. Nun soll ein Neues sein,
von dem der Erdkreis ringender sich weitet.
Was ist ein Dörnicht uns: Gott fühlt sich ein
in einer Jungfrau Schooß. Ich bin der Schein
von ihrer Innigkeit, der euch geleitet.

 

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Rilke werd geboren in Praag (Hier de Karelsbrug)

 


Zie voor de schrijvers van de 24e december ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

Vierde Advent, Rainer Maria Rilke, Robert Bly, Norman Maclean, Marcelin Pleynet, Tim Fountain

 

Bij de Vierde Advent

 

Rogier_van_der_Weyden,_Heimsuchung
Visitatie, Rogier van der Weyden, 1555


Mariae Heimsuchung

Noch erging sie’s leicht im Anbeginne,
doch im Steigen manchmal ward sie schon
ihres wunderbaren Leibes inne, –
und dann stand sie, atmend, auf den hohn

Judenbergen. Aber nicht das Land,
ihre Fülle war um sie gebreitet;
gehend fühlte sie: man überschreitet
nie die Größe, die sie jetzt empfand.

Und es drängte sie, die Hand zu legen
auf den andern Leib, der weiter war.
Und die Frauen schwankten sich entgegen
und berührten sich Gewand und Haar.

Jede, voll von ihrem Heiligtume,
schützte sich mit der Gevatterin.
Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
doch den Täufer in dem Schooß der Muhme
riß die Freude schon zum Hüpfen hin.

 

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Rilke werd geboren in Praag (Hier de Staroměstské náměsti en Nicolaaskerk)

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Derde Advent, Edwin Muir, Adriaan van Dis, Jane Austen, Adriaan van der Veen, Noël Coward, Tip Marugg

Bij de Derde Advent

 

De Annunciatie, Fra Angelico, rond 1430

 

The Annunciation

The angel and the girl are met.
Earth was the only meeting place.
For the embodied never yet
Travelled beyond the shore of space.

The eternal spirits in freedom go.
See, they have come together, see,
While the destroying minutes flow,
Each reflects the other’s face
Till heaven in hers and earth in his
Shine steady there. He’s come to her
From far beyond the farthest star,
Feathered through time. Immediacy
Of strangest strangeness is the bliss
That from their limbs all movement takes.
Yet the increasing rapture brings
So great a wonder that it makes
Each feather tremble on his wings.

Outside the window footsteps fall
Into the ordinary day
And with the sun along the wall
Pursue their unreturning way.
Sound’s perpetual roundabout
Rolls its numbered octaves out
And hoarsely grinds its battered tune.

But through the endless afternoon
These neither speak nor movement make,
But stare into their deepening trance
As if their gaze would never break.

 

Edwin Muir (15 mei 1887 -3 januari 1959)

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