Peter Stamm, Sascha Kokot, Rubén Darío, Franz Blei, Paul Léautaud, Jon Stallworthy

De Zwitserse schrijver Peter Stamm werd geboren op 18 januari 1963 in Weinfelden. Zie ook alle tags voor Peter Stamm op dit blog.

Uit: Seerücken

„Sie kommen allein?, fragte die Frau am Telefon noch einmal. Ihren Namen hatte ich nicht verstanden, ihren Akzent konnte ich nicht einordnen. Ja, sagte ich. Ich suche einen Ort, an dem ich in Ruhe arbeiten kann. Sie lachte etwas zu lang, dann fragte sie, was ich denn arbeiten würde. Ich schreibe, sagte ich. Was schreiben Sie? Eine Arbeit über Maxim Gorki. Ich bin Slawist. Ihre Neugier ärgerte mich.

Ach?, sagte sie. Sie schien einen Moment lang zu zögern, als wäre sie nicht sicher, ob sie das Thema interessiere. Gut, sagte sie schließlich, kommen Sie. Sie kennen den Weg?

Ich hatte im Januar eine Tagung besucht, es ging um die Frauenfiguren in Gorkis Stücken. Mein Referat über die Sommergäste sollte in einem Sammelband erscheinen, aber im täglichen Unibetrieb war keine Zeit gewesen, es zu überarbeiten und fertigzu6 stellen. Ich hatte mir die Woche vor Christi Himmelfahrt dafür freigehalten und einen Ort gesucht, an dem niemand und nichts mich erreichen oder ablenken konnte. Ein Kollege hatte mir das Kurhaus empfohlen.

Er hatte als Kind viele Sommerferien dort verbracht. Irgendwann sei der Besitzer des Hauses in Konkurs gegangen, aber er habe gehört, das Hotel sei vor einigen Jahren wiedereröffnet worden. Wenn du einen Ort suchst, an dem nichts los ist, bist du da oben genau richtig. Als Kind habe ich es gehasst.

Die Busse zum Kurhaus fuhren nur im Sommer. Sie könne mich leider nicht abholen, hatte die Frau am Telefon gesagt, ohne einen Grund zu nennen, aber ich könne vom nächstgelegenen Dorf aus zu Fuß heraufkommen, der Marsch sei nicht lang, eine Stunde allerhöchstens.“

Peter Stamm (Weinfelden, 18 januari 1963)

 

De Duitse dichter en schrijver Sascha Kokot werd geboren op 18 januari 1982 in Osterburg. Zie ook alle tags voor Sascha Kokot op dit blog.

Der Himmel liegt in Fetzen

Der Himmel liegt in Fetzen
Häuser eng in Bombenlücken
gestellt den Fenstern
gegenüber kein Licht
für die rußigen Zimmer
bleibt nur das Elektrische
nackt auf die Haut gestrahlt
wenn niemand anwesend ist
knackt es laut in den Leitungen.

 

Und Moskau lässt auf sich warten

Und Moskau lässt auf sich warten,
keine Wohnung, keine Registernummer, kein Eintritt,
die Stunden auf dem Amt sind sinnlos geworden,
bleibt nur die Klaviatur der Zähne eines
Greises im dreißig Stunden Zugabteil,
das durch die Wälder rüttelt
auf der Ausfallachse den Belagerungsweg entlang
sammle ich Brocken und Krumen,
um nicht zu verhungern an der fremden Sprache.

Sascha Kokot (Osterburg, 18 januari 1982)

 

 

De Nicaraguaanse schrijver Rubén Darío werd geboren in Metapa, tegenwoordig Ciudad Darío, op 18 januari 1867. Zie ook alle tags voor Rubén Darío op dit blog.

Song of Autumn in the Springtime

Youth, treasure only gods may keep,
Fleeting from me forever now!
I cannot, when I wish to, weep,
And often cry I know not how…

My heart’s celestial histories,
So countless were, could not be told.-
She was a tender child, in this
World of affliction manifold.

She seemed a dawn of pure delight;
She smiled as the flowers after rain;
Her tresses were like to the night
Fashioned of darknesses and pain.

I was timid and childlike shy.
I could not but have been this way:
She, to my love chaste as the sky,
Was Herodias and Salomé…

Youth, treasure only gods may keep,
Fleeting from me forever now!
I cannot, when I wish to, weep,
And often cry I know not how…

The other was more sensitive,
More quieting and loving-kind,
With greater will to love and live
Than I ever had hoped to find.

For with her grace of tenderness
A violence of love she had:
In a peplos of loveliness
Was hid a Maenad passion mad…

Youth, treasure only gods may keep,
Wilted in me forever now!
I cannot, when I wish to, weep,
And often cry I know not how…

Another fancied my lips were
A casket wrought to hold her love;
And wildly with the teeth of her
To gnaw my very heart she strove.

She willed all passionate excess;
She was a flame of love for me;
She made each ardorous caress
Synthesis of eternity.

She deemed our flesh a deathless thing,
And on desire an Eden reared,
Forgetting that the flowers of Spring
And of the flesh so soon are seared…

Youth, treasure only gods may keep,
Fleeting from me forever now!
I cannot, when I wish to, weep,
And often cry I know not how…

And the others! In many climes,
In so many lands, ever were
Merely the pretext for my rhymes,
Or heart-born fantasies of her.

I sought for the princess in vain,
She that awaited sorrowing.
But life is hard. Bitter with pain.
There is no princess now to sing!

And yet despite the season drear,
My thirst of love no slaking knows;
Gray-haired am I, yet still draw near
The roses of the garden-close….

Youth, treasure only gods may keep,
Fleeting from me forever now!
I cannot, when I wish to, weep,
And often cry I know not how…

Ah, but the golden Dawn is mine!

Rubén Darío (18 januari 1867 – 6 februari 1916)

 

 

De Oostenrijkse schrijver, vertaler en uitgever Frans Blei werd geboren op 18 januari 1871 in Wenen. Zie ook mijn blog van 18 januari 2009 en ook mijn blog van 18 januari 2010 en ook mijn blog van 18 januari 2011.

 

Uit: Erzählung eines Lebens

„Walser hat in seinen Büchern eine Welt hingestellt, die immer und nichts sonst ist als seine Welt. Er ist mit einer passionierten Hartnäckigkeit bei sich geblieben. »Was dachte ich neulich darüber? Man müsse vom geringsten Gegenstand schön reden lernen, was besser wäre als über einen reichlichen Vorwand sich ärmlich ausdrücken«, schrieb er unlängst. Gibt es für ein solches Selbst ein Geringes? Der sublime Egoismus, – es gibt ja nichts anderes. Man ist ja in diesem

Leben hinreichend allein, als daß man sich auch noch seines Selbst berauben könnte.

In seinen jüngern Jahren, seinen noch jüngern, wie man bei ihm sagen muß, war Walser auch ein Page, und sein Traum, einer jungen Dame zu dienen, ihr die Schleppe zu tragen. Nicht so mit

Redensarten romantischer Schwärmerei, nicht in banaler Übersetzung etwa einer »dichterischen« Haltung, höchstens ein kleines bißchen außer und abseits der Welt, wie sie in diesen Ephemeriden abläuft. Vielleicht wäre Gärtner der beste praktische Beruf für ihn gewesen, Ziergärtner. Er hat schreibend so viele Sträußchen gebunden, mit Delikatesse, Anmut und heiterer

Täuschung über den Busen, den das Gebilde schmücken sollte.

Praktisch erfuhr er ja gröbste Widerlegungen. Als er einmal von Zürich nach Berlin zu Fuß wandern wollte und ohne Geld, brach er auf der Straße vor Treuchtlingen zusammen über seinen blutenden

Füßen. Und als er sich auf eine Annonce hin, wo für eine Schloßherrschaft in Schlesien ein Diener gesucht wurde, meldete in der Erwartung, dem jungen Fräulein die Schleppe tragen zu dürfen, da kam er durch die zwei sinistren Wintermonate dieser schlesischen Schloßherrlichkeit zu nichts anderem, als daß er die Öfen heizen mußte, von den Korridoren aus, und das Fräulein des Hauses war ein

junger Fratz von nur fünfzig gewesen, das Traktätchen für die Innere Mission verfaßte und auch so aussah.”

 

Frans Blei (18 januari 1871 – 10 juli 1942)

 

De Franse schrijver Paul Léautaud werd geboren op 18 januari 1872 in Parijs. Zie ook mijn blog van 18 januari 2009 en ook mijn blog van 18 januari 2010 en ook mijn blog van 18 januari 2011.

 

Uit: Journal littéraire

„04.03.33

Je considère pour ma part comme des forbans ces agitateurs politiques : Mussolini, Hitler, qui chauffent à blanc tout un peuple et le transforment en une foule d’énergumènes prêts pour la tuerie. Que ceux-ci se fassent tuer, puisqu’ils sont assez bêtes pour se laisser monter le coup, il n’y a pas grand mal, mais c’est qu’ils peuvent amener à se faire tuer d’autres qui n’en ont aucune envie. On peut ajouter à Hitler et à Mussolini l’odieux reître Pilsudski, le sabreur polonais, qui n’attend qu’une occasion pour ouvrir la danse. On ne sait pas ce que les hommes sont le plus ou bêtes ou fous. On se rappelle le mot de Renan constatant l’impuissance des esprits de paix et de conciliation : il n’y a plus qu’à se croiser les doigts avec désespoir. »

 

Paul Léautaud (18 januari 1872 – 22 februari 1956)

 

 

De Engelse dichter en letterkundige Jon Stallworthy werd geboren op 18 januari 1935 in Londen. Zie ook mijn blog van 18 januari 2009 en ook mijn blog van 18 januari 2010 en ook mijn blog van 18 januari 2011.

Third Day

Respirators sound like trout feeding
at night in some dream hatchery—no one there
to listen; our subaqueous world of care
is halfway blue—peaceful, unthreatening.

Spectacles pressed to the glass, our specialists
walk by to look us over and seem the same
until, mask-mouthed, they enter: clipboard lists
distinguish the paraphernalia from the name.

We are our medication, and the machines
programmed to meet an individual case
more than identity now. We may have been;
some may become again. We have no face

to lose, to look at, but it’s pleasant here,
suspense suspended, nothing to be done
for the time being—time being our time won
to flail for birth again and fight for air.

Jon Stallworthy (Londen, 18 januari 1935)

 


Zie voor nog meer schrijvers van de 17e januari ook
mijn blog van 17 januari 2011 deel 1 en eveneens deel 2en ook
deel 3.