De Oostenrijkse schrijver Albert Drach werd op 17 december 1902 in Mödling geboren. Zie ook mijn blog van 17 december 2008.
Uit: Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum
„In dem sehr zweifelhaften Schatten eines sogenannten Zwetschkenbaumes saß ein Mann, der hieß auch Zwetschkenbaum, aber er war es nicht. Diese Familienbezeichnung gibt nämlich allerdings einen guten Namen für die damit gemeinte Pflanze mit verholztem Stengel oder Stamm ab.
Denn sie ist gebräuchlich für alle Gewächse solcher Art, welche hinwiederum nützlich und beliebt sind. Dagegen hält man erwähnten Namen für schlecht, wenn er einen Menschen betrifft, und der Verruf, in dem er steht, hat seine Begründung nicht etwa darin, daß einmal ein großer philosophischer Dichter behauptet hat, vieles im Menschen sei noch Pflanze und Gespenst; sondern vielmehr ist man zu einer absprechenden Ansicht deshalb gelangt, weil die Benennung besagten Vegetationsteiles auch noch häufig von einer Spezies Kreatur (Gattung Lebewesen) für sich in Anspruch genommen wird, die man gemeinhin Juden nennt. Und so ist es auch kein Zufall, daß es einmal einen Juden namens Zwetschkenbaum gab, von dem hier die Rede ist.
Dafür, daß er an einem eingangs bezogenen Tage unter einer Pflanze gelegen sei (habe), deren Namen einer seiner Stammesvorgänger sich angeeignet hat, gibt Genannter die folgende Begründung an. Er heiße Schmul Leib Zwetschkenbaum, sei gebürtig in Brody (Ostgalizien), wo sich auch seine Eltern befunden hätten, zu der Zeit nämlich, als dieselben noch am Leben gewesen wären. Sie seien nach Hinterlassung von sieben Kindern arm gestorben. Vorher hätten sie mit allem möglichen gehandelt, angeblich ohne bleibenden Nutzen. Von den sieben Kindern seien zwei in Amerika, und zwar einer in einer Wäscherei, der andere in einer Färberei tätig gewesen. Diese hätten früher ab und zu Geld für die Familie geschickt, seit Ausbruch des Weltkriegs aber nichts mehr.“
Albert Drach (17 december 1902 – 27 maart 1995)







