Udo Kawasser, Levin Westermann, Sina Klein, Michael Basse

Onafhankelijk van geboortedata:

De Oostenrijkse dichter, vertaler, danser en choreograaf Udo Kawasser werd geboren in 1965 in Vorarlberg. Hij woont in Wenen. Kawasser groeide op in Lauterach aan de Bodensee en studeerde Duits, Frans en Spaans filologie in Innsbruck en Wenen. Hij werkt als een hedendaagse danser en choreograaf. Hij publiceerde poëzie, proza ​​en essays in kranten, tijdschriften en bloemlezingen in Oostenrijk, Duitsland, Zwitserland, België, Argentinië, Mexico en Cuba. In 2009 bezocht hij het Vijfde Internationale Poetry Festival in Granada, Nicaragua. Kawasser vertaalde Spaanstalige literatuur in het Duits en werkte in het verleden samen met de Cubaanse auteur Carlos A. Aguilera. Hij vertaalde voor diverse literaire tijdschriften Cubaanse, Chileense en Nicaraguaanse poëzie.

 

hier und dort (kubanische elegie)

auf dem atemgrund zwischen den
zeilen bist du gefügt in die eigene form

sanft noch in wiederholter aussicht
auf keinen tag längst kam kein licht

strahl mehr über die türschwelle
der morgen stieg über den balkon

in ein anderes zimmer und die fische
schweigen deine augen die nichts

mehr halten wollen italien ein fernes
verbrauchtes land welche wörter

die nicht in vorhersehbare sätze
münden während wir am eingang

lehnen mit verschränkten blicken
vielleicht ein bezahltes flüstern umgeht

im haus das dich auf deinen fleck
im bröckelnden rahmen bannt

 

Udo Kawasser (Vorarlberg, 1965)

 

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In Memoriam Jorge Semprún

In Memoriam Jorge Semprún

De Spaanse schrijver en ex-politicus Jorge Semprún is gisteren op 87-jarige leeftijd overleden.Semprún overleed in zijn woonplaats Parijs.Jorge Semprún Maura werd geboren in Madrid op 10 december 1923. Zie ook mijn blog van 10 december 2010 en ook mijn blog van 10 december 2008 en eveneensmijn blog van 10 december 2009.

Uit: Die große Reise (Vertaald door Abelle Christaller)

“Vier bis fünf Reihen hinter uns entsteht plötzlich ein Tumult, man hört Schreie.
„Was gibt’s jetzt wieder?“ fragt der Junge aus Semur.
Die eingekeilten Leiber schwanken hin und her.
„Luft, er braucht Luft“, ruft eine Stimme hinter uns.
„Macht Platz, zum Kuckuck, bringt ihn ans Fenster“, ruft eine zweite.
Die eingekeilten Leiber schwanken, öffnen sich, und aus der Schattenmasse stoßen Schattenarme den leblosen Körper eines Greises gegen das Fenster. Der Junge aus Semur auf der einen , ich auf der anderen Seite, halten wir ihn in den Strom kalter Nachtluft, der durch die Öffnung bläst.
„Mein Gott“, sagt der Junge aus Semur, „der tut’s nicht mehr lange.“
Das Gesicht des Greises ist eine verkrampfte Maske mit leeren Augen. Sein Mund starrt schmerzverzerrt.
„Was tun wir jetzt?“ frage ich.
Der Junge aus Semur blickt auf das Gesicht des Alten und antwortet nicht. Plötzlich krampft sich der Körper des Alten zusammen. Seine Augen füllen sich mit Leben und starren in die Nacht vor ihm.
„Stellt euch das vor!“ sagt er mit leiser, aber deutlicher Stimme. Dann bricht sein Blick, und sein Körper fällt uns kraftlos in die Arme.
„He, Alter“, sagt der Junge aus Semur, „noch nicht schlappmachen!“
Aber ich glaube, er hat für immer schlappgemacht.
„Muß was mit dem Herzen sein“, sagt der Junge aus Semur.
Als sei es beruhigend zu wissen, woran der Alte gestorben ist. Denn daß er tot ist, daran gibt es keinen Zweifel. Er hat noch die Augen aufgeschlagen und gesagt: „Stellt euch das vor“, und dann war er tot. In unseren Armen hängt nur noch ein Leichnam vor dem Strom kalter Nachtluft, der durch die Öffnung bläst.
„Er ist tot“, sage ich zu dem Jungen aus Semur.
Er weiß es ebenso gut wie ich, aber er gibt noch nicht auf.
„Muß was mit dem Herzen sein“, wiederholt er.
Ein alter Mann hat es mit dem Herzen, das kommt vor. Wir aber, wir sind zwanzig Jahre alt und haben es nicht mit dem Herzen. Das will er sagen, der Junge aus Semur. Er ordnet den Tod dieses Alten den unvorhergesehenen, aber durchaus logischen Unfällen zu, die bei alten Leuten nun mal vorkommen.“

Jorge Semprún (10 december 1923 – 7 juni 2011)

Orhan Pamuk, Monika Mann, Nikki Giovanni, Harry Crews, Louise Erdrich, Mascha Kaléko

De Turkse schrijver Orhan Pamuk werd geboren op 7 juni 1952 in Istanbul. Zie ook alle tags voor Orhan Pamuk op dit blog.

Uit: Istanbul (Vertaald door Gerhard Meier)

„Durch die fortwährenden Konkurse meines Vaters und meines Onkels, die Streitereien meiner Eltern und die Zwistigkeiten, die sich immer wieder zwischen unserer Kleinfamilie und dem von meiner Großmutter präsidierten Familiengroßverband ergaben, wurde mir allmählich beigebracht, daß das Leben nicht nur aus freudigen Ereignissen und immer neu sich auftuenden Glücksquellen (Malen, Sexualität, Freundschaft, Schlaf, Geliebtwerden, Essen, Spielen, Beobachten) bestand, sondern auch aus einer ganzen Anzahl urplötzlich ausbrechender kleinerer und größerer Katastrophen. In meiner Kindheit wurde am Radio nach den Nachrichten und dem Wetterbericht immer mit ernster Stimme nicht nur den betroffenen Seeleuten, sondern ganz Istanbul verkündet, auf welchem Längen und Breitengrad an der Mündung des Bosporus ins Schwarze Meer Treibminen gesichtet worden seien, und so heimtückisch wie diese Minen waren auch die Katastrophen, die den Menschen jederzeit völlig überraschend ereilen konnten. Es konnte jeden Augenblick zwischen meinen Eltern ein Streit ausbrechen, mit dem Stockwerk über uns eine finanzielle Auseinandersetzung aufflammen oder mein Bruder über irgend etwas so in Zorn geraten, daß er mir eine gehörige Lektion erteilen wollte. Oder mein Vater kam eines Tages nach Hause und teilte uns im selben Ton, in dem er eine Reise erwähnt hätte, seelenruhig mit, daß unsere Wohnung verpfändet worden sei und wir nun umziehen müßten. Wir zogen damals oft um. Bei jedem Umzug stieg die Spannung im Haus an, und meine Mutter, vollauf damit beschäftigt, jeden Teller und jede Schüssel einzeln in Zeitungspapier einzuwickeln, konnte auf uns Kinder nicht so achtgeben wie sonst, so daß wir nach Herzenslust spielen durften.

Wenn dann die Büfetts, Schränke und Tische, die uns als unverrückbare Elemente unserer Wohnszenerie gegolten hatten, von den Möbelpackern nach und nach abtransportiert wurden, blickte ich traurig auf die immer leerer werdenden Räume, in denen wir Jahre unseres Lebens verbracht hatten, aber ein Trost war mir, daß ich meist unter irgendeinem Möbel einen längst vergessenen Stift, eine Murmel oder ein geliebtes Spielzeugauto wiederfand.“

Orhan Pamuk (Istanbul, 7 juni 1952)
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Gwendolyn Brooks, Elizabeth Bowen, Gábor von Vaszary, Fred Endrikat, Amelia Edwards, Charlotte Niese, Geno Hartlaub, Jan Theuninck

De Amerikaanse dichteres Gwendolyn Brooks werd geboren op 7 juni 1917 in Topeka, Kansas. Zie ook alle tags voor Gwendolyn Brooks op dit blog.

 

The Mother

Abortions will not let you forget.
You remember the children you got that you did not get,
The damp small pulps with a little or with no hair,
The singers and workers that never handled the air.
You will never neglect or beat
Them, or silence or buy with a sweet.
You will never wind up the sucking-thumb
Or scuttle off ghosts that come.
You will never leave them, controlling your luscious sigh,
Return for a snack of them, with gobbling mother-eye.

I have heard in the voices of the wind the voices of my dim killed
children.
I have contracted. I have eased
My dim dears at the breasts they could never suck.
I have said, Sweets, if I sinned, if I seized
Your luck
And your lives from your unfinished reach,
If I stole your births and your names,
Your straight baby tears and your games,
Your stilted or lovely loves, your tumults, your marriages, aches,
and your deaths,
If I poisoned the beginnings of your breaths,
Believe that even in my deliberateness I was not deliberate.
Though why should I whine,
Whine that the crime was other than mine?–

Since anyhow you are dead.
Or rather, or instead,
You were never made.
But that too, I am afraid,
Is faulty: oh, what shall I say, how is the truth to be said?
You were born, you had body, you died.
It is just that you never giggled or planned or cried.

Believe me, I loved you all.
Believe me, I knew you, though faintly, and I loved, I loved you
All.

 

Gwendolyn Brooks (7 juni 1917 – 3 december 2000)

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Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Tonio Kröger

„Die Wintersonne stand nur als ein armer Schein, mil­chig und matt hinter Wolkenschichten über der engen Stadt. Naß und zugig war’s in den giebeligen Gassen, und manchmal fiel eine Art von weichem Hagel, nicht Eis, nicht Schnee.
Die Schule war aus. Ueber den gepflasterten Hof und heraus aus der Gatterpforte strömten die Scharen der Befreiten, teilten sich und enteilten nach rechts und links. Große Schüler hielten mit Würde ihr Bü­cherpäckchen hoch gegen die linke Schulter gedrückt, indem sie mit dem rechten Arm wider den Wind dem Mittagessen entgegen ruderten; kleines Volk setzte sich lustig in Trab, daß der Eisbrei umherspritzte und die Sieben Sachen der Wissenschaft in den Seehunds­ränzeln klapperten. Aber hie und da riß alles mit from­men Augen die Mützen herunter vor dem Wotanshut und dem Jupiterbart eines gemessen hinschreitenden Oberlehrers …
»Kommst du endlich, Hans?« sagte Tonio Kröger, der lange auf dem Fahrdamm gewartet hatte; lächelnd trat er dem Freunde entgegen, der im Gespräch mit anderen Kameraden aus der Pforte kam und schon im Begriffe war, mit ihnen davon zu gehen … »Wieso?« fragte er und sah Tonio an … »ja, das ist wahr! Nun gehen wir noch ein bißchen.«

Thomas Mann (6 juni 1875 – 12 augustus 1955)
Thomas Mann als 9-jarige in Lübeck

Armin Martens,

Het model voor Hans Hansen

Tonio verstummte, und seine Augen trübten sich. Hatte Hans es vergessen, fiel es ihm erst jetzt wieder ein, daß sie heute Mittag ein wenig zusammen spazie­ren gehen wollten? Und er selbst hatte sich seit der Verabredung beinahe unausgesetzt darauf gefreut!
»Ja, adieu, ihr! « sagte Hans Hansen zu den Kamera­den.»Dann gehe ich noch ein bißchen mit Kröger.« – Und die Beiden wandten sich nach links, indes die Anderen nach rechts schlenderten.
Hans und Tonio hatten Zeit, nach der Schule spa­zieren zu gehen, weil sie beide Häusern angehörten, in denen erst um vier Uhr zu Mittag gegessen wurde. Ihre Väter waren große Kaufleute, die öffentliche Aemter bekleideten und mächtig waren in der Stadt. Den Hansens gehörten schon seit manchem Men­schenalter die weitläufigen Holz-Lagerplätze drunten am Fluß, wo gewaltige Sägemaschinen unter Fauchen und Zischen die Stämme zerlegten. Aber Tonio war Konsul Krögers Sohn, dessen Getreidesäcke mit dem breiten schwarzen Firmendruck man Tag für Tag durch die Straßen kutschieren sah; und seiner Vorfah­ren großes altes Haus war das herrschaftlichste der ganzen Stadt … Beständig mußten die Freunde, der vielen Bekannten wegen, die Mützen herunter neh­men, ja, von manchen Leuten wurden die Vierzehn­jährigen zuerst gegrüßt …“

Breite Straße 38 in Lübeck

Het geboortehuis

Untere Breite Straße

Rond 1880

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Jean Cayrol, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews, Henry Newbolt

De Franse dichter en schrijver Jean Cayrol werd geboren op 6 juni 1911 in Bordeaux. Zie ook alle tags voor Jean Cayrol op dit blog.

Chant Funèbre à la mémoire du Père Jacques (Fragment)

“Je suis tant homme que rien de plus” (Saint François de Sales)

Frère Jacques dors-tu dans ta robe de terre
d’une bure printanière, les mains fermés sur le Grain,
tous mes arbres ont le tremblement de tes mains
Frère Jacques dors-tu ?

J’entendais si bien Dieu dans ton cœur, je voyais sourire tant
de nos morts sur tes lèvres.
Irons-nous voir, ce soir, les vieilles fêtes du couchant,
ce soir où je m’avance vers toi
dans cette basilique infinie de la douleur humaine.

Entends-tu dans les sapins cruels le vent sombre de Fontainebleau
tu es mort à la fin de la tempête.

O ce printemps qui pouvait à peine se lever de la mort,
taisant ses premières feuilles dans un ciel déjà en repos
O ces oiseaux qui goûtaient d’un bec si prudent
les fruits mûrs de ton agonie

O ces premières violettes toutes pensives dans les bois :
Jacques au profil d’un crayon ancien
Jacques, mon pur feu flambant, à ton oreille
les lèvres blanches du passé murmurent le nom aimé d’Avon
et si le calme règne sur ses bois les plus profonds
c’est parce qu’il vient du silence de tes plaies, de ce pardon
comme une abeille trop lourde de son miel.

Jean Cayrol (6 juni 1911 – 10 februari 2005)

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Annie Fields, Louis Sébastien Mercier, Pierre Corneille, Eliza Orzeszkowa, Adolf Heyduk, Ignaz Vinzenz Zingerle

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Annie Adams Fields werd geboren op 6 juni 1834 in Boston. Zie ook alle tags voor Annie Fields op dit blog.


Poem

Birds were singing in the trees;
Summer was abroad as now,
With her troop of murmuring bees,
And blossoms ‘round her brow,

When, seventy years ago, there came
A little child to view the land,
Who found a torch with lighted flame
Made ready to her hand.

Fearless she held the fiery tongue
Close to her white and tender breast;
When lo! the pain became a song
And prayers for the oppressed.

Mother of a new-born race,
Daughter of a race to be,
Regent through the boundless space
Of sad humanity!

Is there realm to vie with thine,
Whither mortals may aspire
Torch of love, the flame divine,
Hath called thee ever higher.

Who has taught the seer to know
Sorrow that was not her own!
Who has made her face to glow
Glad for another’s crown!

But by home fires, when day is done,
Charming young and soothing old,
Dearest laurels you have won,
While hearth-stones have grown cold.

Friend, how calm your sunset days!
Your peaceful eyes are set on heaven,
For peace upon the promise stays,—
Who loves much is forgiven.

Annie Fields (6 juni 1834 – 5 januari 1915)
Portret door John Singer Sargent, 1890

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Federico García Lorca, Adriaan Morriën, Ken Follett, Margo Lanagan. Margaret Drabble, Kristin Gore

De Spaanse dichter en toneelschrijver Federico Garcia Lorca werd geboren op 5 juni 1898 in Fuente Vaqueros, Granada. Zie ook alle tags voor Federico Garcia Lorca op dit blog.

Dans

Carmen is aan het dansen
door de straten van Sevilla.
Met haren wit
en fonkelende ogen.

Meisjes,
doe de gordijnen dicht!

Op haar hoofd kronkelt
een gele slang,
en ze droomt dat ze danst
met vroegere vrijers.

Meisjes,
doe de gordijnen dicht!

De straten liggen verlaten,
en in de verte verloren
zoeken Andalusische harten
oude doornen.

Meisjes,
doe de gordijnen dicht!

 

De zes snaren

De gitaar
laat dromen huilen.
Het snikken van de verdoolde
zielen
ontsnapt uit haar ronde
mond.
En zoals de tarantula
weeft ze een grote ster
om te jagen op zuchten
die drijven op haar zwarte
houten waterput.

Vertaald door Bart Vonck

 

Night of Insomniac Love

Night approached us, with a full moon.
I began to cry, and you to laugh.
Your contempt was a god, and my whinings
a chain of doves and minutes.
Night left us. Crystal of pain
you wept for distant depths.
My sadness was a cluster of agonies,
over your fragile heart of sand.
Morning joined us on the bed,
our mouths placed over the frozen jet
of a blood ,without end, that was shed.
And the sun shone through the closed balcony,
and the coral of life opened its branch,
over my shrouded heart.

Vertaald door A. S. Kline

 

Federico García Lorca (5 juni 1898 – 19 augustus 1936)
Javier Beltran als Federico García Lorca in de film ‘Little Ashes’ uit 2009.
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Thomas Kling, Carel Peeters, Hélène Cixous, Spalding Gray, Christy Brown, David Hare, Alifa Rifaat, Otto F. Walter, Ivy Compton-Burnett

De Duitse dichter en schrijver Thomas Kling werd geboren op 5 juni 1957 in Bingen. Zie ook alle tags voor Thomas Kling op dit blog.

 

Berliner Totentanz 2

herr doktor – meister der arznei

ich habs euch dreimal schon gesagt:

meint wohl ihr könnt noch länger leben

und wollt euch nicht zu GOtt begeben

stellt ab die probe – verabschiedet euch man

und seht wie gut ich euch vortanzen kann

arzt:

ach gott hier gibts kaum einen rat

der urin sieht schlecht aus in der tat –

die farbe ist schwarz und grün und rot:

ich sehe darin den bitteren tod

in der apotheke gibts nicht ein kraut womit man

gegen den tod was ausrichten kann

 


Actaeon 3

hirschgulasch. den schuß, widerhallend, gezisch vom lärchenhang,

konnten wir gerade noch hören. wir? bei tisch. der dampfende berg,

gegenüber, gleich drüben, in flußnähe, wo Actaeon zu boden ging.

fetzen. gebeugt in den dampf da, hirschbrocken vom teller. dampf

steigt vom durchwühlten boden auf, staub an der nüster, schweiß.

körper und nadeln. der ganze staub aus der ferne und das dampf-

ende tellergericht, der fluß; motorengeschepper in etwa, von drüben,

so was wie: röhren, plattmachen, turbogeknurr. jetzt wird der luftröhre

ein schnitt gemacht, durchtrennte fährten. Echo erscheint. das frische

mark wird rausgesaugt wie nichts! wir knien so überm hirsch, wir

ziehen uns den rein, wir klärn das mit den toten: ein bildverdampfen

findet statt. den hirsch besäbeln. ächzend. zunge, sehnen. zähne.

 

Thomas Kling (5 juni 1957 – 1 april 2005)

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Marie Ndiaye, Ralf Thenior, Erasmus Schöfer, Buddy Wakefield, Yaak Karsunke

De Franse schrijfster Marie Ndiaye werd geboren op 4 juni 1967 in Pithiviers. Zie ook mijn blog van 4 juni 2009 en ook mijn blog van 4 juni 2010.

 

Uit: Les Grandes Personnes

Eva. – Je donnerais tout cela pour un fils pareil au vôtre, aimant et caressant.

Je retournerais vivre là d’où je viens, je renoncerais à la musique, à la beauté, au gaspillage, pour l’amour d’un vieil enfant qui ne me demanderait pas les comptes de mes erreurs, qui me comblerait d’une tendresse sans conditions et me dirait simplement: Voilà, c’est toi, ma mère.

[…]

Georges. – Quand nous étions encore de pauvres jeunes gens coincés dans leur quartier navrant et que nous luttions en mots et en pensées pour sortir de cet état humiliant, il nous semblait que les enfants viendraient comme des obstacles à cet effort, oh nous n’en voulions pas, jamais.

Pour réussir, nous devions nous affranchir de ce qui faisait le bonheur habituel des riches ou des pauvres sans ambition ni révolte.

Ce que c’est que la vie.

Avec notre fils unique, nous avons végété dans la médiocrité, le manque d’aisance, alors que deux enfants n’ont jamais freiné votre ascension.

Ce que c’est que la vie.

Isabelle. – Moi, je n’envie personne.

Votre argent, qu’est-ce qu’on en ferait?

Notre fils, lui, est resté près de nous, il est maître d’école et il nous aime.

Où est-ce qu’ils ont disparu, vos enfants?

Voilà près de dix-sept ans que vous êtes abandonnés, reniés par ceux que vous avez gâtés, et vous cachez votre affliction et il n’y a que nous, vos plus vieux amis, qui la devinons, mais quand de temps à autre vous nous invitez c’est toujours seuls et nous ne rencontrons personne chez vous, à croire que vous nous dissimulez au reste de vos relations comme vous masquez votre peine, pour ne pas gêner.

Nous risquerions de faire tache.

Mais c’est égal.

On se connaît depuis si longtemps qu’on peut tout se pardonner.

Il y a certainement dans notre attitude des particularités qui vous exaspèrent, des restes de misère, un accent rude, on n’y peut rien et on ne s’entend pas soi-même.

C’est égal.

On s’aimera toujours, vous et nous.

 

Marie Ndiaye (Pithiviers, 4 juni 1967)

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