Die heiligen drei Könige (Rainer Maria Rilke)

Bij het feest van Driekoningen

 

bruyn

Aanbidding door de Heilige Drie Koningen, Bartholomäus Bruyn de Oude, rond 1501/1550

 

 

Die heiligen drei Könige

Legende

Einst als am Saum der Wüsten sich
auftat die Hand des Herrn
wie eine Frucht, die sommerlich
verkündet ihren Kern,
da war ein Wunder: Fern
erkannten und begrüßten sich
drei Könige und ein Stern.

Drei Könige von Unterwegs
und der Stern Überall,
die zogen alle (überlegs!)
so rechts ein Rex und links ein Rex
zu einem stillen Stall.

Was brachten die nicht alles mit
zum Stall von Bethlehem!
Weithin erklirrte jeder Schritt,
und der auf einem Rappen ritt,
saß samten und bequem.
Und der zu seiner Rechten ging,
der war ein goldner Mann,
und der zu seiner Linken fing
mit Schwung und Schwing
und Klang und Kling
aus einem runden Silberding,
das wiegend und in Ringen hing,
ganz blau zu rauchen an.
Da lachte der Stern Überall
so seltsam über sie,
und lief voraus und stand am Stall
und sagte zu Marie:

Da bring ich eine Wanderschaft
aus vieler Fremde her.
Drei Könige mit Magenkraft

von Gold und Topas schwer
und dunkel, tumb und heidenhaft, –
erschrick mir nicht zu sehr.
Sie haben alle drei zuhaus
zwölf Töchter, keinen Sohn,
so bitten sie sich deinen aus
als Sonne ihres Himmelblaus
und Trost für ihren Thron.
Doch musst du nicht gleich glauben: bloß
ein Funkelfürst und Heidenscheich
sei deines Sohnes Los.
Bedenk, der Weg ist groß.
Sie wandern lange, Hirten gleich,
inzwischen fällt ihr reifes Reich
weiß Gott wem in den Schoß.
Und während hier, wie Westwind warm,
der Ochs ihr Ohr umschnaubt,
sind sie vielleicht schon alle arm
und so wie ohne Haupt.
Drum mach mit deinem Lächeln licht
die Wirrnis, die sie sind,
und wende du dein Angesicht

nach Aufgang und dein Kind;
dort liegt in blauen Linien,
was jeder dir verließ:
Smaragda und Rubinien
und die Tale von Türkis.


Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Rilke werd geboren in Praag

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Khalil Gibran, Hester Knibbe, Romain Sardou, Carl Sandburg, Jens Johler, Idris Davies

De Libanese dichter en romanschrijver Khalil Gibran werd geboren op 6 januari 1883 in Bischarri. Zie ook alle tags voor Khalil Gibran op dit blog.

Over het Huwelijk

Toen sprak Almitra opnieuw en zei:
En wat kun je ons zeggen over het huwelijk?
En hij antwoordde:
Tezamen werd je geboren, en tezamen zul je voor immer zijn.
Jij zult tezamen zijn, als de witte vleugelen van de dood je dagen verstrooien.
Ja, je zult zelfs tezamen zijn in Gods stille herinnering.
Maar laten er tussenruimten zijn in je tezamenzijn.
Laat de winden des hemels tussen je dansen.
Hebt elkander lief, maar maakt van de liefde geen band:
laat zij veeleer zijn een golvende zee tussen de kusten van je zielen.
Vult elkanders bekers, maar drinkt niet uit dezelfde beker.
Geeft elkander van je brood, maar eet niet van hetzelfde stuk.
Zingt en danst tezamen en weest blijde, maar bent ieder alleen,
zoals de snaren van een luit op zichzelf zijn, al doortrilt hen dezelfde muziek.
Geef je harten, maar geef ze niet aan elkander in bewaring.
Want alleen de hand des levens kan je harten bevatten.
En staat tezamen, maar niet te dicht bijeen:
want de zuilen van de tempel staan ieder op zichzelf,
en de eik en de cypres groeien niet in elkanders schaduw.

Khalil Gibran (6 januari 1883– 10 april 1931)

Zelfportet, rond 1911

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E. L. Doctorow, Anja Meulenbelt, Joachim Specht, Astrid Gehlhoff-Claes, Günter Görlich, Ivan Olbracht

De Amerikaanse schrijver Edgar Laurence Doctorow werd geboren op 6 januari 1931 in New York. Zie ook alle tags voor E. L. Doctorow op dit blog.

 

Uit: City Of God

“She wears no makeup, goes unjeweled, and arrives habitually underdressed in the simplest of outfits for an evening, her hair almost too casually pinned or arranged, as if hastily done up at the last minute for whatever black-tie dinner she has been dragged to by her husband.
Her quiet mien is what I noticed the first time I met her-as if she were thinking of something else, as if she is somewhere else in all our distinguished surroundings. Because she did not demand attention and was apparently without a profession of her own, she could seem entirely ordinary among the knockout women around her. Yet she was always the object of their not quite disguisable admiration.
A slender, long-waisted figure. Fine cheekbones and dark brown eyes. The mouth is generous, the complexion an even ecru paleness that, unblemished by any variation, seems dispensed over her face as if by lighting. This Slavic evenness, particularly at her forehead under the pinned slant of hair, may account at least in part for the reigning calmness I have always felt from her.
She nodded, smiled, with a clear direct look into my eyes, and took her place at the table with that quietness of being, the settledness of her that I find so alluring.
Things went well. Let me entertain you…. I spoke my lines trippingly on the tongue. She was responsive, appreciative in her quiet way. On my third glass of Bordeaux, I thought, under cover of the surrounding conversations, I should take my chances. My confession drew from her an appreciative and noncommittal merriment. But then color rose to her cheeks and she stopped laughing and glanced for a moment at her husband, who sat at the next table. She picked up her fork and with lowered eyes attended to her dinner. Characteristically, her blouse had fallen open at the unsecured top button. It was apparent she wore nothing underneath. Yet I found it impossible to imagine her having an affair, and grew gloomy and even a bit ashamed of myself. I wondered bitterly if she elevated the moral nature of every man around her.”

 

E. L. Doctorow (New York, 6 januari 1931)

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