Arnold Stadler, Bernard-Marie Koltès, Julius Hart, Lev Kopelev, Carl Amery, Leonard Wibberley

De Duitse schrijver Arnold Stadler werd geboren op 9 april 1954 in Meßkirch. Zie ook alle tags voor Arnold Stadler op dit blog.

 

Uit: Salvatore

„Um seinen exhibitionistischen Übermut zu krönen, sagte er zum Abschluss einer solchen Volte, dass

er seit fünfundzwanzig Jahren nicht mehr wählen gewesen war. Und da er doch sehen konnte und einen Blick hatte für den Blick und die Mienen der anderen, hatte er ganz schnell widerrufen und seine Verlautbarungen und alles, was er gesagt hatte, als Scherz ausgegeben. Das war glatt eine Notlüge, um sich von der Welt zu distanzieren, wie sie war.

Und außerdem: Er wollte nicht auch noch für die Politik der vergangenen fünfundzwanzig Jahre mit zur Verantwortung gezogen werden. Aber er hatte auch Mitleid, besonders mit jenen, die ihm die ganze Arbeit, den Regierungsdreck, abnahmen und so zu leben verstanden, als hätten sie trotz allem

die Hoffnung niemals aufgegeben, mit den Frauen mehr als mit den Männern. Dafür bewunderte er sie.

Meist war es für Salvatore zu spät, die eigenen Dummheiten als Missverständnis oder Scherz auszugeben. Salvatore hatte es einfach nicht geschafft, sich rechtzeitig die Political Correctness wie ein zweites Hemd anzueignen und überzustreifen und so ein Doppelleben zu führen. Er trank ja nur,

weil er Angst hatte vor ihnen. Er fl üchtete in den Alkohol ja nur aus Furcht, dass ihm die richtigen Wörter nicht kämen.“

 


Arnold Stadler (Meßkirch, 9 april 1954)

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Ostern (Joseph von Eichendorff)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen!

 


titiaan
Titiaan, Polyptiek van de Verrijzenis, 1522,

Santi Nazaro e Celso, Brescia

 

Ostern

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh’ sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!

Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,

Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

 


Joseph von
Eichendorff (10 maart 1788 – 26 november 1857)

Eichendorff museum in Wangen

 

Zie voor de schrijvers van de 8e april ook mijn vorige blog van vandaag.

Herinnering aan Gerard Reve, Hanz Mirck, Christoph Hein, Nnedi Okorafor, Barbara Kingsolver, John Fante, Johann Christian Günther

Herinnering aan Gerard Reve

Vandaag is het precies 6 jaar geleden dat de Nederlandse dichter en schrijver Gerard Reve overleed. Zie ook alle tags voor Gerard Reve op dit blog en evenneens mijn blog van 14 december 2006. en mijn blog van 9 april 2006.

 

ROEPING
(voor de Zusters van Liefde, te Weert)

Zuster Immaculata die al vier en dertig jaar
verlamde oude mensen wast, in bed verschoont,
en eten voert,
zal nooit haar naam vermeld zien.
Maar elke ongewassen aap die met een bord: dat hij
vóór dit, of tegen dat is, het verkeer verspert,
ziet savonds reeds zijn smoel op de tee vee.
Toch goed dat er een God is.



Gerard Reve (14 december 1923 – 8 april 2006)

Gedenksteen op de Nieuwe Markt in Weert met het gedicht „Roeping“

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Berthold Brecht, William Wordsworth, Victoria Ocampo, Gabriela Mistral, Donald Barthelme

Bij Stille Zaterdag

giotto
Giotto, Bewening van Christus, ca 1304 – 1306,

Padua, Capella Scrovegni

 

Karsamstaglegende – Den Verwaisten gewidmet”

Seine Dornenkrone
Nahmen sie ab
Legten ihn ohne
die Würde ins Grab.

Als sie gehetzt und müde
andern Abends wieder zum Grabe kamen
siehe, da blühte
aus dem Hügel jenes Dornes Samen.

Und in den Blüten, abendgrau verhüllt
sang wunderleise
eine Drossel süss und mild
eine helle Weise.

Da fühlten sie kaum
mehr den Tod am Ort
sahen über Zeit und Raum
lächelten im hellen Traum
gingen träumend fort.



Berthold Brecht (10 februari 1898 – 14 augustus 1956)

Brecht-Haus in Berlin-Weißensee

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Johannes Mario Simmel, Jens Peter Jacobsen, Gustav Landauer, Hervé Bazin

De Oostenrijkse schrijver Johannes Mario Simmel werd op 7 april 1924 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Johannes Mario Simmel op dit blog.

Uit: Es muss nicht immer Kaviar sein

»Wir Deutschen, liebe Kitty, können ein Wirtschaftswundermachen, aber keinen Salat«, sagte Thomas Lieven zu dem schwarzhaarigen Mädchen mit den angenehmen Formen.»Jawohl, gnädiger Herr«, sagte Kitty. Sie sagte es ein wenig atemlos, denn sie war fürchterlich verliebt in ihren charmanten Arbeitgeber. Und mit verliebten Augen sah sie Thomas Lieven an, der bei ihr in der Küche stand.Über seinem Smoking – nachtblau, mit schmalen Revers – trugThomas Lieven eine Küchenschürze. In der Hand hielt er eine Serviette. In der Serviette befanden sich die zarten Blätter vonzwei bildschönen Salatköpfen

Was für ein Mann, dachte das Mädchen Kitty, und ihre Augenglänzten

Kittys Verliebtheit rührte nicht zuletzt daher, daß ihr Arbeitgeber, Herr über eine Villa mit vielen Zimmern, sich so selbstverständlich in ihrem Reich, der Küche, zu bewegen verstand.»Salat richtig anzurichten, ist eine fast schon verlorene Kunst«, sagte Thomas Lieven. »In Mitteldeutschland wird e rsüß zubereitet und schmeckt wie verdorbener Kuchen, in Süddeutschland sauer wie Kaninchenfutter und in Norddeutschland benutzen die Hausfrauen sogar Salatöl. O heiliger Lukullus! Türschlösser sollte man behandeln mit diesem Öl, aber nicht Salat!«»Jawohl, gnädiger Herr«, sagte Kitty, immer noch atemlos. In der Ferne begannen Kirchenglocken zu läuten. Es war 19 Uhr am 11. April 195.7

Der 11. April 1957 schien ein Tag zu sein wie jeder andere. Nicht so für Thomas Lieven! Denn an diesem Tag wähnte er, mit einer wüsten, gesetzesfeindlichen Vergangenheit abschließen zu können. An diesem 11 April 1957 bewohnte Thomas Lieven, kurzvorher 48 Jahre alt geworden, eine gemietete Villa im vornehmsten Teil der Cecilien-Allee zu Düsseldorf.”

 

Johannes Mario Simmel (7 april 1924 – 1 januari 2009)

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Am Karfreitage (Annette von Droste-Hülshoff)

Bij Goede Vrijdag

 

castagno

Andrea del Castagno, Jezus aan het kruis, rond 1450,

National Gallery, Londen)

 

Am Karfreitage

Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen,
Ach, der Tag will euch nicht taugen,
Und die Sonne will euch höhnen!
Seine Augen sind geschlossen,
Seiner Augen süßes Scheinen.
Weinet, weinet unverdrossen,
Könnt doch nie genugsam weinen!

Als die Sonne das vernommen,
Hat sie eine Trauerhülle
Um ihr klares Aug’ genommen,
Ihre Tränen fallen stille.
Und ich will noch Freude saugen
Aus der Welt, der hellen, schönen?
Weinet, weinet meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen!

Still, Gesang und alle Klänge,
Die das Herze fröhlich machen!
“Kreuz’ge, kreuz’ge!” brüllt die Menge,
Und die Pharisäer lachen.
Jesu mein, in deinen Schmerzen
Kränkt dich ihre Schuld vor allen;
Ach, wie ging es dir zu Herzen,
Dass so viele mussten fallen!

Und die Vöglein arm, die kleinen,
Sind so ganz und gar erschrocken,
Dass sie lieber möchten weinen,
Wären nicht die Äuglein trocken;
Sitzen traurig in den Zweigen,
Und kein Laut will rings erklingen.
Herz, die armen Vöglein schweigen,
Und du musst den Schmerz erzwingen!

Weg mit goldenen Pokalen,
Süßem Wein vom edlen Stamme!
Ach, ihn sengt in seinen Qualen
Noch des Durstes heiße Flamme!
Dass er laut vor Schmerz muß klagen,
Erd und Himmel muß erbleichen,
Da die Henkersknecht’ es wagen,
Gall’ und Essig ihm zu reichen!

Weiche Polster, seidne Kissen,
Kann mir noch nach euch verlangen,
Da mein Herr, so gar zerrissen.
Muß am harten Kreuze hangen?
O wie habt ihr ihn getroffen,
Dorn und Nagel, Rut’ und Spieße!
Doch das Schuldbuch liegt ja offen,
Dass sein heilig Blut es schließe.

In der Erde alle Toten
Fahren auf wie mit Entsetzen,
Da sie mit dem heil’gen, roten
Blute sich beginnt zu netzen.
Können nicht mehr ruhn die Toten,
Wo sein köstlich Blut geflossen;
Viel zu heilig ist der Boden,
Der so teuren Trank genossen.

Er, der Herr in allen Dingen,
Muss die eigne Macht besiegen,
Dass er mit dem Tod kann ringen,
Und dem Tode unterliegen.
Gänzlich muß den Kelch er trinken,
Menschenkind, kannst du’s ertragen?
Seine süßen Augen sinken,
Und sein Herz hört auf zu schlagen.

Als nun Jesu Herz tut brechen:
Bricht die Erd’ in ihren Gründen,
Bricht das Meer in seinen Flächen,
Bricht die Höll’ in ihren Schlünden,
Und der Felsen harte Herzen
Brechen all mit lautem Knalle.
Ob in Wonne, ob in Schmerzen?
Bricht’s der Rettung, bricht’s dem Falle?

Und für wen ist denn gerungen
In den qualenvollen Stunden,
Und der heil’ge Leib durchdrungen
Mit den gnadenvollen Wunden?
Herz, mein Herz, kannst du nicht springen
Mit den Felsen und der Erde,
Nur, daß ich mit blut’gen Ringen
Neu an ihn gefesselt werde?

Hast du denn so viel gegeben,
Herr, für meine arme Seele?
Ist ihr ewig, ewig Leben
Dir so wert trotz Schuld und Fehle?
Ach, so laß sie nicht gefunden
Sein, um tiefer zu vergehen!
Lass sie deine heil’gen Wunden
Nicht dereinst mit Schrecken sehen!

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Sterfkamer van Annette von Droste-Hülshoff

 

Zie voor de schrijvers van de 6e april ook mijn vorige blog van vandaag.

Kazim Ali, Jakob Ejersbo, John Pepper Clark, Günter Herburger, Uljana Wolf

De Amerikaanse dichter, schrijver en essayist Kazim Ali werd geboren op 6 april 1971 in Croydon, Engeland. Zie ook alle tags voor Kazim Ali op dit blog.

Night Prayer

I lived near the archive for years but never read it.
Instead dropped letters folded as boats into the stream at midnight.

The white lines of a graph moored me to them.
From that moment I was thirsty, remembering my earlier thirst.

Standing still at the sill of the window, wanting to know
who was looking out. But how can a window answer?

All my naval missives were cast between map and maelstrom,
and if I ever dared to pray for something real

would it be for my thirst to be quenched or for unquenchable thirst—

 

Dear Father, Dear Sound

I exist only two cosmic minutes after you.
What does an echo know?

You recited into my ears before I had either language or sight
“there is a Thing in the universe so immense you can’t say It”

Your whisper hand in hand with what I whispered back
is going out to the end of the universe.

Will they ever reach it?
Will they ever begin traveling back?

Kazim Ali (Croydon, 6 april 1971)

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Dan Andersson, Erich Mühsam, Georges Darien, Jean-Baptiste Rousseau

De Zweedse dichter en schrijver Dan Andersson werd geboren op 6 april 1888 in Skattlösberg (Dalarna). Zie ook alle tags Dan Andersson op dit blog.

 

Uit: Svarta visor (Fragment, vertaald door Klaus-Rüdiger Utschick)

Saß ich still an ihrer Seite, deren Herz gleichsam war meins,
schaffte sie Behagen unsrem Nest im Nu,
doch mein Herz rief unter Qualen: ‘Was du hast, ist doch nicht deins’,
und ein Dämon führte mich zu Trost und Ruh.

Was ich liebe, ist verborgen in der tiefen dunklen Ferne,
und mein rechter Weg ist hoch und wunderbar.
Und im Lärm und Trubel lockt es mich zu beten zu dem Herren:
‘Nimm die Erde fort, daß etwas kommt, was vordem niemals war!’

Folg mir, Bruder, hinter Berge zu den stillen kühlen Fluten,
wo die Meere träge schlafen in dem Bett aus Bergen weit.
Hinter Berg und Himmel heim zu meiner Mutter will ich sputen,
die mit goldumglänztem Nebelschleier schmückt ihr Rosenkleid.

 

 

Dan Andersson (6 april 1888 – 16 september 1920)

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Nicolaas Beets, Hugo Claus, Algernon Swinburne, Bora Ćosić

Bij Witte Donderdag

 

rubens
Het Laatste Avondmaal door Peter Paul Rubens, 1630-1632

 

Het laatste avondmaal
Mark. XIV v. 22-24.

Toen hij zijn bijzijn was ontvloden,
Wien Jezus, in den laatsten nacht,
De bittre bete had geboden.
Die al zijn bloed aan ’t gisten bracht;
Toen Judas, om, naar ’t woord des Heeren,
Met haast te doen hetgeen hij deed,
Zijn heilig aangezicht vermeed,
Om met dien kus terug te keeren!

Toen de ijslijke ure was gekomen,
Waarin de kampstrijd aan zou gaan,
Werd op zijn wezen niets vernomen.
Dat angst of droef heid kon verraân;
Hij zag in wat Hij zou beginnen,
In ieder foltring Hem bereid,
Al zijn aanstaande heerlijkheid,
En in zijn strijden ’t overwinnen.

Nog eens tot de Elve dan gesproken,
Van liefde en eendracht, moed en trouw!
Toen heeft Hij plechtig ’t brood gebroken,
Daar elk van hen van eten zou.
Toen heeft Hij, aan dien heilgen dissche,
Den laatsten beker om doen gaan,
Zoo als ’t nog heden wordt gedaan,
Ter maaltijd der gedachtenisse.

O Beeldspraak van de felste smart:
Gebroken brood, vergoten wijn!
Moet gij voor mijn geloovig harte
Van ’s Heilands dood de teeknen zijn!
Gewis; zijn lichaam werd verbroken,
Om mij te redden van ’t verderf,
Zijn hand doorgriefd, zijn zij’ doorstoken,
Opdat ik Gods gena verwerf.

Als ik ’t gebroken brood dan ete,
En proeve den vergoten wijn,
Mijn Heiland! dat ik nooit vergete
Hoe veel en groot mijn zonden zijn!
Opdat ik voor mijzelf mij schame,
Maar, overtuigd van Gods gena,
Van uw gewijde tafel ga,
Op nieuw versterkt in uwen name.

 

Nicolaas Beets (13 september 1814 – 13 maart 1903)

De theekoepel in Arendshof, waar Beets zijn verzen voorlas

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Werner J. Egli, Michael Georg Conrad, Arthur Hailey, Paolo Ferrari

De Zwitserse schrijver Werner J. Egli werd geboren in Luzern op 5 april 1943. Zie ook alle tags voor Werner J. Egli op dit blog.

 

Uit: Dream Road

Eine Welt ohne Krieg wäre eine Welt ohne Menschen, dachte er. Es würde still sein.
Und in dieser Stille würde ein Baby zur Welt kommen.
Es wäre der erste friedfertige Mensch sein, nachdem die Menschen sich gegenseitig fast ausgerottet hatten.
Noch lag die Welt in Trümmern. Noch schien die Sonne wie durch einen schmutzigen Nebel.
Es war kalt und es schneite schmutzigen Schnee. An der Oberfläche des Sees trieben tote Fische mit weiss schimmernden Bäuchen.
In der Nähe lag der Kadaver eines Rehs. Julia kauerte in eine Decke gehüllt in der Ruine eines Hauses und stillte das Baby. Am Boden lagen Geldstücke herum, aber sie waren wertlos.
Mika kam mit einem Armvoll Holz zurück und entfachte ein Feuer.
Es war das einzige Feuer weit und breit.
Nach und nach näherten sich Menschen dem Feuerschein, setzten sich auf die Trümmer und begannen in ihren Habseligkeiten herumzukramen.
Keiner besass viel, aber was er besass, teilte er mit den anderen.
Und sie begannen über die Zukunft zu reden.“

 


Werner J. Egli (Luzern, 5 april 1943)

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