Tweede Advent, Theodor Fontane, Gioconda Belli, Michael Krüger, Wolfgang Hildesheimer, Anna Gavalda

 

Bij de Tweede Advent

 

fröhlich
“Herbergssuche” door Ernst Fröhlich, 1877

 

Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.



Theodor Fontane (30 december 1819 – 20 september 1898)
Standbeeld in Neuruppin

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Advent, Frédéric Leroy, Botho Strauß, Ann Patchett, Hein Boeken, T. C. Boyle

 

Bij de Eerste Advent

 

De aartsengel Gabriël verkondigt aan Maria de komst van Jezus door Robert Campin, ca. 1427–32

 

Advent

Advent is wachten. Wachten met verlangen
totdat het eindelijk gebeuren gaat
wat werd voorspeld in de profetenzangen;
wachten, tot God het Woord vervult in daad.

Advent is luist’ren. Luist’ren en verlangen
totdat de hemel lichtend opengaat
en je omspoeld wordt door de eng’lenzangen;
luisteren, totdat je hart meezingen gaat.

Advent is komen. Komen met verlangen
naar Bethlehem, waar God vlak voor ons staat
en onze mond vervult met nieuwe zangen
en waar geloof verandert in de daad.

Advent is bidden. Bidden vol verlangen
opdat Gods rijk van vrede komen gaat;
en Hij ons op de nieuwe aarde zal ontvangen
waar ons verlangen in aanbidding overgaat.

 

Nel Benschop (16 januari 1918 – 31 januari 2005)

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Allerheiligen, Gaston Burssens, Job Degenaar, Stefaan van Laere, Rudy Kousbroek

Bij Allerheiligen

 

Allerheiligen, Fra Angelico, 15e eeuw, National Gallery, Londen

 

Allerheiligen

De rosse blaren van de najaarsbomen
beleggen ’t macadam met gouden zomen.
Er dwaalt een blijde stemming in de stad
van wemelende mensen, weeldezat.
De zon met gouden draden, fijn als rag
spint haar kleed voor allerheiligendag.
Ach kind er hangt
een waas van weemoed over!
zie jij ’t dan niet?
De glans van zon en lover
is niet zo helder als je meisjeslach;
‘t is immers morgen allerzielendag!
Voel jij niet dat in elke vreugde trilt
het leed om ‘t niet bezit van wat je wilt?
Het leed om ’t niet-bezit van je verlangen,
Zo dat de zon half
in de mist blijft hangen.

 

Gaston Burssens (18 februari 1896 – 29 januari 1965)

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Derek Walcott, Adriaan Bontebal, Leo Pleysier, Frank Schätzing, Maeve Binchy

Prettige Pinksterdagen!



De Nederdaling van de Heilige Geest

Ikoon uit de Noordrussische School

 

Pentecost

Better a jungle in the head
than rootless concrete.
Better to stand bewildered
by the fireflies’ crooked street;

winter lamps do not show
where the sidewalk is lost,
nor can these tongues of snow
speak for the Holy Ghost;

the self-increasing silence
of words dropped from a roof
points along iron railings,
direction, in not proof.

But best is this night surf
with slow scriptures of sand,
that sends, not quite a seraph,
but a late cormorant,

whose fading cry propels
through phosphorescent shoal
what, in my childhood gospels,
used to be called the Soul.

 

Derek Walcott (St. Lucia, 23 januari 1930)

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Annette von Droste-Hülshoff, Louis-Ferdinand Céline, Jan Blokker, Niels ’t Hooft

Prettige Pinksterdagen!

 

vandyk

The Descent of the Holy Spirit, Anthony van Dyck. 1618-1620

 

Am Pfingstsonntage

Still war der Tag, die Sonne stand
So klar an unbefleckten Domeshallen;
Die Luft in Orientes Brand
Wie ausgedorrt, ließ matt die Flügel fallen.
Ein Häuflein sieh, so Mann als Greis,
Auch Frauen knieend, keine Worte hallen,
Sie beten leis.
Wo bleibt der Tröster, treuer Hort,
Den scheidend doch verheißen du den Deinen?
Nicht zagen sie; fest steht dein Wort,
Doch bang und trübe muß die Zeit wohl scheinen.
Die Stunde schleicht; schon vierzig Tag’
Und Nächte harrten sie in stillem Weinen,
Und sahn dir nach.
Wo bleibt er? wo nur? Stund’ an Stund’,
Minute will sich reihen an Minuten.
Wo bleibt er denn? – und schweigt der Mund:
Die Seele spricht es unter leisem Bluten.
Der Wirbel stäubt, der Tiger ächzt
Und wälzt sich keuchend durch die sand’gen Fluten,
Die Schlange lechzt.
Da horch! ein Säuseln hebt sich leicht!
Es schwillt und schwillt und steigt zu Sturmes Rauschen.
Die Gräser stehen ungebeugt;
Die Palme starr und staunend scheint zu lauschen.
Was zittert durch die fromme Schar,
Was läßt sie bang’ und glühe Blicke tauschen?
Schaut auf! nehmt wahr!
Er ist’s, er ist’s; die Flamme zuckt
Ob jedem Haupt; welch wunderbares Kreisen,
Was durch die Adern quillt und ruckt!
Die Zukunft bricht, es öffnen sich die Schleusen,
Und unaufhaltsam strömt das Wort
Bald Heroldsruf und bald im flehend leisen
Geflüster fort.
O Licht, o Tröster, bist du, ach!
Nur jener Zeit, nur jener Schar verkündet?
Nicht uns, nicht überall, wo wach
Und trostesbar sich eine Seele findet?
Ich schmachte in der schwülen Nacht,
O leuchte, eh das Auge ganz erblindet;
Es weint und wacht!



Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Het kabinet ‚Annette von Droste-Hülshoff’ in het Stadtmuseum, Münster

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Christi Himmelfahrt (Annette von Droste-Hülshoff)

Bij Hemelvaart

 

garofalo

‘L’Ascensione di Cristo’ door Il Garofalo, 1510-1520

 

Christi Himmelfahrt

Er war ihr eigen drei und dreißig Jahr.
Die Zeit ist hin, ist hin!
Wie ist sie doch nun alles Glanzes bar,
Die öde Erd’, auf der ich atm’ und bin!
Warum durft’ ich nicht leben, als sein Hauch
Die Luft versüßte, als sein reines Aug’
Gesegnet jedes Kraut und jeden Stein?
Warum nicht mich? Warum nicht mich allein
O Herr, du hättest mich gesegnet auch!
Dir nachgeschlichen wär’ ich überall
Und hätte ganz von fern,
Verborgen von gebüschesgrünem Wall,
Geheim betrachtet meinen liebsten Herrn.
Zu Martha hätt’ ich bittend mich gewandt
Um einen kleinen Dienst für meine Hand:
Vielleicht den Herd zu schüren dir zum Mahl,
Zum Quell zu gehn, zu lüften dir den Saal –
Du hättest meine Liebe wohl erkannt.
Und draußen in des Volkes dichtem Schwarm
Hätt’ ich versteckt gelauscht,
Und deine Worte, lebensreich und warm,
So gern um jede andre Lust getauscht;
Mit Magdalena hätt’ ich wollen knien,
Auch meine Träne hätte sollen glühn
Auf deinem Fuß; vielleicht dann, ach, vielleicht
Wohl hätte mich dein selig Wort erreicht:
Geh hin, auch deine Sünden sind verziehn!
Umsonst! Und zwei Jahrtausende nun fast
Sind ihrem Schlusse nah’,
Seitdem die Erde ihren süßen Gast
Zuletzt getragen in Bethania.
Schon längst sind deine Märtyrer erhöht,
Und lange Unkraut hat der Feind gesät;
Gespalten längst ist deiner Kirche Reich,
Und trauernd hängt der mühbeladne Zweig
An deinem Baume; doch die Wurzel steht.
Geboren bin ich in bedrängter Zeit;
Nach langer Glaubensrast
Hat nun verschollner Frevel sich erneut;
Wir tragen wieder fast vergeßne Last,
Und wieder deine Opfer stehn geweiht.
Ach, ist nicht Lieben seliger im Leid?
Bist du nicht näher, wenn die Trauer weint.
Wo Drei in deinem Namen sind vereint,
Als Tausenden in Schmuck und Feierkleid?
‘S ist sichtbar, wie die Glaubensflamme reich
Empor im Sturme schlägt,
Wie Mancher, der zuvor Nachtwandlern gleich,
Jetzt frisch und kräftig seine Glieder regt.
Gesundet sind die Kranken; wer da lag
Und träumte, ward vom Stundenschlage wach;
Was sonst zerstreut, verflattert in der Welt,
Das hat um deine Fahne sich gestellt,
Und jeder alte, zähe Firnis brach.
Was will ich mehr? Ist es vergönnt dem Knecht,
Die Gabe seines Herrn
Zu meistern? Was du tust, das sei ihm recht!
Und ist dein Lieben auch ein Flammenstern,
Willst läutern du durch Glut, wie den Asbest,
Dein Eigentum von fauler Flecken Pest:
Wir sehen deine Hand und sind getrost,
Ob über uns die Wetterwolke tost,
Wir sehen deine Hand und stehen fest.

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Burcht Hülshoff bij Münster op een ansichtkaart

 

Zie voor de schrijvers van de 17e mei ook mijn vorige blog van vandaag.

Toon Tellegen, Charles Baudelaire, Joolz Denby, Albert von Schirnding, Johannes Bobrowski

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen!

 

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Federico Barocci, Noli me tangere, 1590

Palazzo Pitti, Florence

 

Opgestaan

Pasen,
regen, verlaten wegen –

pascha
en eieren paars en donkerrood –

drie keer kussen op elkaars wangen,
‘Christus is opgestaan,’ moest ik zeggen,
‘Hij is waarachtig opgestaan,’ zei de ander –

ik drukte mijn neus tegen een raam,
keek naar de glimmende straat
en zei zachtjes tegen mezelf:
‘Christus is opgestaan,
zijn plaatsje is vergaan,
Christus is opgestaan…’

dominees gingen voorbij, met steeds kortere
tussenpozen,
zij wisten het precies,
ik sliep op de achterbank op weg naar huis.

 

Toon Tellegen (Brielle, 18 november 1941)

Cornelis Springer, De Koopmanstraat en Markt in Brielle, 1854

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Ostern (Joseph von Eichendorff)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen!

 


titiaan
Titiaan, Polyptiek van de Verrijzenis, 1522,

Santi Nazaro e Celso, Brescia

 

Ostern

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh’ sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!

Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,

Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

 


Joseph von
Eichendorff (10 maart 1788 – 26 november 1857)

Eichendorff museum in Wangen

 

Zie voor de schrijvers van de 8e april ook mijn vorige blog van vandaag.

Berthold Brecht, William Wordsworth, Victoria Ocampo, Gabriela Mistral, Donald Barthelme

Bij Stille Zaterdag

giotto
Giotto, Bewening van Christus, ca 1304 – 1306,

Padua, Capella Scrovegni

 

Karsamstaglegende – Den Verwaisten gewidmet”

Seine Dornenkrone
Nahmen sie ab
Legten ihn ohne
die Würde ins Grab.

Als sie gehetzt und müde
andern Abends wieder zum Grabe kamen
siehe, da blühte
aus dem Hügel jenes Dornes Samen.

Und in den Blüten, abendgrau verhüllt
sang wunderleise
eine Drossel süss und mild
eine helle Weise.

Da fühlten sie kaum
mehr den Tod am Ort
sahen über Zeit und Raum
lächelten im hellen Traum
gingen träumend fort.



Berthold Brecht (10 februari 1898 – 14 augustus 1956)

Brecht-Haus in Berlin-Weißensee

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Am Karfreitage (Annette von Droste-Hülshoff)

Bij Goede Vrijdag

 

castagno

Andrea del Castagno, Jezus aan het kruis, rond 1450,

National Gallery, Londen)

 

Am Karfreitage

Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen,
Ach, der Tag will euch nicht taugen,
Und die Sonne will euch höhnen!
Seine Augen sind geschlossen,
Seiner Augen süßes Scheinen.
Weinet, weinet unverdrossen,
Könnt doch nie genugsam weinen!

Als die Sonne das vernommen,
Hat sie eine Trauerhülle
Um ihr klares Aug’ genommen,
Ihre Tränen fallen stille.
Und ich will noch Freude saugen
Aus der Welt, der hellen, schönen?
Weinet, weinet meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen!

Still, Gesang und alle Klänge,
Die das Herze fröhlich machen!
“Kreuz’ge, kreuz’ge!” brüllt die Menge,
Und die Pharisäer lachen.
Jesu mein, in deinen Schmerzen
Kränkt dich ihre Schuld vor allen;
Ach, wie ging es dir zu Herzen,
Dass so viele mussten fallen!

Und die Vöglein arm, die kleinen,
Sind so ganz und gar erschrocken,
Dass sie lieber möchten weinen,
Wären nicht die Äuglein trocken;
Sitzen traurig in den Zweigen,
Und kein Laut will rings erklingen.
Herz, die armen Vöglein schweigen,
Und du musst den Schmerz erzwingen!

Weg mit goldenen Pokalen,
Süßem Wein vom edlen Stamme!
Ach, ihn sengt in seinen Qualen
Noch des Durstes heiße Flamme!
Dass er laut vor Schmerz muß klagen,
Erd und Himmel muß erbleichen,
Da die Henkersknecht’ es wagen,
Gall’ und Essig ihm zu reichen!

Weiche Polster, seidne Kissen,
Kann mir noch nach euch verlangen,
Da mein Herr, so gar zerrissen.
Muß am harten Kreuze hangen?
O wie habt ihr ihn getroffen,
Dorn und Nagel, Rut’ und Spieße!
Doch das Schuldbuch liegt ja offen,
Dass sein heilig Blut es schließe.

In der Erde alle Toten
Fahren auf wie mit Entsetzen,
Da sie mit dem heil’gen, roten
Blute sich beginnt zu netzen.
Können nicht mehr ruhn die Toten,
Wo sein köstlich Blut geflossen;
Viel zu heilig ist der Boden,
Der so teuren Trank genossen.

Er, der Herr in allen Dingen,
Muss die eigne Macht besiegen,
Dass er mit dem Tod kann ringen,
Und dem Tode unterliegen.
Gänzlich muß den Kelch er trinken,
Menschenkind, kannst du’s ertragen?
Seine süßen Augen sinken,
Und sein Herz hört auf zu schlagen.

Als nun Jesu Herz tut brechen:
Bricht die Erd’ in ihren Gründen,
Bricht das Meer in seinen Flächen,
Bricht die Höll’ in ihren Schlünden,
Und der Felsen harte Herzen
Brechen all mit lautem Knalle.
Ob in Wonne, ob in Schmerzen?
Bricht’s der Rettung, bricht’s dem Falle?

Und für wen ist denn gerungen
In den qualenvollen Stunden,
Und der heil’ge Leib durchdrungen
Mit den gnadenvollen Wunden?
Herz, mein Herz, kannst du nicht springen
Mit den Felsen und der Erde,
Nur, daß ich mit blut’gen Ringen
Neu an ihn gefesselt werde?

Hast du denn so viel gegeben,
Herr, für meine arme Seele?
Ist ihr ewig, ewig Leben
Dir so wert trotz Schuld und Fehle?
Ach, so laß sie nicht gefunden
Sein, um tiefer zu vergehen!
Lass sie deine heil’gen Wunden
Nicht dereinst mit Schrecken sehen!

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Sterfkamer van Annette von Droste-Hülshoff

 

Zie voor de schrijvers van de 6e april ook mijn vorige blog van vandaag.