Louis Menand, Kristín Marja Baldursdóttir, Ludwig Thoma, Ludwig Jacobowski, Katharine Tynan, Egon Friedell, Joseph Méry, Rudy Dek, Anna Basener

De Amerikaanse schrijver en letterkundige Louis Menand werd geboren op 21 januari 1952 in Syracuse, New York. Zie ook alle tags voor Louis Menand op dit blog.

Uit: What It Is Like to Like. Art and taste in the age of the Internet

“And we are ridiculously, pathetically, embarrassingly suggestible. Cues that are barely liminal affect our preferences (which is why advertisers pay for product placement in films and TV shows). So do the choices we observe others making, the “I’ll have what she’s having” syndrome. We are also self-suggestible. “We seem to have a preference that we prefer our preference,” as Vanderbilt puts it. “There is a greater chance we will like something when we expect we are going to like it.” He calls this “a virtual law of liking.”
Vanderbilt is an intelligent writer, and there is a lot of interesting material in “You May Also Like,” but he has dived into a fathomless sea. He opens with an epigraph from Nietzsche, “All of life is a dispute over taste,” which pretty much sums up the problem. What does not, on some level, involve taste? Most of a day’s idle conversation is a sequence of thumbs-up, thumbs-down assertions expressed with varying degrees of sincerity and conviction. “Nice weather we’re having.” “I love your new haircut.” “This coffee is suboptimal.” “These are the best Sebastopol peaches I have ever eaten outside Sebastopol.” We don’t put a lot of thought into these judgments. They’re virtually automatic. Everything we experience gets an emoji.
And any action that entails a choice also entails a preference—what to read, what to wear, which brand of superglue to buy. Vanderbilt cites a researcher who estimates that people typically make two hundred food decisions a day. We try to find work we like, entertainment we like, people we like, shoes we like, political candidates we like. We want to sit at the best table, take the most scenic route, watch the funniest late-night talk show. Finally, there are what we think of as higher-order preferences, the astute critical appraisals we come up with when discussing the latest Don DeLillo novel or the new production of “Elektra.”
Understanding how traffic works is made exponentially more complicated by the fact that it’s not just one person who is barely paying attention; all the drivers on the road are barely paying attention, and they’re also reacting to each other. The same is true of taste. The reason stuff you don’t like is out there is that other people do like it. The continuously shifting array of “like” arrows emanating from you is reproduced billions of times across the planet and configured differently each time. Vanderbilt points out that someone who says, “I don’t want Thai food. I had some yesterday,” is forgetting that in Thailand people eat Thai food every day.”

 


Louis Menand (Syracuse, 21 januari 1952)

 

De IJslandse schrijfster Kristín Marja Baldursdóttir werd geboren op 21 januari 1949 in Hafnarfjörður. Zie ook alle tags voor Kristín Marja Baldursdóttir op dit blog.

Uit: Mistsluier (Vertaald door Marcel Otten)

“Neem het kind van me over, ik word gek.” De dienstmeid staart met wijd opengesperde ogen voor zich uit. Wij kijken elkaar vanuit onze ooghoeken aan, mijn zus stokt midden in een psalm. Moeder gaat kalm naar het dienstmeisje, pakt ons slapende broertje van haar schoot en de dienstmeid voegt er de gebrui-kelijke woorden aan toe: “Ik moet weer naar beneden.” Ze komt overeind, loopt majestueus door de kamer met haar breiwerk in haar handen, en met een plotselinge beweging doet ze een hand voor haar mond en probeert ze haar geschreeuw te smoren, terwijl ze naar het trapgat en omlaag rent. Moeder gaat kalm bij het trapgat staan, alsof ze ons zusters ervan wil weer-houden de kamer te verlaten, maar dat is niet nodig, want wij zijn opgevoed om netjes binnen te blijven en de woedeaanval-len op hun beloop te laten; we hebben nooit gezien wat de dienstmeid buiten op het erf uitspookt, maar het kabaal dat ze maakt, het gejammer en het vervloeken van de steile berghel-lingen is altijd binnen te horen. Een langgerekt gejank is vanbuiten hoorbaar. Mijn zuster begint opnieuw te zingen en probeert het geluid te overstemmen. Moeder snelt naar buiten. Ik ga haar achterna. lk doe dit voor het eerst, ik moet zien hoe iemand gek wordt. lk ga naar bene-den en sla geen acht op de verwijtende blikken van mijn zus. Moeder is op het erf op de hoek van het huis en kijkt omhoog de gebruikelijke manier ter wereld was gekomen. De meisjes lagen dwars over elkaar heen als welpen in een hol, lijkbleek en hulpeloos door de misselijkheid, niet in staat om nog langer rechtop te zitten, maar hun broers — behalve de jongste die in de schoot van zijn moe-der dommelde — hadden allang de zeeziekte eruit geroeid en hielden zich bovendeks bij de bemanning op. De medepassagier kon niet dergelijke verhalen over zichzelf vertel-len, want ze had al haar kinderen binnenshuis gebaard, maar om niet voor de weduwe onder te doen greep ze de gelegenheid aan om over ongebruikelijke bevallingen te vertellen die zij van anderen had gehoord.”

 


Kristín Marja Baldursdóttir (Hafnarfjörður, 21 januari 1949)

 

De Duitse dichter en schrijver Ludwig Thoma werd geboren op 21 januari 1867 in Oberammergau. Zie ook alle tags voor Ludwig Thoma op dit blog.

Uit: Andreas Vöst

“Es war ein schöner Herbsttag.
Die Sonne war gelb wie eine Butterblume und sah freundlich auf die abgeräumten Felder herunter, als betrachte sie behaglich die Arbeit, welche sie den Sommer über getan hatte.
Und die war nicht gering. Selten war eine Ernte besser geraten, und die Sonne hatte an vielen Tagen ihre Strahlen herunterschicken müssen, bis die schweren Ähren gereift waren. Und wieder hatte es Wochen gedauert, bis die Halme am Boden lagen und bis die hochbeladenen Wagen ihre Lasten in die Scheunen gebracht hatten.
Nun war es geschehen, und in allen Tennen schlugen die Dreschflegel den Takt; hier und dort trotteten geduldige Pferde an den Göpeln im Kreise herum, und im Hofe des Hierangl fauchte und pfiff eine Dampfmaschine. Überall war fleißiges Treiben, und wenn die Sonne mit einem freundlichen Stolze darüber lachte, so hatte sie recht, denn es war ihr Werk, und es war ihr Verdienst.
Die Dorfstraße von Erlbach lag still und verlassen; die Menschen hatten keine Zeit zum Spazierengehen, und die Hühner liefen als kluge Tiere um die Scheunen herum, wo sie manches Weizenkorn fanden.
Einige Gänse saßen am Weiher, streckten die Hälse und stießen laute Schreie aus; das taten sie, weil sich die Türe eines kleinen Hauses öffnete und zwei Männer heraustraten. Der vordere trug einen Pickel auf der Schulter, der andere eine Schaufel, und sie gingen gegen die Kirche zu, in den Friedhof.
Die eiserne Gittertür kreischte und fiel klirrend ins Schloß. Nun konnte es jeder wissen, daß die beiden Totengräber waren und daß an diesem schönen Tage, mitten in dem emsigen Leben, ein Mensch gestorben war.
Die zwei blieben nicht auf dem Friedhof, sie stiegen über die niedrige Mauer und fingen neben derselben in einem verwahrlosten, kleinen Grasflecke zu graben an.
Das war ungeweihte Erde, in die man Selbstmörder und ungetaufte Kinder legt. Es hatte sich aber kein Erlbacher selbst entleiht, sondern das neugeborene Kind des Schullerbauern Andreas Vöst war unter den Händen der Hebamme gestorben.
Diese Person hatte nicht die Geistesgegenwart, sogleich die Nottaufe zu vollziehen; die Mutter war bewußtlos, und sonst war niemand anwesend, denn alle Hände waren zur Arbeit aufgeboten.
So geschah es, daß die kleine Vöst nicht in den Schoß der heiligen Kirche gelangte und als Heidin nach einem viertelstündigen Leben verstarb.
Ich weiß nicht, ob der liebe Gott den unchristlichen Zustand eines Kindleins so hart beurteilt wie seine Geistlichen, aber das eine ist gewiß, daß es nicht in geweihter Erde ruhen darf, worin nur Christen liegen, darunter manche sonderbare.
Also deswegen warf der Totengräber Kaspar Tristl mit seinem Sohne neben der Kirchhofmauer die Grube auf.
Er nahm den Hut ab; jedoch nicht aus Ehrfurcht, sondern weil ihm warm wurde.“

 


Ludwig Thoma (21 januari 1867 – 26 augustus 1921)
Scene uit de gelijknamige tv-film uit 1979

 

De Duitse dichter en schrijver Ludwig Jacobowski werd geboren op 21 januari 1868 in Strzelno (Strelno). Zie ook alle tags voor Ludwig Jacobowski op dit blog.

 

Herr

So du mich willst, so komm ich,
Und willst du nicht, – erst recht!
Bin Herr von deinem Herzen,
Nimmermehr dein Knecht.

Mag jäh dein Fuß sich wenden
Fluchtwärts zur Kammertür,
Ich reiß dich mit den Händen
Jauchzend her zu mir.

Und wehrst du dich mit Tränen,
Verwirrnis und Verdruß, –
Ich fühl dein ganzes Sehnen
Auch im halben Kuß!

 

Gruft

Meine Liebste hat einen altdeutschen Schrein,
Vier Ritter tragen die Ecken.
Dort legt sie alles hinein
In heimlichem Verstecken:

Blumen, die ich für sie gepflückt,
Zärtliche Wünsche, auf Zettel geschrieben,
Verse, die meiner Liebe geglückt,
Worte, im Herzen haften geblieben …

Alles legt sie in diesen Schrein,
Wie in der Gruft das rosige Leben.
Ich weiß, einst schließt sie mich selber ein,
Um nie mehr den Deckel zu heben.

Blumen, heimlich für sie gepflückt,
Zärtliche Worte, auf Zettel geschrieben,
Verse, von Herzen zu Herzen geschickt …
Was ist von euch geblieben?

Gespenstisch nur raschelt es manchesmal,
Ein Seufzer hebt sich noch trübe;
Ach, und kein erinnernder Strahl
Tastet ins Dunkel der Liebe …

 

Felice – I.

I. Versuchung

Tiefe schwüle Augenpaare,
Rote Lippen wünschevoll,
Stirngekräuselt Lockenhaare,
Atemzüge tief und voll.

Augen, die mir leuchtend winken,
Runder Nacken, schimmerndweiß,
Küsse, die mein Herzblut trinken,
Busenheben schwer und heiß.

Schultern, die kokett sich zeigen,
Tausend Wonnen süßer Lohn!
Ach, was soll ich es verschweigen,
Wer bleibt da ein Sankt Anton! – – –

 

 
Ludwig Jacobowski (21 januari 1868 – 2 december 1900)
Cover

 

De Ierse dichteres en schrijfster Katharine Tynan Hinkson werd geboren op 21 januari 1861 in Clondalkin, County Dublin. Zie ook alle tags voor Katharine Tynan op dit blog.

 

Of An Orchard

Good is an Orchard, the Saint saith,
To meditate on life and death,
With a cool well, a hive of bees,
A hermit’s grot below the trees.

Good is an Orchard: very good,
Though one should wear no monkish hood.
Right good, when Spring awakes her flute,
And good in yellowing time of fruit.

Very good in the grass to lie
And see the network ‘gainst the sky,
A living lace of blue and green,
And boughs that let the gold between.

The bees are types of souls that dwell
With honey in a quiet cell;
The ripe fruit figures goldenly
The soul’s perfection in God’s eye.

Prayer and praise in a country home,
Honey and fruit: a man might come,
Fed on such meats, to walk abroad,
And in his Orchard talk with God.

 

Lambs

He sleeps as a lamb sleeps,
Beside his mother.
Somewhere in yon blue deeps
His tender brother
Sleeps like a lamb and leaps.

He feeds as a lamb might,
Beside his mother.
Somewhere in fields of light
A lamb, his brother,
Feeds, and is clothed in white.

 

 
Katharine Tynan (21 januari 1861 – 2 april 1931)

 

De Oostenrijkse schrijver en kunsthistoricus Egon Friedell werd op 21 januari 1878 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Egon Friedell op dit blog.

Uit: Kleine Porträtgalerie (Peter Altenberg)

„Peter Altenberg ist nun einer von jenen wenigen gewesen, die in unserer Zeit noch immer so dichteten, als ob das Dichten gar kein Beruf wäre. Er dichtete, dichtete ununterbrochen, bei Tag und bei Nacht, im Traum und im Wachen, im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen; es war, wenn man so sagen darf, eine Form seines organischen Stoffwechsels. Damit hängt es wohl auch zusammen, daß er eigentlich sehr wenig »produziert« hat. Denn die wahren Dichtungen haben eine Scheu davor, zu Buchstaben zu gefrieren. Die besten Gedichte sind nur mit dem Herzen aufgeschrieben und kommen niemals in die Setzmaschine.
Als er zum ersten Male auftrat, befand sich rings um ihn herum »Literatur«; nichts als Literatur. Alles war in Artistik aufgelöst. Auf der einen Seite verknöcherte, verkalkte Epigonen, die sich vergeblich bemühten, einige tiefe und schöne Wahrheiten, die aber vor hundert Jahren entdeckt worden waren und daher unmöglich mehr die ihren sein konnten, noch galvanisch am Leben zu erhalten; auf der anderen Seite müde und überreife oder kindische und unreife Herumsucher, die in allen Stilen redeten, nur nicht in dem einzigen, zu dem sie berechtigt waren: dem ihrer Zeit. Dichter, die etwas wußten, das nicht mehr wissenswert war, und Dichter, die noch gar nichts wußten: das war der Zustand.
In diese Situation trat er ein. Nicht als Schriftsteller. Er hatte achtunddreißig Jahre gewartet; nein: nicht einmal gewartet, er hatte nie daran gedacht, etwas zu schreiben. Er hätte es noch weitere zwanzig Jahre unterlassen können. Er hätte es immer unterlassen können. Seine Funktion in dieser Welt war nicht die, zu schreiben, sondern zu sehen; zufällig schrieb er dann das Gesehene einige Male auf. Daß er damit plötzlich nun doch in die Gilde der Schreiber geraten war, das bildete keine Zäsur in seinem Leben. Seine Tätigkeit blieb dieselbe, die sie vorher gewesen war: Dinge zu erblicken, soweit es seine eigenen beschränkten Augen gestatteten; Teile, Stücke, Abrisse der Wirklichkeit: aber Wirklichkeiten.
Dies ist denn auch in der Tat die Lebensaufgabe eines jeden Dichters. Er ist nicht mehr, nicht weniger. Er ist ein Seher in der doppelten Bedeutung des Wortes: ein Seher gegenwärtiger Dinge und ein Seher zukünftiger Dinge. Er geht durch das Leben und betrachtet. Das ist seine ganze Leistung. Und dabei erblickt er Dinge, die vor ihm noch kein Mensch gesehen hat; aber kaum hat er sie erblickt, so können auf einmal auch alle anderen sie sehen, ja es ist von nun an gar nicht mehr möglich, diese Dinge nicht zu sehen: diese Gesichte sind nun plötzlich in das Reich der Wirklichkeit getreten.“

 

 
Egon Friedell (21 januari 1878 – 16 maart 1938)
Portret door Lene Schneider-Kainer, ca. 1914-18

 

De Franse dichter en schrijver Joseph Méry werd geboren op 21 januari 1797 in Marseille. Zie ook alle tags voor Joseph Méry op dit blog.

 

Marseille (Fragment)

— JE viens des brumes du Pôle,
Où le globe a ses remparts ;
Où l’anglaise Métropole
A gravé ses Léopards ;
Où le jour est froid et sombre,
Où le marinier qui sombre
Croit voir des rochers sans nombre
Dans mille glaçons épars.

DE L’ASTROLABE, ma mère,
Beau nom qui fait mon orgueil,
Je suivais sur l’onde amère
Les pas d’écueil en écueil
Dans ma prière importune
Je disais à la Fortune :
Quand pourrais-je sur ma hune
Croiser mes vergues de deuil ?

VERS la Zélande Nouvelle,
Aux Antipodes chéris,
Voilà que Blig se révèle
A nos matelots surpris,
Juges de leur gaîté folle,
Tout en voguant vers le Pôle,
Ils passaient sous la coupole
Du Panthéon de Paris.

LA mer n’était plus rebelle,
Le ciel noir était serein ;
La France passait si belle
Sous mon corsage d’airain !
Bien, ai-je dit, c’est bon signe !
N’avançons pas vers la ligne,
Cette onde seule était digne
D’ensevelir un marin !

 

 
Joseph Méry (21 januari 1797 – 17 juni 1866)
Gravure naar een foto van Étienne Carjat, ca. 1860

 

Onafhankelijk van geboortedata

De Nederlandse schrijver, journalist en taaltrainer Rudy Dek werd geboren in Rotterdam in 1956. Zie ook alle tags voor Rudy Dek op dit blog.

Uit: De dood of de gladiolen

“’Het is zeker een raadsel,’ zei Rogier en hij keerde zich weer tot de agent achter de balie. ‘We moeten inderdaad ontrafelen of iemand verkeerde plannen heelt En met wie hij die heeft? Dat is het raadsel.’ Hij keek nog maar eens om, naar de mannen verderop. De jonge agent zei dat het waarschijnlijk niets te betekenen had. In een stad als Nijmegen gebeurde toch nooit wat. ‘0, en een paar jaar terug dc moord op die milieuactivist dan?’ vroeg Rogier en hij stak verontwaardigd een vinger op. ‘Hoe heette die ook alweer?’ `Was die moord dan aangekondigd in de bus?’ vroeg een vierde agent. een roodharige man met een zilverkleurig ringetje door het oor. Hij legde zijn krant weg. kwam naderbij en schoot in de lach. ‘Gratis busreclame,’ zei hij. ‘Dat is het. Geen aankondiging van een delict.’ Rogier keek dc mannen een voor een aan. Dit konden ze niet menen. Hij keek langs hen heen en zocht naar een woord. ‘Merites,’ kwam er in hem op. ‘Het moet toch grondig op zijn merites worden beoordeeld.’ drong hij aan en hij boomt dat het deftig en overtuigend overkwam. Was er niemand in huis die zoiets kon? Die mannen daar, was daar geen rechercheur bij? Dc roodharige agent liep op tot aan de balie. Hij schoof alle papieren op een hoop, rolde ze op en zette de rol aan een oor. ‘Sst,’ zei hij cn hij hield bezwerend een hand op, ‘ik beoordeel de zaak op zijn merites…’ Zijn ogen draaiden alle kanten op. Na enkele tellen zei hij dat de zaak in orde was. ‘Geen merites te horen.’ Hij gaf Rogier de papieren terug. Zijn collega’s grijnsden. ‘Maar,’ aarzelde Rogier. Hij keek van de rol naar de mannen in uniform. ‘Goed,’ zei hij toen. ‘Zo te zien hebben jullie er verstand van en daar moet ik me als eenvoudig burger maar gewoon bij neerleggen.’ Hij wees met de rol naar de man met het rode haar. ‘Het zag er heel deskundig uit.’ Hij wenste iedereen een prettige nacht en liep bij hen vandaan naar de buitendeur.”

 


Rudy Dek (Rotterdam, 1956)

 

De Duitse schrijfster Anna Basener werd in 1983 in Essen geboren. Zie ook alle tags voor Anna Basener op dit blog.

Uit: Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte

„Sie hat mit neunzehn im Hotel angefangen, und der Herbert hat ihr quasi ab dem ersten Tag den Hof gemacht, aber da war das Herz von der Omma längst für den Kalle entbrannt. Die schmale Mitzi aus der roten Vierzehn hat Ommas Herz in dieser Sache zugestimmt. Der Bordellbesitzer, auf den war ja kein Verlass, wenn man was Treues wollte. Wenn dem Herbert nicht die Hand ausgerutscht ist, dann ist ihm nämlich der Lümmel rausgerutscht – raus, und dann überall rein.
Aber zurück zu dem Objekt von Ommas Begierde. Der Kalle war Schweißer mit Adern auf den muskulösen Oberarmen und grünen Augen. Er war groß und stark und sanft wie ein Lämmchen. Den sollte sich die Omma mal schön warmhalten, haben auch die Mitzi und die dralle Ulla aus der lila Neun empfohlen und explizit von Warmhalten gesprochen. Aber bei aller Liebe, da hat die Omma nix von verstanden, bei der war’s immer gleich heiß. Warmhalten – tsss – l’Amour ist doch keine Erbsensuppe. Die Omma war so schnell schwanger, so schnell kannst du nicht mal Essen-Katernberg sagen.
Und dann kam die Hochzeit. Die Mitzi hat sich fein gemacht, die Ulla hat geheult, und der Herbert hat sich besoffen und in den Klingelbeutel gekotzt.
Jedenfalls haben sie und der Kalle für die Hochzeitsnacht die rote Fünf bekommen, das größte Zimmer im d’Amour, und die Omma musste drei Wochen nicht putzen. Das waren Flitterwochen, von denen ganz Rellinghausen gesprochen hat. Das Bett hat gequietscht, die morschen Dielen haben geknarzt, das ganze Hotel hat gewackelt. In rotem Plüsch und auf durchgelegener Matratze haben die sich so laut und oft geliebt, dass alle Freier Komplexe bekommen haben.“

 


Anna Basener (Essen, 1983)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 21e januari ook mijn blog van 21 januari 2018 deel 2.