Frank Witzel

Onafhankelijk van geboortedata

De Duitse schrijver en muzikant. Frank Witzel werd geboren in 1955 in Wiesbaden. Als kind leerde de veelzijdige kunstenaar verschillende instrumenten en vervolgens begon hij als tiener te tekenen en te schrijven. Hij schreef gedichten, proza, essays en bijdragen aan culturele en literaire tijdschriften. In 1978 verscheen zijn eerste dichtbundel ” Stille Tage in Cliché” met zijn eigen illustraties. Het tweede deel van ” Tage ohne Ende , volgde in 1980. Hoewel zijn vroege prozawerk – een aantal korte verhalen en romanfragmenten – tot nu toe ongepubliceerd bleef, dienden zich hier al de belangrijkste elementen van zijn latere teksten aan. Met de roman “Blue Moon Baby” lukte hem in 2001 de doorbraak. “Blue Moon Baby” vertelt het verhaal van de leraar Hugo Rhäs, waarvan de verhaallijn zich met andere – zoals over de bizarre verschijning van spion zonder been Douglas Jr. in Wisconsin – overlapt. Hier verbindt Witzel moderne samenzweringstheorieën met elementen van de spionageroman, doorspekt met verwijzingen naar popcultuur en literatuur: Ook in de volgende roman “Revolution und Heimarbeit” (2003) combineert Witzel samenzweringstheorieën – zoals de vermeende gesimuleerde maanlanding in 1969 – met een reeks van groteske gebeurtenissen, kritiek op het kapitalisme en freakshow elementen. Voor zijn boek “Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969” ontving Witzel in 2012 de Robert Gernhardt Prijs.

Uit: Bluemoon Baby

“Horst Janssen war fest davon überzeugt, daß er alles zu zeichnen vermochte. Er sagte das einmal in einem Interview, das im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Wenn man sich jedoch seine Zeichnungen anschaut, so sind es meist verwelkte Blätter und eingetrocknete Früchte, die darauf zu sehen sind. Und wenn es keine verwelkten Blätter und eingetrockneten Früchte sind, so sieht es doch aus wie verwelkte Blätter und eingetrocknete Früchte. Ich finde, daß die Zeichnungen durchaus ge-konnt aussehen. Vielleicht konnte Horst Janssen auch tatsächlich alles zeichnen. Können im Sinne von: die Möglichkeit zu etwas besitzen. Ge-tan hat er es mit Sicherheit nicht. Das ist auch nicht weiter schlimm. Aber warum hat er so viel getrunken? Und warum war er o so unglücklich? Und so alt ist er nun auch nicht geworden.
Natürlich kann man solche Fragen nicht beantworten. Es wäre sogar zynisch, wollte man sie beantworten. Aber man kann sie stellen. Rein rhetorisch, weil gewisse Vorstellungen mit anderen Vorstellungen zu tun haben. Auf der Rückseite eines dtv-Taschenbuchs von Horst Janssen steht ein Zitat von ihm, das lautet: »Mich haben die Götter ungemein gestraft mit meinen Gaben.« Das ist es, was ich meine. Der Künstler denkt mit einem Mal, daß er alles zeichnen kann, und daß das eine Gabe sei, und daß es Götter gibt, die einen dann noch mit dieser Gabe strafen wollen. Wahrscheinlich entstehen Mythen aus unreflektiert Da-hingesagtem, das auf der Rückseite eines dtv – Taschenbuchs abgedruckt oder im Fernsehen gesendet wird. Nicht nur andere Leute denken: »Na, das hört sich doch ganz plausibel an«, sondern man selbst denkt es. Und dann verwechselt man die Medien schon mit den Göttern. Und dann wird es, glaube ich, ziemlich schwierig.
Das Buch ist jetzt ungefähr zu einem Viertel vorüber, und deshalb erlaube ich mir diese kleine persönliche Abschweifung. Ich kam darauf aus folgendem Grund: Eigentlich wollte ich mit der Beschreibung von Abbie Kofflager beginnen. Ich hatte aber gerade kurz zuvor eine Folge der Sendung »Ehen vor Gericht« gesehen. Das ist eigentlich keine besondere Sendung, eher billig produziert und in letzter Zeit auf eine Stunde heruntergekürzt. Deshalb erwarte ich dort auch keine besonderen Schauspieler. Nun war heute aber gerade dort eine ausgezeichnete Schauspielerin zu sehen. Diese Schauspielerin war so ausgezeichnet, daß ich mehrfach überlegte, ob sie vielleicht gar keine Schauspielerin war, sondern das alles wirklich in dem Moment erlebte, in dem sie es darstellte – was natürlich Unsinn ist. Sie war umgeben von schlechten bis rechten Schauspielern, die sich mit ihren Rollen abmühten oder identifizierten, oder eben sich selbst spielten. Demnach war sie aller Wahrscheinlichkeit auch eine Schauspielerin. Sie spielte die Böse. Die Schuldige, was die Psychologin in den Zwischengesprächen auch mehrfach betonte.”

 
Frank Witzel (Wiesbaden, 1955)

Eugenio Montale, Stefaan van den Bremt, Robert Fitzgerald, Paul Engle, Ann Petry, Louis Hemon, Paula von Preradović

De Italiaanse dichter Eugenio Montale werd geboren in Genua op 12 oktober 1896. Zie ook mijn blog van 12 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Eugenio Montale op dit blog.

 

Pirla

Voorje je ogen sloot, zei je nog pirla,
zo’n onvertaalbaar woord uit je bargoens.
Sindsdien draag ik het met me mee, een teken,
Niet weg te schrobben. Natuurlijk lopen er meer
pirla rond op de wereld, hoe kom ik ze tegen?
Je houdt nooit op pirla te zijn. Als ze niet zo
goed op de hoogte waren, had ik dat stigma
wel met mijn nagels uit me losgekrabd.

 

In het Saint James in Parijs

In het Saint James in Parijs moet ik voortaan vragen
om een eenpersoonskamer. (Ze hebben niet graag
eenpersoonsgasten.) Net zo
bij dat namaak- Byzantium waarvan je zo hield in Venetië
en dan door naar de telefonistes, vanouds je vriendinnen,
tot de verbinding uitvalt. En het begint weer,
het verlangen je terug te hebben, in een gebaar
bv, of in een gewoonte.

 

Vertaald door Eva Gerlach

 

Aan mijn moeder
 
Nu het koor van steenpatrijzen
jouw eeuwige slaap verzoet, verzaligde
zwerm in ordeloze vlucht naar de glooiingen
van de Mesco-kaap na de wijnoogst, nu de strijd
der levenden heviger woedt dan ooit: indien jij nu
als een schim je omhulsel loslaat
(het is geen schim,
o lieve, het is niet wat jij denkt),
 
wie zal jou dan beschermen? De verlaten straat
leidt nergens heen. Slechts twee handen, een gezicht,
die handen, dat gezicht, het teken van een leven
dat niet van iemand anders is maar van zichzelf,
slechts dát geeft jou een plaats in het van zielen
en van stemmen wemelend elysium waarin jij leeft;
 
en ook de vraag die je nalaat is,
in de schaduw van de kruisen, een teken van jou.

 

Vertaald door Frans Denissen

 

 
Eugenio Montale (12 oktober 1896 – 12 september 1981)
Portret door Galeazzo Viganò

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Daniel Falb, Conrad Ferdinand Meyer, Han Resink, Gertrud von Le Fort, François Mauriac

De Duitse dichter en schrijver Daniel Falb werd geboren op 11 oktober 1977 in Kassel. Zie ook alle tags voor Daniel Falb op dit blog.

STAINED SUSTAINED I
neue stillleben

(first)

das auftragen der lichtreflexe bedeutete offensichtlich die arbeit an den
obersten, rasch aushärtenden schichten.

ein stilleben mit verderblichen gütern erreichte man also durch plötzliches
einfrieren der bewegung, mithin des ganzen quellgebietes.

dabei hatte jeder freund sein eigenes zeitfenster, durch das man zusehen
konnte, wie er sich anzog.

seine klassenlage als aufgabe unseres managements. dass wir in unserem
ganzen leben keinen überreifen apfel zu sehen kriegen würden.

betrachten wir die wolkenartige hintergrundstruktur, die wir als unter-
grund verstanden, auf dem die lebensqualität unmerklich zu boden ging.

und betrachten wir dein blumenkohl-gesicht als etwas im flug erstarrtes.
diese rasse war schon ausgestorben.

trotzdem fanden sich noch elemente im habitus, insektizide nämlich, die
uns beschmutzten.

 

STAINED SUSTAINED II

(second)

das imperfekt wie einen jugendlichen straftäter auf dem arm behalten, kurz
abwarten.

und dann dem unfertigen obstkorb in den kopf ballern, ihn mehrmals über-
fahren.

die location wäre aber vor dem großen ereignis zu begehen, der peinliche
bereich, in dem stets mehr verhindert wurde als stattfand.

prävention beschmutzte uns.

wir verfolgten dieses motiv, jene hochgedrückte, weiterhin aus unserem
freundeskreis aufsteigende flüssigkeit, bläschen und kompakte partikel der
kausalität.

kompakte wohnblocks unserer motive, aus denen jetzt gruppen unreifer
schulkinder auf die straße traten. einfach die ernte überleben.

 
Daniel Falb (Kassel, 11 oktober 1977)

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Christoph Peters, Boris Pilnjak, Pierre Jean Jouve, Hans Schiebelhuth, Richard H. W. Dillard

De Duitse schrijver Christoph Peters werd geboren op 11 oktober 1966 in Kalkar. Zie ook alle tags voor Christoph Peters op dit blog en ook mijn blog van 11 oktober 2009 en ook mijn blog van 11 oktober 2010.

Uit: Der Arm des Kraken

„Um kurz vor neun am Dienstagmorgen betrat Paul Karstensen deutlich nach seinem kläffenden Cockerspaniel Heinzi die vom Sommer verdorrte Wiese im Zentrum des Erich-Miihsam-Parks, wo bereits Hedda Kern, Vinzi Volk und Beppe Aaron beieinanderstanden, jeder einen Pappbecher Kaffee in der einen, Beppe und Hedda dazu eine selbstgedrehte Zigarette in der anderen Hand. Wenige Schritte entfernt warf Kurt Seemann mit stumpfsinniger Unermüdlichkeit allen Hunden, die kamen, Bälle, weil er um diese Zeit nur ungern mit Menschen sprach. Die Luft war feuchtwarm, es regnete nicht. Die Wettervorhersagen auf den Mobiltelefonen meldeten eine Niederschlagswahrscheinlichkeit zwischen sechzig und siebzig Prozent, je nach Anbieter. So oder so änderte es wenig, denn die Hunde hatten ihre Verdauungsrhythmen und brauchten Auslauf, sonst wurden sie krank. Allerdings stellten auch Qualitätsfutter und Bewegung keine Garantie für gesunde Tiere dar. Während er sich ebenfalls eine Zigarette drehte, sagte Paul Karstensen, Heinzi leide wieder unter entzündeten Analdriisen, und die einzig wirksame Methode, sie zu behandeln, sei manuelle Therapie, deshalb müsse er nach dem Spaziergang zum Tierarzt.
Was heißt manuelle Therapie«, wollte Beppe wissen.
Er drückt sie ihm aus.«Verstehe.«
Jeden Morgen um diese Zeit trafen sich hier dieselben drei bis acht Leute zwischen Ende zwanzig und Mitte vierzig, ließen ihre Hunde spielen, klaubten die Kacke mit Spezialbeuteln auf und besprachen alles, was für die innerstädtische Hundehaltung von Bedeutung war. le nachdem, wie sich die Gruppe zusammensetzte, redeten sie außerdem über Politik, Fußball, Musik oder Berufliches.
Kannst du nicht endlich mal still sein«, fauchte Paul Heinzi an, der ununterbrochen den Himmel ankläffte.
Er hat halt keine Lust auf Arzt«, sagte Beppe.
Ernsthaft jetzt: Ich will nicht, dass er sich diese Dauerkläfferei angewöhnt.«


Christoph Peters (Kalkar, 11 oktober 1966)

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Menno Wigman, Ferdinand Bordewijk, Jonathan Littell, Harold Pinter, Boeli van Leeuwen, R. K. Narayan

De Nederlandse dichter en vertaler Menno Wigman werd geboren in Beverwijk op 10 oktober 1966. Zie ook mijn blog van 10 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Menno Wigman op dit blog.

 

Oud Verhaal

Als ik kon spreken zou je alles weten:
hoe ik een zomer lang in een vitrine
heb gelegen, tussen domme dolken lag
te geeuwen en op een vreemde feestdag
door vijf verwarde vingers werd bevrijd.

Bevrijd. En in een dekenkist verstopt.
Er waren avonden dat ik werd gestreeld.
Dan zei een stem: ‘Ik heb oren, ik hoor dingen.
Hoe kan Deborah zoiets doms beginnen?’

Het is een oud verhaal van stug metaal.
Maar in de nacht van twaalf op dertien acht
vertrok ik in een vestzak met een hart

dat sloeg. Een stem. Getier. En toen, opnieuw,
die meisjesnaam. Het kwam op dienen aan.

 

Alles wat je wilde, het was alles

Het was de welving van een schouderblad,
het fosfor van een nieuwe dronkenschap,
de slapeloosheid van een wereldstad.

Je sliep nooit twee keer met dezelfde dag
en leven was pas leven als er ’s nachts
een halo uit je glas te voorschijn brak.

Een juni en je peinst aan een vermolmd
ontbijt: ik zwierf om zoveel mensen heen,
verruilde zoveel zonlicht voor een zweem

van eeuwigheid en moet je nu eens zien:
die rouwrand rond m’n brood, dat zeepsoplicht,
die vuile handen en dat nevelhoofd.

Had ik maar minder in mijn dorst geloofd.
Gaf ik maar minder om het tegengif
voor mijn zorgvuldig bestudeerde dood.

 

 
Menno Wigman (Beverwijk, 10 oktober 1966)

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Eugen Egner, Mercè Rodoreda, Claude Simon, Ivan Boenin, Frederick Barthelme

De Duitse schrijver, tekenaar en musicus Eugen Egner werd geboren op 10 oktober 1951 in Ingelfingen. Zie ook alle tags voor Eugen Egner op dit blog en ook mijn blog van 10 oktober 2010 en ook mijn blog van 10 oktober 2009.

Uit: Aus dem Tagebuch eines Trinkers

“03.01.
tiefe einblicke. den beiden pastoren beim weine von “weltseele” und “gotteslob” gesprochen, unverständnis geerntet.
05.01.
wohnung neu eingerichtet, bett paßt nicht mehr hinein. bei henriette übernachtet. nüchtern geblieben, da sie nur bier im hause hatte. hätte alles lieber getrunken, selbst digitaluhren.
16.01.
früh aufgestanden. nach dem abwasch versucht, mich mit einem hausschuh zu erschlagen. sehr getrunken.
17.01.
den ganzen tag geweint, abends dann kräftig auf die pauke gehauen.
28.01.
schlafstörungen, kopfkissen in wodka getränkt. lautes nächtliches pfeifen läßt sich nicht lokalisieren. gegen morgen den heizkörper abgeschraubt, keine änderung. in der nacht wieder angst, vor dem fenster könnten aborigines auf traumtröten blasen.
30.01. unverändert schlafstörungen. gläschen zählen erfolglos. fläschen baldriantinktur (68%) ex. hätte sicher schlaf gefunden, wenn sich die nachbarskatze nicht schreiend auf meinem gesicht gewälzt hätte. hände gerungen. schwedenbitter, harndrang.
12.02.
früh zu bett, um mitternacht wegen schlaflosigkeit wieder aufgestanden. unter zuhilfenahme aller finger mindestens bis 15 gezählt, dabei manches mal die augen verdreht und den mund verzogen. nachbarskeller aufgebrochen, getrunken.
14.02.
teures mittel gegen magnesiummangel gekauft. viel von paralleluniversen gelesen, versucht hinzugelangen, häßlicher sturz. noch am boden liegend wunder erlebt: verstorbener großvater erschienen, um mir scharlachbergflasche hinzustellen. große hilfe.“

 

 
Eugen Egner (Ingelfingen, 10 oktober 1951)

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James Clavell, Rie Cramer, Louise Mack, Aleksis Kivi, Robidé van der Aa, Kermit Roosevelt sr.

De Brits – Amerikaanse schrijver en regisseur James Clavell (pseudoniem van Charles Edmund DuMaresq de Clavelle)werd geboren op 10 oktober 1924 in Sydney. Zie ook alle tags voor James Clavell op dit blog en ook mijn blog van 10 oktober 2010 en eveneens mijn blog van 10 oktober 2009.

Uit: Shogun

“It must have been this bed that felt so soft and warm,” he said aloud. “I’ve never slept on silk before.” His weakness overcame him and he slept dreamlessly.
When he awoke there was more food in earthenware bowls and his clothes were beside him in a neat pile. They had been washed and pressed and mended with tiny, exquisite stitching.
But his knife was gone, and so were his keys.
I’d better get a knife and quickly, he thought. Or a pistol.
His eyes went to the crucifix. In spite of his dread, his excitement quickened. All his life he had heard legends told among pilots and sailormen about the incredible riches of Portugal’s secret empire in the East, how they had by now converted the heathens to Catholicism and so held them in bondage, where gold was as cheap as pig iron, and emeralds, rubies, diamonds, and sapphires as plentiful as pebbles on a beach.
If the Catholic part’s true, he told himself, perhaps the rest is too. About the riches. Yes. But the sooner I’m armed and back aboard Erasmus and behind her cannon, the better.
He consumed the food, dressed, and stood shakily, feeling out of his element as he always did ashore. His boots were missing. He went to the door, reeling slightly, and put out a hand to steady himself but the light, square lathes could not bear his weight and they shattered, the paper ripping apart. He righted himself. The shocked woman in the corridor was staring up at him.
“I’m sorry,” he said, strangely ill at ease with his clumsiness. The purity of the room was somehow defiled.
“Where are my boots?”

 

 
James Clavell (10 oktober 1924 – 6 september 1994)

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Herman Brusselmans, Tadeusz Różewicz, Mário de Andrade, Colin Clark, Victor Klemperer, Marína Tsvetájeva, Ivo Andrić

De Vlaamse schrijver Herman Brusselmans werd geboren in Hamme op 9 oktober 1957. Zie ook mijn blog van 9 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Herman Brusselmans op dit blog.

Uit: Zeik

“Het lijkt iets simpels, dacht inspecteur Zeik, maar dankzij het houten stokje en het kopje van zwavel is het toch een voorwerp dat je niet mag onderschatten. Hij bekeek de lucifer thans van dichterbij en inderdaad, zo oordeelde hij, je moet er toch maar opkomen om dit uit te vinden. Hij vroeg aan z’n collega, inspecteur El Bazaz: ‘Mohamed, weet jij wie de lucifer heeft uitgevonden?’
Inspecteur El Bazaz dacht diep na, en hij zei: ‘Dat moest welhaast een man geweest zijn die z’n aansteker kwijt was en toch de behoefte had om z’n sigaret aan te steken.’ Dat vond inspecteur Zeik zo boeiend aan inspecteur El Bazaz: dat die kerel zoveel wist. Hij had niet alleen veel kennis over de uitvinding van de lucifer, maar net zo goed over pakweg de ingrediënten van appelsap, over het teveel aan bomen in sommige grote bossen, en over het hoe en waarom van het vrouwelijk orgasme, wat vrij uitzonderlijk was, want in 1961, het jaar waarin dit boek zich afspeelt, was het vrouwelijk orgasme een onbeduidend en niet al te lekker ruikend fenomeen waar je maar beter met een boog omheen kon lopen. Zelfs de meeste vrouwen wisten geen snars af van het vrouwelijk orgasme en als je aan een vrouw in die tijd vroeg: ‘Heb jij ooit al een orgasme gehad?’ was de kans negen op tien dat ze antwoordde: ‘Dat kun je maar beter aan m’n man vragen, want die weet veel meer dan ik.’ Zo’n stom antwoord was dat niet, omdat mannen toen inderdaad veel meer wisten dan vrouwen, iets wat in onze huidige tijden gelukkig nog niet veel veranderd is. Met onze huidige tijden wordt bedoeld de periode rond het jaar 2014, overigens het jaar waarin dit boek is geschreven, en voor de zekerheid herhaal ik het nog eens: wat er in het boek staat speelt zich dus af in 1961, en daar moet de lezer van vandaag toch enigszins rekening mee proberen te houden.
Inspecteur Zeik en inspecteur El Bazaz werkten in dienst van de Moordbrigade van Gent, een uitzonderlijke brigade, in die zin dat de brigade van Gent procentueel bekeken de meeste moorden van heel West-Europa oploste, en dat het de eerste brigade ter wereld was die over een allochtoonse inspecteur beschikte, en dat de baas van de brigade, commissaris Alfons Übertrut, maar één arm had. De andere had hij verloren in de oorlog, toen hij tijdens de Slag om de Ardennen, midden in een ijskoude nacht verzuchtte: ‘Ik heb er een arm voor over om nu een lekkere boterham met schapenkaas te kunnen eten.’

 

 
Herman Brusselmans (Hamme, 9 oktober 1957)

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Nobelprijs voor Literatuur 2015 voor Svetlana Aleksijevitsj

Nobelprijs voor Literatuur 2015 voor Svetlana Aleksijevitsj

De Wit-Russische onderzoeksjournaliste, ornithologe en schrijfster Svetlana Aleksijevitsj werd bekroond met de 2015 Nobelprijs voor Literatuur “voor haar polyfone geschriften, een monument voor het lijden en de moed in onze tijd”. Zij is de eerste journalist en de eerste schrijver uit Wit-Rusland die deze prijs wint. Zie ook alle tags voor Svetlana Aleksijevitsj op dit blog.

Uit: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht (vertaald door Ganna-Maria Braungard)

„Ich schreibe ein Buch über den Krieg… Ich, die ich keine Kriegsbücher mochte, obwohl sie in meiner Kindheit und Jugend die gängige Lieblingslektüre waren. Bei allen meinen Altersgenossen.
Das ist nicht weiter erstaunlich – wir waren Kinder des Sieges. Kinder der Sieger. Was erinnere ich noch vom Krieg? Mein kindliches Unbehagen vor unbekannten und furchteinf lößenden Worten. Über den Krieg wurde unentwegt gesprochen: in der Schule und zu Hause, bei Hochzeiten und Taufen, an Feiertagen und auf dem Friedhof. Sogar unter Kindern. Der Krieg blieb auch nach dem Krieg die Heimstatt unserer Seele. Alle lebten dort, alles hatte seinen Ursprung in dieser schrecklichen Zeit, auch in unserer Familie: Mein ukrainischer Großvater, der Vater meiner Mutter, ist an der Front
gefallen, meine weißrussische Großmutter, die Mutter meines Vaters, ist bei den Partisanen an Typhus gestorben, zwei ihrer Söhne sind verschollen, von den dreien, die sie an die Front geschickt hatte, kam nur einer zurück… Mein Vater…
Schon als Kinder kannten wir keine Welt ohne Krieg, die Welt des Krieges war die einzige Welt, die wir kannten, und die Menschen des Krieges die einzigen Menschen, die wir kannten. Ich kenne auch
heute keine andere Welt und keine anderen Menschen. Hat es sie überhaupt je gegeben?
***
Es lässt sich wohl kaum zählen, wie viele Kriegsbücher auf der ganzen Welt bereits geschrieben wurden. Vor kurzem las ich irgendwo, auf der Erde seien schon über dreitausend Kriege geführt
worden. Und Bücher darüber gibt es noch mehr… Doch alles, was wir über den Krieg wissen, haben uns Männer erzählt. Wir sind Gefangene der „männlichen“ Vorstellungen und der „männlichen“
Empfindungen. „Männlicher“ Worte. Die Frauen schweigen, und wenn sie einmal darüber reden, dann erzählen sie nicht ihren eigenen Krieg, sondern einen fremden. Passen sich einer ihnen fremden Sprache an – dem festgeschriebenen männlichen Kanon.
Nur zu Hause oder im Kreis ihrer Frontfreundinnen weinen sie und erzählen (das habe ich bei meinen Reisen als Journalistin oft erlebt) von einem Krieg, der das Herz stocken lässt. Man wird innerlich ganz still – was man da erfährt, ist nichts Entlegenes und Vergangenes, das sind Erkenntnisse über den Menschen, die immer vonnöten sind.
Selbst im Paradiesgarten. Weil der menschliche Geist nicht so stark und geschützt ist, braucht er ständig Unterstützung.“

 

 
Svetlana Aleksijevitsj (Stanyslaviv, 31 mei 1948)

Alexis de Roode, Martin van Amerongen, Benjamin Cheever, Jakob Arjouni, John Cowper Powys, Sergei Efron

De Nederlandse dichter Alexis de Roode werd geboren op 8 oktober 1970 in Hulst. Zie ook alle tags voor Alexis de Roode op dit blog.

 

Een soort hondje

Doe het niet zeiden ze
je bent er niet gewenst
het is gevaarlijk
je verdrinkt in een sluis

maar de vis raakte op
ik geloofde in mezelf
in avontuur
in grachten vol vis

het was een lange tocht
en het was inderdaad gevaarlijk
tussen containerschepen door
rivieren op, kanalen in

maar ik bereikte die stad
en zwom in de gracht
mijn kop hoog boven water
trots als een zeekomkommer

ik zag die tweepoters ademhappen
ze leken ongevaarlijk
ik ging heel even aan land
om die stad wat beter te bekijken

ik werd meteen opgepakt
en afgevoerd in een busje
gevangen gezet in AZC Pieterburen
teruggezet in zee

ik hap in een plastic zak
als ik mijn ogen sluit zie ik ze nog
zilveren zoetwatervisjes
die nooit een zeehond hadden gezien

mijn zusjes draaien om mij heen
ik vertel ze hoe de voorntjes
vanzelf in mijn mond zwommen
ongeloof en hoop in hun ogen

ik weet nu de weg
deze zomer of de volgende
dan gaan we, niet alleen
maar met duizenden.

 

 
Alexis de Roode (Hulst, 8 oktober 1970)

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