De Oostenrijkse dichter en schrijver Anton Wildgans werd geboren op 17 april 1881 in Wenen. Zie ook alle tags voor Anton Wildgans op dit blog.
An den Schlaf
O, sanfter Schlaf, der du auf zarten Sohlen
Durchs Dunkel herkommst, keinem Wesen fehlend,
Und alles Erdenweh und Menschenelend
Begütigest mit freundlichen Idolen,
Dort, wo die Liebste, sichrer Hut befohlen,
Entschlummert ruht, den kühlen Pfühl beseelend,
Mal’ du in ihren Traum ein friedenstehlend,
Ein schrecklich Bild mit allen Leids Symbolen.
Und so mir ähnlich mögest du’s vollenden,
Und solche Blässe künde meine Pein,
Daß sie erwachend muß Erbarmen spenden.
Und ließest du mir Dieses angedeihn,
Will ich dir schweigend und aus leisen Händen
Zwei neue Kränze frischen Mohnes weihn.
An ein Buch
Ich lese dich, und deine Zeichen weben
Schleier auf Schleier um den wunden Sinn,
Abdämpfend rings das allzu laute Leben,
Von dem ich, tausendfältig hingegeben,
Kaum mehr als Spiegelbild und Echo bin.
Und wie sich die Gewirke dichter bauschen,
Wird’s immer stiller, und es steht die Zeit,
Vergess’ ich dich und hebe an zu lauschen
Auf meines Blutes heilig Stromesrauschen
In mir von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Nun öffnet sich von geisterhaftem Wehen
Der Schleier luftig zauberhaft Gezelt,
Und vor mir liegt in ruhigem Bestehen,
Zum erstenmal geschaffen und gesehen
Vom eignen Aug’, die Welt.

Anton Wildgans (17 april 1881 – 3 mei 1932)
Portret door Rudolf Hirschenhauser, 1927











